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Das sind die grössten Machos im Bundeshaus – petzen die Softies von der Juso

Der Wahlkampf ist in vollem Gange und treibt munter seine kuriosen Blüten. Die letzte spriesst in der linken Ecke: Auf einer eigens dafür eingerichteten Website empfehlen die Jungsozialisten konservative Nationalräte zur Abwahl. Die Machos reagieren amüsiert bis empört. 



machos juso

Die ersten vier «Machos» (v.l.n.r.): Jürg Stahl (SVP), Ulrich Giezendanner (SVP), Jakob Büchler (CVP) und Martin Candinas (CVP). In den nächsten Wochen schaltet die Juso weitere auf. bild: screenshot/juso.machos.ch

Sie sind gegen Frauenquoten und straflose Schwangerschaftsabbrüche und finden nicht, dass gleichgeschlechtliche Paare Kinder adoptieren sollten: Die 23 Politiker, die die Juso auf ihrer Website in den nächsten Wochen zur Abwahl empfehlen wird. «Wir wollen damit klar machen, wer in der Schweizer Politik die Machos sind: Sie sind unmodern, altmodisch und unfähig, für eine gerechte Schweiz zu kämpfen», schreibt die Juso. «Darum sollen sie im Oktober nicht wieder in den Nationalrat gewählt werden.»

Bis jetzt sind die Nationalräte Martin Candinas (CVP), Jakob Büchler (CVP), Jürg Stahl (SVP) und Ulrich Giezendanner (SVP) als Machos denunziert. Weitere bekannte Namen werden sich in den nächsten Wochen zu den «Bundeshaus-Chauvis» gesellen: Adrian Amstutz, Lukas Reimann, Oskar Freysinger. Sogar Frauen sind darunter, Yvette Estermann, zum Beispiel.

Als Grundlage für die Macho-Analyse dienen sechs gesellschaftspolitische Smartvote-Antworten der Politiker. Die «Machos» haben konservative Einstellungen zur Erhöhung des Rentenalters für Frauen und Männer, zur Frauenquote in börsenkotierten Unternehmen, zur staatlichen Finanzierung von Fremdbetreuung, zum Elternurlaub, zum straflosen Schwangerschaftsabbruch und zum Adoptionsrecht für gleichgeschlechtliche Paare. Zudem finden sie, die Krankenkassen sollten die Kosten für Abtreibungen nicht übernehmen.

«Diese Auswertung ergibt nicht ein umfassendes, aber doch sehr aufschlussreiches Bild der Positionen dieser Politiker im Bezug auf Gleichstellungsthemen», sagt Juso-Präsident Fabian Molina. Man könne die Aufgelisteten deshalb klar als Machos bezeichnen. «Bei diesen Wahlen droht die Macho-Politik noch einmal stärker zu werden», sagt er weiter. «Mit dieser Aktion wollen wir darauf aufmerksam machen.»

«Ist die Juso nicht ganz richtig im Kopf?»

Und was sagen die angeblichen Machos? «Meine Frau fährt immer!», ist Oskar Freysingers Antwort auf die Frage, ob er ein Macho sei. «Wenn man konservativ ist, ist man ein Macho? Ist die Juso nicht ganz richtig im Kopf?» Er jedenfalls sei seiner Frau seit 27 Jahren treu und habe eine tiefe Bewunderung für die weibliche Seite des Lebens. 

Die Juso denunziert Politiker als Machos. Gut oder schlecht?

Adrian Amstutz kann sich nicht wirklich aufregen: «Von den Irrläufern der Juso denunziert zu werden ist eher eine Auszeichnung für mich», sagt er. Er sei für Gleichberechtigung und gegen die frauenentwürdigende Gleichmacherei. Ob Macho oder nicht? Amstutz lacht: «Fragen Sie meine Frau oder meine Töchter.» 

Eine der drei weiblichen Machos, die Luzerner SVPlerin Yvette Estermann, fühlt sich wohl im Club: «Da bin ich ja in guter Gesellschaft», sagt sie, als sie die Namen der anderen Machos hört. «Das stört mich nicht.» Frauenquoten seien für sie eine Erniedrigung der Frau, die Kinderbetreuung privat zu regeln und Abtreibung im Sinne des Schutzes des Ungeborenen abzulehnen. (rar)

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