In Auto festgehalten: Frau in der Affäre Zali meldete sich bereits vor 5 Jahren
Die Frau, die im Zentrum der Affäre um den zurückgetretenen Tessiner Staatsrat Claudio Zali steht, hat die Polizei bereits fünf Jahre zuvor alarmiert. Gemäss unveröffentlichten Aufnahmen, die von RSI ausgestrahlt und von RTS übernommen wurden, meldete sie im Mai 2021, sie sei bedroht und gegen ihren Willen in einem Auto festgehalten worden.
Die Frau rief wenige Tage nach dem Vorfall die Kantonspolizei an. In der Aufnahme, die am Dienstagabend von der RSI-Sendung «Falò» ausgestrahlt wurde, erzähle sie, sie sei in einem Auto festgehalten und misshandelt worden. Den Namen der Person, die sie beschuldigte, habe sie jedoch nicht nennen wollen. Sie erstattete erst später Anzeige gegen Zali. Das Verfahren wurde nach dem Rückzug dieser Anzeige schliesslich eingestellt.
Generalstaatsanwalt kannte die Nachrichten
Der Tessiner Generalstaatsanwalt Andrea Pagani bestätigte im Beitrag, der am Mittwoch unter anderem im «19h30» von RTS übernommen wurde, er habe damals Einblick in die Nachrichten gehabt, die zwischen der Frau und Zali ausgetauscht worden seien. Er habe erklärt, er habe darin keine Elemente gesehen, die auf ein Offizialdelikt hingedeutet hätten.
Fünf Jahre danach übergab die Frau der Staatsanwaltschaft einen USB-Stick mit zahlreichen Dokumenten. Diese Elemente trugen zur Eröffnung eines neuen Verfahrens gegen Zali wegen Verdachts auf Delikte gegen die sexuelle Integrität bei.
Zali bestreitet Vorwürfe
Zali, der letzte Woche aus der Tessiner Regierung ausgeschieden ist, bestreitet die gegen ihn erhobenen Vorwürfe. Für ihn gilt die Unschuldsvermutung.
Die in den Vorfall involvierte Frau wurde am 18. August tot im Luganersee aufgefunden. Laut den Behörden habe die Autopsie der 52-Jährigen ergeben, dass sie nach dem Konsum von Alkohol und Medikamenten ertrunken sei. Eine Dritteinwirkung sei ausgeschlossen worden. (sda)
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