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SBB schreiben hohen Gewinn und verzeichnen Rekord bei Reisenden

SBB-Verwaltungspräsidentin Monika Ribar
SBB-Verwaltungspräsidentin Monika RibarBild: keystone

SBB schreiben hohen Gewinn und verzeichnen Rekord bei Reisenden – doch die Zahlen täuschen

11.03.2026, 09:4111.03.2026, 12:21

Die SBB haben 2025 erneut mehr Reisende transportiert - täglich waren 1,43 Millionen Personen unterwegs, und zwar so pünktlich «wie noch nie». Engpässe im Netz seien jedoch absehbar und ein Infrastrukturausbau sei nötig, hiess es am Mittwoch an der Jahresmedienkonferenz. Zudem seien die Schulden weiterhin zu hoch.

Die SBB hätten letztes Jahr täglich 3,3 Prozent mehr Reisende als im Vorjahr (1,39 Millionen) befördert, sagte SBB-Chef Vincent Ducrot in Bern vor den Medien. Der neue Fahrplan in der Romandie habe dazu beigetragen. Besonders beliebt waren Reisen am Wochenende und internationale Verbindungen.

Die Nachfrage nach letzteren erhöhte sich um 6,5 Prozent. Insgesamt sei das Unternehmen mit den vielen Events und rund 20'000 Baustellen 2025 extrem gefordert gewesen.

Es sei ein sehr gutes Jahr für die SBB gewesen, sagte die scheidende Verwaltungsratspräsidentin Monika Ribar. Doch sie mahnte: «Wir brauchen Ausbauten, doch den Substanzerhalt dürfen wir nicht vergessen. » Ausbauprojekte müssten schrittweise und gezielt dort umgesetzt werden, «wo sie zeitnah den grössten Nutzen bringen».

Als Basis für den Ausbau stehe nebst dem Substanzerhalt die Digitalisierung im Vordergrund. Ohne ausreichende Mittel für Unterhalt und Erneuerung würden Verfügbarkeit und Zuverlässigkeit des Bahnnetzes künftig nicht mehr gewährleistet sein. Dies könnte zu Problemen führen, wie man sie im Ausland sehe, sagte Ribar.

Personenverkehr soll profitabler werden

Das Jahresergebnis falle mit 496 Millionen Franken (2024: 275 Millionen Franken) vermeintlich hoch aus. Doch rund die Hälfte des Gewinns entfalle auf Einmaleffekte, sagte Finanzchef Franz Steiger. Sie resultieren laut SBB primär aus einer Reduktion der Vorsorgeverpflichtung aufgrund des geringeren Risikos einer künftigen Sanierung der Pensionskasse.

Diese Einmaleffekte erzeugten keine Cashflows und trügen nicht zur Reduktion der Verschuldung bei. Operativ lägen die SBB auf Vorjahresniveau. Die Schulden würden den operativ erwirtschafteten Cashflow übersteigen.

Rückläufig war laut Steiger der Güterverkehr, und zwar wegen der schlechteren Konjunktur. Hier betrage der Verlust 126 Millionen Franken. Dies sei ein überproportional schlechtes Ergebnis. Die Neuausrichtung des Güterverkehrs sei 2025 gestartet. Der Bund unterstützt mit einer befristeten Förderung den Einzelwagenladungsverkehr. Darum sei man froh, so Steiger.

Der Bund hatte den SBB den Leistungsauftrag für den sogenannten Einzelwagenladungsverkehr Ende 2025 erteilt. SBB Cargo erhält vom Bund dafür in den nächsten vier Jahren 260 Millionen Franken.

Eine Milliarde für Flottenmodernisierung

Um Züge am Ende ihrer Lebensdauer zu erneuern und der steigenden Nachfrage gerecht zu werden, modernisieren die SBB ihre Flotte. Das Unternehmen investiere jährlich rund eine Milliarde Franken in neue und modernisierte Züge. 2025 habe es höhere Betriebs‐ und Instandhaltungskosten gegeben, darunter die Flotterevisionen aller FV-Dosto-Züge und von Giruno-Zügen.

Die SBB hätten angesichts steigender Kosten zu wenig erwirtschaftet, um die notwendigen Investitionen wie beispielsweise in Rollmaterial oder Energieanlagen aus eigener Kraft zu finanzieren. Mittelfristig sei ein jährlicher operativer Gewinn von rund 500 Millionen Franken notwendig, sagte Steiger. Künftige grosse Investitionen in Rollmaterial oder Energieanlagen erforderten Effizienzmassnahmen und Mehreinnahmen. Im Bereich Personenverkehr müssten die SBB letztendlich profitabler werden, bilanzierte Steiger.

Die Verschuldung sei dank des einmaligen Kapitalzuschusses des Bundes zur teilweisen Kompensation der coronabedingten Ertragsausfälle im Fernverkehr und der konsequenten Spar- und Effizienzmassnahmen der SBB gesunken. Sie betrage 11,3 Milliarden Franken (2024: 12,1 Milliarden Franken) und sei nach wie vor zu hoch.

Sicherheit grosses Thema

Laut den SBB bestehen zudem weitere Herausforderungen, darunter verspätete Züge aus dem Ausland und die Sicherheit. Besorgniserregend sei, dass die «Aggressionen gegenüber Mitarbeitenden in der Tendenz gröber werden und die Zahl von Cyberangriffen zunimmt». Die SBB haben «die Präsenz der Transportpolizei verstärkt, Bodycams eingeführt, Sicherheitskampagnen lanciert und in die Resilienz des Bahnsystems gegen Cyberbedrohungen investiert».

Die Gewerkschaft des Verkehrspersonals (SEV) betonte in einer Mitteilung, Sicherheit funktioniere nur mit genügend Personal. Es brauche unter anderem «die konsequente Doppelbegleitung auf Fernverkehrszügen» sowie mehr personelle Ressourcen bei der Transportpolizei.

Die SBB verbesserten «trotz über 20'000 Baustellen» die Pünktlichkeit im Personenverkehr auf 94,1 Prozent (2024: 93,2 Prozent). Der neue Fahrplan in der Westschweiz habe sich positiv auf die Pünktlichkeit ausgewirkt. Die Kundenzufriedenheit verbesserte sich gesamthaft um 0,3 Prozentpunkte auf 77,7.

Beschäftigt wurden von den SBB mit 35'770 Mitarbeitenden rund 200 Personen mehr als im Vorjahr. (sda)

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33 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Rainer Z. Ufall
11.03.2026 09:53registriert November 2025
Der Öffentliche Verkehr soll und muss keinen Gewinn abwerfen!!! Was langfristig passiert, sieht man wunderbar an der Deutschen Bahn kaputt gespart und die Lachnummer Europas. Mithilfe bürgerlicher Politik ist es bei uns leider irgendwann dann auch so weit.
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Cundwiramurs
11.03.2026 10:26registriert März 2025
Ich finde es gut, dass die SBB den Gewinn in die Infrastrukur investiert. Was passiert, wenn man es nicht tut, sieht man bei der Deutschen Bahn.
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Realitäter
11.03.2026 11:22registriert November 2017
Wenn die SBB ...

- ihr Material in schuss halten
- ihren Service aktualisieren
- ihr Angebot pflegen
- ihre Verfügbarkeit halten
- ihren Auftragtreu ausführen

... und dann eine schwarze Null schreiben ist das:

HERVORRAGEND !
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