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SVP: Konrad Langhart kritisiert Roger Köppel und den Stil der Partei

Sieht sich als Bauernopfer: Konrad Langhart, Präsident der SVP des Kantons Zürich, hat nach der Wahlschlappe vom vergangenen Sonntag seinen Rücktritt angekündigt, ebenso wie die beiden Vizepräsidenten ...
Müssen schwere Verluste hinnehmen: Roger Köppel und Konrad Langhart.Bild: KEYSTONE

Der abgetretene Zürcher SVP-Präsident kritisiert den Stil seiner Partei – und Roger Köppel

05.04.2019, 22:3005.04.2019, 22:30

Konrad Langhart war während drei Jahren der Präsident der Zürcher SVP – bis er nach der Wahlschlappe vor zwei Wochen zurücktrat. Dies nachdem SVP-Übervater ein Machtwort gesprochen hatte.

In einem am Freitagabend erschienenen Interview mit dem Tages Anzeiger hat Langhart nun erhebliche Kritik an seiner Partei geäussert.

Gleich neun Sitze hat die SVP im Kanton Zürich verloren. Langhart meint, dass er lediglich eine kleine Mitschuld trage. Die SVP habe auch in allen anderen Kantonen verloren, so Langhart, und das läge an der Themensetzung der nationalen SVP. « [...] für die Themensetzung der SVP kann ich nichts dafür. Die Selbst­bestimmungsinitiative, die den Auftakt für unseren Wahlkampf hätte sein sollen, ist kläglich gescheitert.»

Langhart ist vor drei Jahren als Alternative zu Präsidiumskandidat Claudio Zanetti gewählt worden, der für seinen provokative Art zu politisieren bekannt ist. Man habe gewusst, so Langhart, «dass ich für die etwas andere SVP stehe, die konstruktiv mitarbeitet und nicht nur provoziert und immer zuerst einmal Nein sagt.»

Dieser Stil käme im Zürcher Weinland, wo Langhart einen Landschaftsbetrieb hat, immer weniger gut an. Langhart zum Tages Anzeiger: «Ich kann Ihnen sagen, diese Polemik und Aggressivität geht den SVPlern im Weinland immer mehr auf den Wecker. Früher, als die Partei gewachsen ist, hat deswegen niemand reklamiert. Aber unterdessen merken viele: Diese Polemik hat sich abgenützt.»

Langhart stellt fest, dass er die Partemitglieder aus dem Weinland und diejenigen von der Goldküste nicht hat vereinen können. Diese würden sich im echten Leben gar nie treffen.

Mit einem der prominentesten Vertretern der Goldküsten-Fraktion geht Langhart denn auch hart ins Gericht: Und zwar mit Roger Köppel und dessen Einstellung zur Klimapolitik. «Ich verstehe diese Polemik nicht. Man kann doch nicht alle, die sich Sorgen wegen des Klimas machen, in die gleiche Ecke stellen.»

Es gebe durchaus SVP-Wähler, die sich Sorgen machen würden wegen des Klimas, so Langhart. «Wir Bauern haben letztes Jahr erlebt, wie es ist, wenn es einen Sommer lang nicht regnet.»

Der SVP den Rücken zukehren will Langhart indes nicht. Er sei jetzt schon 33 Jahre Mitglied und dabei bleibe es. Er werde sich falls nötig aber gegen den aktuellen Politstil zur Wehr setzen. Langhart meint: «Es bringt keine Lösungen, wenn wir die anderen angreifen und fertigmachen.» (cma)

Mehr zum Wahldebakel der SVP:

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