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Die Post baut bis zu 110 Stellen in der Verwaltung ab

Removable containers wait for further transportation by truck or by rail in front of the parcel post center in Frauenfeld in the canton of Thurgau, Switzerland, pictured on October 22, 2003. Ulrich Gy ...
Grund für den Stellenabbau sind Sparmassnahmen. Bild: KEYSTONE

Post will bis zu 110 Stellen streichen ‒ diese Bereiche sind betroffen

07.09.2026, 16:3007.09.2026, 17:53

Die Schweizerische Post hat am Montag Sparmassnahmen angekündigt und will dafür maximal 110 Kündigungen vornehmen. Dies betreffe Mitarbeitende in Management- und Supportfunktionen. Damit will das Unternehmen Kosten senken und die langfristige Finanzierung des Service public sichern. Gewerkschaften kritisierten das Vorhaben.

Der Betrieb und die Kundschaft seien vom Abbau nicht betroffen, versprach das Unternehmen in der Mitteilung. Bis Ende 2027 sollen die Massnahmen umgesetzt werden.

«Der Konzernleitung ist bewusst, dass dieser Plan für betroffene Mitarbeitende schmerzhaft ist», hiess es im Communiqué weiter. Die Post versprach, «umsichtig und sozialverträglich» zu handeln und die Betroffenen verantwortungsvoll zu begleiten. Wenn möglich, soll der Stellenabbau durch natürliche Fluktuationen und Frühpensionierungen aufgefangen werden. Wo erforderlich, werde ein Konsultationsverfahren durchgeführt.

Konzernleiter Pascal Grieder begründete den Schritt mit der Verantwortung, die Post langfristig leistungsstark und eigenwirtschaftlich zu halten. Die Sparmassnahmen sollen dort stattfinden, wo es keinen direkten Einfluss auf die Kunden gibt. Noch habe das Wachstum in den neuen Geschäftsfeldern der Post die sinkenden Erträge nicht kompensieren können.

Briefgeschäft rückläufig

In den ersten sechs Monaten 2026 sei das Briefvolumen um fünf Prozent zurückgegangen, schrieb die Post im August. Damit betrage das Minus im Zehnjahresvergleich bereits 38 Prozent. Dennoch präsentierte das Unternehmen im ersten Halbjahr eine Gewinnsteigerung.

Zuwächse im Paketgeschäft und ein besseres Ergebnis bei Postfinance kompensierten den anhaltenden Rückgang bei den Briefen und den Schaltereinzahlungen. Das Betriebsergebnis (Ebit) kletterte im Vergleich zur Vorjahresperiode von 118 auf 173 Millionen Franken.

Kritik von Gewerkschaften und
Personalverband

Die Gewerkschaft Syndicom und der Personalverband Transfair kritisierten die Ankündigung umgehend. Beide sehen den Abbau als Teil einer Serie von Restrukturierungen. Laut Syndicom waren seit 2025 bereits über 430 Personen von Abbaumassnahmen betroffen.

Transfair sprach von einer «Salamitaktik». Besonders stossend sei der Abbau angesichts des Gewinns im ersten Halbjahr 2026 und einer an den Bund ausgezahlten Dividende von 150 Millionen Franken.

Die Sozialpartner forderten die Post auf, Kündigungen zu vermeiden und stattdessen in die Mitarbeitenden zu investieren. Sie verlangten gezielte Weiterbildungs- und Umschulungsprogramme sowie die interne Weiterbeschäftigung betroffener Mitarbeitender.

«Die Post darf Kündigungen nicht zum Normalfall ihrer Reorganisationen machen», sagte Greta Gysin, Präsidentin von Transfair. David Roth von Syndicom kritisierte, dass die Konzernleitung eine Restrukturierung nach der anderen präsentiere, anstatt das Engagement der Angestellten zu honorieren.

Die Gewerkschaft Syndicom stellte den Stellenabbau zudem in einen grösseren Zusammenhang mit der geplanten Revision des Postgesetzes. Die Post gehöre zu den Befürworterinnen der Vorlage des Bundesrats, welche die Tür für einen weiteren Abbau des Service public öffne.

Die Gesetzesrevision schaffe einen «eigentlichen Abbau-Automaten», so Roth. Die Post ihrerseits begrüsste die Bestrebungen des Bundesrats, die Grundversorgung ab zirka 2035 dynamisch an die Bedürfnisse der Bevölkerung anzupassen. (leh/sda)

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