Schweiz
Migration

Rackete: Demonstraten fordern Freilassung der Seawatch-Kapitänin in Zürich

«Öffnet die Häfen»: Diese Forderungen stellen Zürcher Aktivisten nach Rackete-Verhaftung

01.07.2019, 12:2602.07.2019, 07:19
Demonstranten fordern vor dem italienischen Konsulat in Zürich die Freilassung von Rackete.
Demonstranten fordern vor dem italienischen Konsulat in Zürich die Freilassung von Rackete. bild: watson

Die deutsche Sea-Watch-Aktivistin Carola Rackete hat 40 Flüchtlingen das Leben gerettet und sitzt trotzdem – oder gerade deswegen – in Haft.

Vom italienischen Innenminister und Vielschwätzer Matteo Salvini zur "Nervensäge" erklärt: die 31 Jahre alte deutsche Kapitänin des Flüchtlingsschiffes "Seawatch 3" Carola Rackete.
Carola Rackete drohen zehn Jahre Haft. Bild: EPA ANSA

Die Empörung über das Vorgehen der Regierung von Premier Matteo Salvini ist nicht nur in den sozialen Medien gross. Am Montagmittag haben sich in Zürich über 50 Aktivisten vor dem italienischen Konsulat an der Tödistrasse versammelt. «Salvini ist ein Mörder», skandieren einige der Demonstranten. Sie fordern die sofortige Freilassung von Rackete.

Gaia, 24, Zürich

Demonstrantin an der Spontandemo gegen die Verhaftung von Carola Rackete
«Die Verhaftung von Rackete ist völlig unmenschlich – sie hat kein Verbrechen begangen, sondern Menschenleben gerettet. Ich bin dafür, dass die Häfen geöffnet werden».
Uno: Kein Kapitän sollte für Seenotrettung bestraft werden
Anlässlich des Falls der in Italien unter Hausarrest gestellten Deutschen Kapitänin haben sich die Vereinten Nationen grundsätzlich gegen Strafen für Seenotretter ausgesprochen.

Der Sprecher von Uno-Generalsekretär Antonio Guterres, Stephane Dujarric, betonte am Montag in New York zwar, dass er den Einzelfall um Carola Rackete nicht kommentieren wolle, sagte aber: «Seenotrettung ist ein seit langem bestehender humanitärer Imperativ, der auch völkerrechtlich vorgeschrieben ist. Kein Schiff oder Schiffsführer sollte von Geldstrafen bedroht sein, wenn er Booten in Seenot zu Hilfe kommt, bei denen Menschen sonst ihr Leben verlieren würden.»

Luca, 24, Zürich

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«Die Kriminalisierung der Flüchtlingshilfe ist etwas, das man im Zweiten Weltkrieg zuletzt gesehen hat. Die europäischen Länder müssen sich mit Italien solidarisieren: Es kann nicht sein, dass alle Staaten ihre Grenzen schliessen und die Flüchtenden in Italien lassen.»

Katja, 30, Zürich

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«Carola Rackete hat Leben gerettet und es sollte eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein, dass das gewährleistet wird. Es ist unsere Aufgabe, die Leute in Sicherheit zu bringen und ihnen einen möglichst würdigen Aufenthalt zu garantieren.»

Angelo Barrile, 42, SP-Nationalrat

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«Mich regt es auf, dass immer noch so viele Menschen im Mittelmeer ertrinken und es wenige gibt, die sich für sie einsetzen. Wir fordern, dass die Kapitänin freigelassen wird und dass Flüchtende in den Häfen von Italien und den anderen Ländern der EU aufgenommen werden. Das Gesetz muss abgeschafft werden, das es strafbar macht, Menschenleben zu retten.»

Die Kapitänin eines Flüchtlingsschiffes ist am Montagmorgen von der Insel Lampedusa nach Sizilien verlegt worden, wo sie am Nachmittag dem Richter vorgeführt wird. Ihr drohen bis zu zehn Jahre Gefängnis.

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