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SBB muss 500-Tonnen-Block sichern zwischen Zug und Arth-Goldau

Bahnlinie zwischen Zug und Arth-Goldau bedroht: SBB muss 500-Tonnen-Block sichern

12.05.2023, 17:31

Die SBB haben am Rossberg, knapp 300 Meter oberhalb der Bahnlinie zwischen Zug und Arth-Goldau, einen rund 500 Tonnen schweren Block gesichert, der sich von der Felswand gelöst hatte. Sicherheitshalber wurden zudem zehn Bewohnerinnen und Bewohner von drei Liegenschaften evakuiert.

Felsblock am Rossberg
Die Helfer im Einsatz. Bild: SBB

Fachleute hätten den Felsbock im April bei einem Kontrollgang im steilen Wald oberhalb von Oberarth entdeckt, teilten die SBB am Freitag mit. Der rund 500 Tonnen schwere Block sei aus einer Felsstufe gekippt und rund zehn Meter weit auf eine darunterliegende Terrasse abgerutscht. Nun werde der Block mit Stahlseilen gegen ein Abrutschen gesichert und überwacht, um weitere Bewegungen sofort zu erkennen.

Die Gemeinde Arth im Kanton Schwyz teilte zudem mit, dass sie nach Beurteilung der Situation und in Absprache mit dem Amt für Wald und Natur die präventive Evakuierung von Bewohnerinnen und Bewohnern dreier Liegenschaften im Gebiet Mülimoos und Färnisbüel veranlasst habe.

Wie Guido Gisler vom Arther Gemeindeführungsstab auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA sagte, sind zehn Personen betroffen - darunter Familien mit Kindern. Vorgesehen sei, dass die Evakuierten am 22. Mai wieder in ihre Häuser zurückkehren können. Dieser Terminplan sei aber davon abhängig, wie sich die Lage entwickle. Die Betroffenen konnten laut Gisler bei Bekannten, Verwandten und in Hotels untergebracht werden oder verreisten in die Ferien.

Als Felssturzgebiet bekannt

Der Rossberg ist ein Felssturzgebiet. Die Nagelfluhbänke rutschen, weil der darunterliegende verwitterte Mergel nicht mehr haftet. Eine Rolle spielen auch Brüche im Nagelfluh. Die SBB schützen deshalb die Bahnlinie seit jeher mit zahlreichen Bauwerken wie Dämmen und Schutznetzen, wie sie schreiben.

Mit dem Ausbau der Bahnlinie auf die Doppelspur wurden laut SBB zusätzliche Schutznetze installiert. Diese seien mit einem Alarmsystem ausgerüstet. Bei einem Steinschlag würde die Bahnstrecke sofort gesperrt und der Bahnverkehr umgehend gestoppt, heisst es in der Mitteilung. Zudem begehen und überwachen Fachleute das Gebiet regelmässig.

Goldau wurde 1806 verschüttet

Zu einem richtig grossen Bergsturz war es am Rossberg im September 1806 gekommen. Damals donnerten 36 Millionen Kubikmeter Gesteine und Schutt vom Rossberg ins Tal. Das Material breitete sich aus wie Flüssigkeit und brandete am Gegenhang, der Rigi, bis zu 120 Meter hoch.

Der Bergsturz dauerte nur drei Minuten, doch die Folgen waren verheerend: 457 Menschen wurden getötet, 111 Wohnhäuser zerstört und doppelt so viele Ställe sowie vier Kirchen und Kapellen.

Der Schutt bedeckte 6.5 Quadratkilometer Land. Die Dörfer Goldau und Röthen waren verschwunden. Die Natur eroberte das Gebiet zurück und schuf eine reiche Pflanzenwelt. Auch ein Tierpark hat sich zwischen den grossen Steinblöcken eingerichtet. (sda)

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