Brunnen-Wasser mit Fässern und Pumpen entnommen – jetzt greift Veltheim AG durch
In der Aargauer Gemeinde Veltheim werden ab Montag fast alle Brunnen stillgelegt. Dies vermeldet der Gemeinderat in seinem neusten Mitteilungsblatt. Grund dafür sind die Trockenheit – und der unlautere Wasserbezug.
So schreibt die Gemeinde, dass in letzter Zeit teilweise grössere Mengen Wasser aus dem Dorfbrunnen bezogen worden seien – gar mit grossen Fässern oder Tauchpumpen. «Das geht nicht», schreibt die Gemeinde. Sie stellt klar: Wasser aus den Dorfbrunnen dürfe nicht für gewerbliche Zwecke und nicht für grössere Wasserbezüge für private Zwecke verwendet werden.
Vom Entscheid ausgenommen ist der Brunnen beim Volg, wie die Gemeinde erklärt. Wann alle anderen wieder laufen, bleibt vorerst unklar.
Keine einheitlichen Regeln
Wie SRF schreibt, gibt es in den meisten Gemeinden keine offizielle Regelung für den Wasserbezug aus Brunnen. Dies auch aus historischen Gründen: Wie der Präsident des Verbands Aargauer Gemeindeschreiberinnen und Gemeindeschreiber, Michael Widmer, erklärt, seien Brunnen früher zentral für die öffentliche Wasserversorgung gewesen.
Heute ist die Lage anders. Wie viel Bezug von Wasser noch zulässig ist, liege deshalb im Ermessen einzelner Gemeinden. «Wenn man einen Brunnen leerpumpen oder grosse Fässer füllen geht, dann kommt da der Gerechtigkeitssinn der Bevölkerung hervor», sagt Widmer gegenüber SRF. So würden sich Leute daran stören, wenn sich andere einen Gratisvorteil verschaffen.
Veltheim ist derweil kein Einzelfall. Gemäss der «Aargauer Zeitung» hat mit Rüfenach schon eine weitere Gemeinde im Aargau ihre Brunnen stillgelegt – dies bereits seit Anfang Juli. Dies wurde mit der anhaltenden Trockenheit begründet. Zudem rief sie, wie nun auch Veltheim, zu einem verantwortungsvollen Umgang mit Wasser auf. (dab)
