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Bär im Engadin von Zug erfasst und getötet



Wieder hat ein Braunbär die Einwanderung nach Graubünden nicht überlebt. Ein vor einer Woche erstmals gesichtetes Jungtier ist in der Nacht auf Samstag im Engadin frontal von einem Zug erfasst und auf der Stelle getötet worden.

Das Bündner Amt für Jagd und Fischerei teilte am Samstag mit, die Kollision zwischen der Lokomotive der Rhätischen Bahn (RhB) und dem Grossraubtier habe sich am späten Freitagabend kurz nach 23 Uhr zwischen Zernez und S-chanf ereignet. Es war der letzte Zug, der unterwegs war.

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Der Braunbär war sofort tot.
pd

Beim tödlich verunfallten Bären handelt es sich um ein 110 Kilogramm schweres Jungtier. Die Universität Bern untersucht den Kadaver und führt genetische Untersuchungen zur Feststellung der Identität durch. Die Lokomotive wurde beim Zusammenprall nicht beschädigt.

Zweiter Zusammenstoss mit Lok

Der mutmassliche Einwanderer aus Norditalien war erstmals letzten Sonntag von einer Privatperson im Unterengadin beobachtet worden. Der Braunbär, erste Vermutungen deuteten auf M32, durchstreifte die Woche über das Tal.

Er sei schnell unterwegs gewesen und habe den neuen Lebensraum erkundet, sagte der Bündner Jagdinspektor Georg Brosi auf Anfrage. Von der Wildhut sei das Tier noch am Freitag, also kurz vor dessen Tod, gesichtet worden.

Es ist in Graubünden nicht der erste Zusammenstoss eines eingewanderten Bären mit einer RhB-Lokomotive. Im Mai 2012 verletzte sich Bär M13 im Unterengadin bei einer Kollision mit der Lokomotive des Spätzuges von Scuol nach Klosters. Der Bär zog sich bei der Kollision Prellungen zu.

Den Ausflug nach Graubünden überlebte das Tier dann letztlich doch nicht. Im Februar 2013 wurde das dreijährige Männchen im Südtal Puschlav von der Wildhut geschossen. Der Bär war mehrmals auf dem Talboden aufgekreuzt und hatte Touristen und Einheimische erschreckt.

Erster Besuch seit einem halben Jahr

Der noch unbekannte und am Freitagabend beim Bahnunfall getötete Braunbär, der möglicherweise M32 war, ist seit Sommer 2005 der 13. Einwanderer nach Graubünden. Zudem ist es das dritte Tier, das den Ausflug in die Schweiz mit dem Leben bezahlen musste.

Vor Braunbär M13 erlegte die Wildhut Mitte April 2008 den Bären JJ3. Das Tier hatte sich nach dem Winterschlaf auf der Suche nach Nahrung immer wieder in bewohnten Gebieten umher getrieben und war nach Ansicht der Jagdbehörden zum Risiko für die Menschen geworden. Geschossen wurde der Bär dann in der Region von Thusis. (sda)

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