Schweiz
SBB

Zug in Bern konnte nicht losfahren – weil er überfüllt war

Zug in Bern konnte nicht losfahren – weil er überfüllt war

09.07.2023, 13:5009.07.2023, 20:42

Am Samstagmorgen kam es am Bahnhof Bern zu chaotischen Szenen, wie die «SonntagsZeitung» berichtet. Der Grund: Niemand wollte aus dem vollen Zug aussteigen, obwohl dazu aufgerufen wurde.

Ursprung des Übels, so die «SonntagsZeitung», sei unter anderem der Ersatzzug gewesen, der nach Zürich habe fahren müssen – eine «normale, eher kurze Komposition» statt des üblichen Doppelstöckers auf dieser Strecke. Eine Augenzeugin berichtete, der ganze Perron sei voll gewesen mit Leuten, «darunter viele mit grossen Koffern auf dem Weg zum Flughafen».

Danach hätten sich alle in den Wagen gedrängt, bis die Gänge «komplett verstopft» waren. Die Folge: eine Durchsage, die darüber informierte, dass der Zug wegen der Überbelegung nicht losfahren könne. Menschen, die nicht in Zeitnot wären, seien dazu aufgerufen worden, auszusteigen. Dem habe allerdings niemand Folge geleistet, berichtet die «SonntagsZeitung» weiter.

ZU DEN JAHRESZAHLEN 2016 DER SBB, AM DIENSTAG, 21. MAERZ 2017, ERHALTEN SIE FOLGENDE ARCHIVBILDER - Reisende begeben sich zu den Zuegen auf den Perrons im Bahnhof Bern, am 12. Mai 2016. (KEYSTONE/Ales ...
Auf den Zug wollten auch viele Leute, die auf dem Weg zum Flughafen waren: ein Archivbild des Bahnhofs Bern.Bild: KEYSTONE

Erst als die nächste Durchsage folgte, seien einige Passagiere ausgestiegen. Die Drohung: Geschehe nichts, würde der Zug komplett ausfallen. Die Verspätung habe sich am Ende auf fast 20 Minuten belaufen. «Jene, die dringeblieben sind, haben alle applaudiert, zum Teil sogar gejohlt», so die Augenzeugin.

Die SBB bestätigen den Vorfall, wie die «SonntagsZeitung» weiter schreibt. «Der reguläre Zug fiel wegen einer Fahrzeugstörung aus, deshalb mussten wir auf einen einstöckigen Dispozug zurückgreifen», so Sprecher Jürg Grob gegenüber der Zeitung. Gemäss dem Sprecher dürfe ein Zug aus Sicherheitsgründen nicht losfahren, wenn die Auslastung der Wagen bei über 160 Prozent liegt. Diese Zahl könne allerdings nur geschätzt werden: «Der Chef oder die Chefin Kundenbegleitung schätzt die Lage ein und entscheidet nach eigenem Ermessen», sagt Grob. Es gehe primär darum, die Fluchtwege nicht zu verstopfen und den Zug im Notfall schnell evakuieren zu können.

(lak)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Warum Simon Ehammer für Olympia 2028 Zehnkampf auf Eis legt
Simon Ehammer hat sich entschieden, bis Los Angeles 2028 voll auf die Karte Weitsprung zu setzen. Heisst gleichzeitig: Der leidenschaftliche Mehrkämpfer und Hallen-Weltrekordhalter bestreitet bis dahin keinen Zehnkampf mehr. Der Entscheid des Appenzellers überrascht. Und ergibt dennoch Sinn.
Weitsprung oder Zehnkampf? Simon Ehammer hat mal wieder die Qual der Wahl. Und wie immer, wenn er diese Entscheidung fällen muss, wird das zu einem beachtlichen Medienereignis. SRF traf ihn am Freitag im Krafttraining in Teufen, am Samstag gab Ehammer telefonisch Auskunft für Radio und Printmedien. Das alles mit Sperrfrist: Erst am Sonntagmorgen durfte Ehammers Umgang mit dem Disziplinen-Dilemma öffentlich kommuniziert werden. Ein Ehammer'scher Weitsprung-Entscheid, perfekt inszeniert und in seiner Wichtigkeit gefühlt fast schon von nationaler Bedeutung.
Zur Story