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Schule - Bildung

Rekordhohe Zahl von Sonderschülern: Kosten explodieren, Lehrer sind am Limit

Ein Schüler der Sonderschule für Seh- und Körperbehinderte SKB in Zürich liest der Klasse einen Menüplan vor.
Ein Schüler der Sonderschule für Seh- und Körperbehinderte SKB in Zürich liest der Klasse einen Menüplan vor.
Bild: KEYSTONE

Rekordhohe Zahl von Sonderschülern: Kosten explodieren, Lehrer sind am Limit

Die Zahl der Sonderschüler hat sich in den letzten 15 Jahren mehr als verdoppelt. Und die Sonderschüler müssen integriert werden. Die Kosten explodieren. Die Lehrer sind überfordert.
18.10.2015, 05:2318.10.2015, 10:28

Die Zahl der Sonderschüler ist in mehreren Kantonen massiv gestiegen. Im Kanton Zürich hat sich die Zahl seit dem Jahr 2000 mehr als verdoppelt. 5067 Kinder und Jugendliche sind aktuell laut Angaben der Bildungsdirektion als Sonderschüler eingestuft – so viele wie noch nie. Ihr Anteil an der gesamten Schülerschaft legte von 1,7 auf 3,7 Prozent zu.

Entsprechend stiegen die Kosten: In knapp zehn Jahren von 240 auf 370 Millionen Franken jährlich. Das Problem kennen auch andere Kantone. In Luzern kletterte die Quote der Sonderschüler seit 2005 von rund 2 auf 3,4 Prozent, inzwischen sind 1335 Kinder Sonderschüler und erhalten intensive Betreuung. Auch das ein Höchststand.

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«Heute wird zu schnell irgendetwas diagnostiziert»

Im Kanton Bern stieg die Zahl von 1641 auf rekordhohe 2406 – eine Zunahme um 50 Prozent. Allein in den letzten fünf Jahren explodierten die Kosten für Sonderschüler im Kanton Bern um 22 Prozent auf jährlich 217 Millionen Franken.

Die Zunahme ist vor allem auf die steigende Zahl von Sonderschülern zurückzuführen, die in die normalen Regelklassen integriert werden, gleichzeitig nimmt die Schülerzahl an den herkömmlichen Sonderschulen kaum ab.

«Heute wird zu schnell irgendetwas diagnostiziert und therapiert», sagt Kaspar Vogel, Präsident des Lehrerverbands Sek ZH und Sekundarschullehrer in Winterthur.

Die Behörden treiben die Integration der Sonderschüler vielerorts voran, ein Folge des Behindertengleichstellungsgesetzes, dem die Schweizer 2002 zugestimmt haben.

Eine gewaltige Aufgabe für die Schulen: Sie müssen nicht nur verhaltensauffällige Kinder in den regulären Unterricht integrieren, sondern auch Schüler mit Lernschwierigkeiten, Autismus-Störungen und tiefem IQ unter 75. (dwi/az)

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