Schweiz
TV

Regionale Radio- und TV-Stationen erhalten mehr Gebührengeld

Regionale Radio- und TV-Stationen erhalten mehr Gebührengeld

Konzessionierte Lokalradios und Regionalfernseh-Stationen erhalten vom kommenden Jahr an mehr Geld aus den Empfangsgebühren.
04.11.2026, 13:0204.11.2026, 13:02

Neu gibt es auch Bundesgeld für allgemeine Fördermassnahmen, etwa für die Aus- und Weiterbildung von redaktionell tätigen Medienschaffenden und Nachrichtenagenturen.

RSI (Radio and Television Svizzera Italiana) TV and radio studios are exceptionally open to the public for an open day. Visitors have the opportunity to visit the new radio studios, following the move ...
Lokalradios und Regionalfernseh-Stationen erhalten künftig mehr Geld.Bild: keystone

Die vom Bundesrat am Mittwoch beschlossenen Neuerungen treten am 1. Januar 2027 in Kraft. Beschlossen wurden die nötigen Änderungen im Radio- und Fernsehgesetz Ende 2025 vom Parlament.

Für Lokalradios mit Konzession und für regionale Fernsehstationen gibt es nun 7 Prozent des gesamten Ertrages aus der Empfangsgebühr. Damit stünden zusätzliche rund 9 Millionen und insgesamt 95 Millionen Franken zur Verfügung, schreibt der Bundesrat.

Rahmen nicht voll ausgeschöpft

Er schöpft mit der Erhöhung den vom Parlament gesetzten Rahmen aber nicht voll aus. Denn die Räte hatten für den Anteil von regionalen und lokalen Sendern aus der Empfangsgebühr eine Bandbreite zwischen 6 und 8 Prozent vorgegeben. Aktuell sind 4 bis 6 Prozent der Gebühreneinnahmen für lokale und regionale Sender reserviert.

In der allgemeinen Medienförderung legte der Bundesrat zudem die Beiträge für 2027 und 2028 fest. Pro Jahr stehen für Aus- und Weiterbildungsinstitutionen für redaktionell tätige Medienschaffende pro Jahr 1,5 Millionen Franken bereit. Die Institutionen müssen unabhängig sein und die Ausbildungen dauerhaft und praxisnah sein.

Für Leistungen von Nachrichtenagenturen wie Keystone-SDA und Agenturen für audiovisuelle Inhalte stehen 6 Millionen Franken jährlich bereit. Selbsthilfeorganisationen wie den Presserat kann der Bund mit 500'000 Franken im Jahr unterstützen.

Laut dem Parlamentsentscheid dürfen die geförderten Institutionen höchstens die Hälfte ihrer Ausgaben mit den Subventionen des Bundes decken. Die andere Hälfte müssen sie anderweitig einnehmen. Fördergesuche können beim Bundesamt für Kommunikation (Bakom) eingereicht werden.

Ebenfalls auf Anfang 2027 in Kraft gesetzt werden die neuen gesetzlichen Vorgaben für die Zusammenarbeit der SRG mit der Branche für filmtechnische Dienstleistungen. Auch diesen Auftrag hat er vom Parlament erhalten.

Künftig weniger Gebühreneinnahmen

Der aus den Gebühreneinnahmen gefüllte Topf wird künftig allerdings kleiner. Heute beträgt die Empfangsgebühr für Radio und Fernsehen 335 Franken pro Haushalt und Jahr. Der Bundesrat hat jedoch entschieden, die Haushaltsabgabe bis 2029 auf 300 Franken zu senken und zahlreiche Unternehmen von der Abgabe zu befreien.

Er tat dies unter anderem, um die sogenannte Halbierungsinitiative zu kontern, die eine Senkung der Abgabe auf 200 Franken zu senken und Unternehmen vollständig von der Abgabe zu befreien. Die Initiative wurde im vergangenen März an der Urne deutlich abgelehnt. (sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Raoul Weil vor Gericht
4'000'000 Seiten Beweismaterial gegen Ex-UBS Banker 
Neues im Fall Raoul Weil: In Florida treffen sich die Anwälte vor Gericht. Der Staatsanwalt rückt mit vier Millionen Seiten Beweismaterial an. 
Raoul Weil ist in den USA wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung angeklagt. Der 54-Jährige hatte Anfang Januar vor dem US-Bundesgericht in Fort Lauderdale in Florida auf nicht schuldig plädiert. Der Richter ordnete daraufhin die Beweisaufnahme an. An der Konferenz vom Mittwoch gibt das Gericht den beiden Parteien Gelegenheit, über den Fortschritt der Verhandlungen und der gegenseitigen Einsicht in das vorhandene Beweismaterial zu orientieren. Weil muss dabei nicht anwesend sein. 
Zur Story