DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Nationalrat Andreas Glarner, SVP-AG, spricht an der Fruehlingssession der Eidgenoessischen Raete, am Montag, 18. Maerz 2019, in Bern. (KEYSTONE/Peter Schneider)

SVP-Nationalrat Glarner provoziert nicht nur im Bundeshaus. Bild: KEYSTONE

SVP-Glarner lässt Telefon von Zürcher Lehrerin Sturm läuten – und kriegt Retourkutsche

Der SVP-Nationalrat hat auf Facebook die Telefonnummer einer Lehrerin veröffentlicht, die einem muslimischen Kind für das Fastenbrechen frei gegeben hatte. Nun wird der Spiess umgedreht.



Der SVP-Nationalrat Andreas Glarner schiesst mal wieder scharf: Der Aargauer hat am Dienstag auf Facebook die Telefonnummer und den Namen einer Zürcher Lehrerin veröffentlicht. Dies mit dem Aufruf, vielleicht «möchte jemand der Lehrerin mitteilen, was man davon hält».

Hintergrund: Die Frau hatte in einem Elternbrief darauf hingewiesen, dass muslimische Kinder während des aktuellen Festes zum Fastenbrechen nicht zur Schule kommen müssen. Dies ohne einen Jokertag einziehen zu müssen.

Bild

Der Aufruf von Glarner blieb nicht ohne Folgen. Wie der Tages-Anzeiger berichtet, läutete das Telefon der Lehrerin Dutzende Male. Dasselbe auf dem Schulsekretariat.

Glarner löschte die Personalien der Lehrerin erst Stunden später von seinem Facebook-Profil. Dies nachdem ihm die Schule offenbar gedroht hat, Anzeige wegen Persönlichkeitsverletzung einzureichen.

Was Glarner womöglich nicht wusste: In der Zürcher Volksschulordnung ist ausdrücklich vorgesehen, dass sich Kinder aller Konfessionen bei hohen religiösen Feiertagen dispensieren lassen können.

Der Aargauer zeigt sich unbeeindruckt. Es kümmere ihn nicht, dass die Lehrerin nun von aufgebrachten Bürgern kontaktiert werde, sagte er weiter zum Onlineportal.

Die Retourkutsche

Die Reaktionen auf das Vorgehen des SVP-Nationalrats fallen harsch aus.

«Entschuldigung, aber würden Sie sich vorher mal schlau machen bevor Sie so was posten? Sie und Ihres gleichen sehen gleich wiederrechtliches Handeln der Lehrerin. Dabei setzt Sie nur um,was per Gesetz beschlossen wurde. Da gibt es nichts zu diskutieren»...

Post auf Glarners Facebook-Seite

...ist einer der harmloseren Kommentare auf den Facebook-Post von Glarner. Andere Kommentatoren werfen Glarner Lynchjustiz vor.

Der Zürcher Blogger Reda El Arbi geht derweil in die Gegenoffensive. «Ich dachte, wir könnten uns telefonisch bei Glarner bedanken»: Auf Twitter veröffentlicht er die Handy-Nummer des Nationalrats. Diese hat Glarner jedoch auch auf seiner privaten Webseite selbst veröffentlicht.

Bild

Nummer geschwärzt.

Glarner, der ewige Provokateur

Der SVP-Nationalrat sorgte auf sozialen Medien immer wieder für Aufsehen. 2018 veröffentlichte er etwa den Auszug einer Klassenliste einer Dübendorfer Schule, auf der nur einer von zwölf Namen nicht ausländisch klang. Später löschte er den Eintrag und entschuldigte sich.

(amü)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

«Niveaulosigkeit vom Feinsten»: Die SVP provoziert an ihrer Party mit K.-o.-Tropfen-Shots

1 / 15
«Niveaulosigkeit vom Feinsten»: Die SVP provoziert an ihrer Party mit K.-o.-Tropfen-Shots
quelle: facebook / facebook
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

SVP-Parteipräsident äussert sich zum Wahl-Debakel

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

«Ein schwarzer Sonntag für kommende Generationen» – die Reaktionen auf das CO2-Nein

Am Sonntag wurde das CO2-Gesetz von der Schweizer Stimmbevölkerung bachab geschickt. Das löste Jubel auf der einen Seite und Ratlosigkeit auf der anderen Seite aus. Die Reaktionen von Medien, Politik und weiteren im Überblick.

Der «Tages-Anzeiger» warnt in seinem Kommentar nach dem Absturz der Klimavorlage vor ernsten Konsequenzen. Der Bundesrat und mit ihm alle Klimaschützer im Land stünden nach dem Volksnein zum CO2-Gesetz vor einem Scherbenhaufen.

Für den Chefredaktor der Blick-Gruppe, Christian Dorer, sind die Menschen für Umweltschutz, solange es nichts kostet und sie nicht einschränkt. So kommentiert er unter dem Titel «Klima retten - bitte ohne mich!» das Nein zum CO2-Gesetz.

Die Redaktion des CH-Media-Verlags …

Artikel lesen
Link zum Artikel