Schweiz
Migration

Schweiz schiebt hunderte afghanische Flüchtlinge nach Deutschland ab

Schweiz schiebt hunderte afghanische Flüchtlinge nach Deutschland ab

Die Schweiz schob fast ein Viertel der Flüchtlinge an der Nordgrenze nach Deutschland zurück. Das ist möglich, weil die Schweiz zwischen Asylsuchenden und illegalen Migranten unterscheidet. 
29.11.2015, 04:2929.11.2015, 08:27

Das Grenzwachtkorps hat in den letzten vier Wochen an der Nordgrenze rund 1800 Flüchtlinge angehalten. Fast ein Viertel davon, nämlich 444, schickte es aber umgehend wieder nach Deutschland zurück. Das waren vier Mal so viele wie im Oktober, wie die «NZZ am Sonntag» unter Berufung auf die neuesten Zahlen des Grenzwachtkorps und des Staatssekretariats für Migration berichtet. Die Mehrheit der Zurückgeschickten waren afghanische Staatsangehörige.

Asylgesetz

Im Zusammenhang mit den Abschiebungen traf das Grenzwachtkorps Anfang Monat auch mehrere Massnahmen. «Wir haben die Zusammenarbeit mit der deutschen Bundespolizei verbessert», sagt Attila Lardori, Sprecher der Eidgenössischen Zollverwaltung, zu der das Grenzwachtkorps gehört. «Namentlich die administrativen Abläufe für die Rücküberstellungen sind vereinfacht worden.»

Die verhältnismässig formlosen Abschiebungen sind möglich, weil die Schweiz zwischen Asylsuchenden und illegalen Migranten unterscheidet, wie die «NZZ am Sonntag» schreibt. Als Asylsuchender gilt jeder, der zu erkennen gebe, dass er «die Schweiz um Schutz vor Verfolgung nachsucht», wie es im Gesetz heisst.

Alle Flüchtlinge dagegen, die das nicht machen und rechtswidrig in die Schweiz einreisen, sind illegale Migranten. In der Praxis ist die Unterscheidung allerdings nicht ganz einfach. Grenzwächter haben einen beachtlichen Spielraum, ob sie eine Person als Asylsuchenden in die Schweiz einreisen lassen oder als illegalen Migranten abschieben. (dwi)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Roger Köppel flirtet in Moskau mit Putin – und fragt nach Tipps für die Schweiz
Der «Weltwoche»-Chef darf in Moskau Russlands Machthaber eine Frage stellen. Köppel bedankte sich bei Russland für die Schweizer Neutralität – und holte einen Appell Putins an die Schweiz ab.
Überraschungsauftritt des Schweizer Verlegers in Moskau: Eigentlich sollte Roger Köppel bei einer Veranstaltung mit Kreml-Chef Wladimir Putin nur eine kurze Frage aus dem Publikum stellen. Doch der «Weltwoche»-Chef bauchpinselte den russischen Herrscher so sehr, dass dieser ihn persönlich dazu aufrief, ein kleines Referat zu halten. Mit dem Ende, dass der Schweizer seinem Gegenüber sogar versicherte, ihn beim Versuch zu unterstützen, die alte Russlandpolitik Deutschlands wieder einzuführen.
Zur Story