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Mehr Wölfe ändern Akzeptanz der Bevölkerung nicht

Umwelt- und Tierschutzorganisationen haben das Referendum gegen das neue Jagdgesetz lanciert. Damit könnten Wölfe auf Vorrat abgeschossen werden, kritisieren sie. (Themenbild)
Ob Wölfe akzeptiert werden hängt vom Wohnort, aber auch von soziokulturellen Werten und Traditionen ab. Bild: AP

Mehr Wölfe schmälern den Rückhalt in der Bevölkerung nicht

Mehr Wölfe, mehr Konflikte, mehr politische Auseinandersetzungen: Dennoch ist die Akzeptanz der Tiere in der Schweizer Bevölkerung laut einer Studie nicht gesunken.
05.11.2026, 10:2605.11.2026, 10:26

Zwischen 2015 und 2023 blieb sie landesweit fast unverändert, wie eine Studie von Forschenden der Universität Zürich und der Stiftung Kora zeigt, die im Fachjournal «Biological Conservation» erschienen ist. Als «erstaunlich stabil» bezeichnet Kora die Einstellungen zum Wolf in einer Mitteilung vom Donnerstag.

Die erste Befragung fand im Jahr 2015 zu jenem Zeitpunkt statt, zu dem sich die Wölfe gerade wieder in der Schweiz ausbreiteten. Die zweite folgte 2023. Damals gab es bereits mehr als 30 Wolfsrudel. Der Anteil der Befragten, die klar gegen Wölfe waren, sank laut Kora in dieser Zeit leicht von 37,5 Prozent auf 31,8 Prozent.

Stadt und Land bleiben gespalten

Grosse Unterschiede in der Haltung zum Wolf zeigten sich zwischen den Wohnorten. Die Höhenlage war dabei der wichtigste Faktor für die räumlichen Unterschiede in der Akzeptanz. In Berggebieten ist die Akzeptanz deutlich tiefer als im Flachland. Auch in ländlichen Gebieten werden Wölfe weniger akzeptiert als in Städten.

Faktoren wie die Nähe zu Wolfsvorkommen, die Dauer der Wolfsanwesenheit oder die Nähe zu Nutztierrissen wiesen hingegen nur eine minimale Erklärungskraft für das Akzeptanzniveau auf. Lokale Rissereignisse führten nicht zwangsläufig zu einer geringeren Toleranz.

Die Forschenden erklären dies in der Studie damit, dass die Einstellung zum Wolf weniger durch persönliche Erfahrungen oder konkrete Nutztierrisse bestimmt wird, sondern primär auf tief verwurzelten soziokulturellen Werten, Traditionen der Landnutzung und dem lokalen Gemeinschaftsdiskurs beruht.

Eine weitere solche Befragung will Kora in den Jahren 2027 und 2028 durchführen.

https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0006320726003046?via%3Dihub (sda)

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