Fall Claudio Zali: Ertrunkene Frau wies hohen Alkoholspiegel auf
Eine vor Kurzem im Luganersee tot aufgefunden Frau ist unter Alkoholeinfluss ertrunken. Die 52-Jährige hatte zuvor mit der Veröffentlichung von Tonaufnahmen des Tessiner Staatsrats Claudio Zali für Aufsehen gesorgt. Die Obduktion ergab zudem den Nachweis von Beruhigungsmitteln.
Diese Umstände trugen wahrscheinlich zum Tod der 52-Jährigen bei, wie die Tessiner Staatsanwaltschaft am Freitag mitteilte. Die Obduktion habe ergeben, dass die Todesursache «Ertrinken» war. Im Rahmen der gerichtsmedizinischen Untersuchungen wurden bei der Verstorbenen keine natürlichen Erkrankungen festgestellt, die den Tod des Opfers hätten verursachen oder dazu beitragen können.
Die toxikologischen Untersuchungen ergaben einen sehr hohen Blutalkoholspiegel sowie den Nachweis von Benzodiazepinen. Nach Angaben der Ermittler hat diese Kombination «wahrscheinlich die Wachsamkeit, die Koordination und das Bewusstsein» der 52-Jährigen erheblich beeinträchtigt.
Zum jetzigen Zeitpunkt deute nichts darauf hin, dass eine dritte Person an dem Todesfall beteiligt gewesen sei. Die Ermittlungen würden fortgesetzt, insbesondere durch die Untersuchung der gesicherten Spuren und die Einholung von Zeugenaussagen, hiess es weiter.
Der Fall schlug hohe Wellen, da die Frau die Audioaufnahme veröffentlichte, welche zum Rücktritt von Staatsrat Claudio Zali führte. In der vom italienischsprachigen Radio und Fernsehen RSI veröffentlichten Aufnahme vom 21. Juli ist zu hören, wie Zali eine Freundin dazu auffordert, eine Stalkerin zu schlagen, so wie er es selbst getan habe.
Zehn Tage vor ihrem Tod wurde die Frau zudem Opfer eines schweren Übergriffs. Die Staatsanwaltschaft gab in den ersten Tagen nach dem Todesfall nicht offiziell bekannt, dass die Frau hinter der Veröffentlichung der Audioaufnahme steht. (sda)
