Schweiz
Rassismus

«... wann wird diese Religion endlich ausgerottet?!?» – Wiler SVP-Politiker verurteilt

Islamfeindlicher Facebook-Post

«... wann wird diese Religion endlich ausgerottet?!?» – Wiler SVP-Politiker verurteilt

24.11.2014, 15:0424.11.2014, 17:33

Die St.Galler Staatsanwaltschaft hat den Wiler SVP-Stadtparlamentarier Mario Schmitt wegen Rassendiskriminierung verurteilt. Schmitt wird mit einer auf Probezeit aufgeschobenen Geldstrafe und einer Busse bestraft. Der Strafbefehl ist noch nicht rechtskräftig.

Mario Schmitt hatte im vergangenen September auf seinem Facebook-Profil eine Meldung über die Enthauptung eines US-Journalisten durch die Terrormiliz des sogenannten Islamischen Staates (IS) verlinkt. Sein Kommentar dazu: «Mir kommt gleich das Kotzen ... wann wird diese Religion endlich ausgerottet?!?»

Bild
screenshot facebook

Die St.Galler CaBi-Anlaufstelle gegen Rassismus reichte gegen die Facebook-Äusserung des SVP-Politikers Anzeige ein. Schmitt wurde nun wegen Rassendiskriminierung zu einer bedingten Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu je 140 Franken und einer Busse von 1000 Franken verurteilt.

Natalie Häusler, Sprecherin der St.Galler Staatsanwaltschaft, bestätigte ein entsprechendes Communiqué der CaBi-Anlaufstelle gegen Rassismus vom Montag. Die islamfeindlichen Äusserungen wiesen eine erbliche Intensität auf, fordere er doch nicht weniger als die Ausrottung einer Weltreligion, heisst es im Strafbefehl.

Er mache in herabsetzender Weise bewusst Stimmung gegen den Islam und damit gegen die Gemeinschaft der Muslime und Muslima, dies nicht nur in der zitierten Äusserung, sondern auch in der weiteren Facebook-Diskussion. (sda)

Kennst du schon die watson-App?

85'000 Menschen in der Schweiz nutzen bereits watson für die Hosentasche. Und die Bewertungen sind top. Willst auch du mit watson auf frische Weise informiert sein? Hol dir jetzt die kostenlose App für iPhone/iPad und Android.

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
10 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
10
«Wir haben allen Grund, uns um die Rechte der Frauen in der Schweiz zu sorgen»
Seit einiger Zeit sieht sich der Kampf für die Gleichstellung der Geschlechter mit einer starken Gegenbewegung konfrontiert. Dieser Backlash zeigt sich sowohl auf politischer Ebene als auch in maskulinistischen Diskursen – und macht auch vor der Schweiz nicht halt, erklärt die Historikerin Pauline Milani.
Wie jedes Jahr seit 2019 bereiten sich Tausende Menschen darauf vor, im Rahmen des feministischen Streiks auf die Strasse zu gehen. Zwar hat der Kampf für die Gleichstellung der Geschlechter in den vergangenen Jahren an Sichtbarkeit gewonnen, doch die Fortschritte stossen auf wachsenden Widerstand: Politik, soziale Medien und antifeministische Strömungen prägen einen zunehmend lauteren Backlash. Die Historikerin Pauline Milani von der Universität Freiburg bezeichnet diese Entwicklung als besorgniserregend, betont jedoch, dass sie keineswegs neu ist. Ein Interview.
Zur Story