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Lawyer David Mandel, right, walks with his client, Raoul Weil, 54, the former top executive with Swiss bank UBS AG, Tuesday, Jan. 7, 2014, in Fort Lauderdale, Fla. Weil, who was a fugitive for years, pleaded not guilty to U.S. fraud conspiracy charges stemming from a broad federal tax evasion investigation. Weil entered the plea in a Florida courtroom to charges first filed in 2008. Prosecutors say Weil, who left UBS in 2009, conspired as its chief of Global Wealth Management to hide $20 billion in assets from the Internal Revenue Service using secret overseas accounts for thousands of wealthy customers. (AP Photo/J Pat Carter)

Anwalt David Mandel begleitet Raoul Weil am 7. Januar 2014 zur Anhörung in Fort Lauderdale. Bild: AP

Raoul Weil vor Gericht

4'000'000 Seiten Beweismaterial gegen Ex-UBS Banker 

Neues im Fall Raoul Weil: In Florida treffen sich die Anwälte vor Gericht. Der Staatsanwalt rückt mit vier Millionen Seiten Beweismaterial an. 



Raoul Weil ist in den USA wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung angeklagt. Der 54-Jährige hatte Anfang Januar vor dem US-Bundesgericht in Fort Lauderdale in Florida auf nicht schuldig plädiert. Der Richter ordnete daraufhin die Beweisaufnahme an. An der Konferenz vom Mittwoch gibt das Gericht den beiden Parteien Gelegenheit, über den Fortschritt der Verhandlungen und der gegenseitigen Einsicht in das vorhandene Beweismaterial zu orientieren. Weil muss dabei nicht anwesend sein. 

Im Vorfeld des Termins hat die Staatsanwaltschaft durchblicken lassen, mit welcher Masse an Dokumenten sie für einen Prozess gegen den Top-Banker anrücken will. In der Antwort auf den richterlichen Befehl für Beweisaufnahme schreibt Staatsanwalt Mark Daly, die US-Regierung sei im Besitz von über 3,8 Millionen Seiten mit Daten von US-Steuerzahlern mit UBS-Konten. Diese könnten als Beweismaterial zugelassen werden.

Weil als Zeuge gegen Schweizer Banken

Die Staatsanwaltschaft will auch auf eine Untersuchung des amerikanischen Kongresses über Offshore-Steuerhinterziehung zurückgreifen - 7908 Dokumente mit 211'803 Seiten. Weiter führt Staatsanwalt Daly über 8600 Dokumente der Steuerbehörden IRS über die transatlantischen UBS-Geschäfte als Beweismaterial ein. Zwei Zeugen gegen den Banker In der Antwort der Staatsanwaltschaft heisst es, man habe Weil die Abkommen auf Verzicht auf Strafverfolgung zweier Zeugen gezeigt, die im Prozess eingesetzt werden könnten.

Experten erwarten, dass die US-Ermittler versuchen, auch Weil als Zeugen gegen andere Schweizer Banker zu gewinnen. Den Beginn des Prozesses hat Richter James Cohn auf den 18. Februar angesetzt. Bis dahin bleibt den Parteien Raum für Verhandlungen über eine Einigung. Das Gericht forderte die Anwälte dazu auf, immer zu prüfen, ob eine Einigung direkt zwischen dem Angeklagten und der Staatsanwaltschaft gefunden werden kann, bevor das Gericht eingeschaltet werden muss. Plädoyer auf unschuldig Laut Aaron Marcu, dem Hauptanwalt Weils, hat sein Klient jegliches Fehlverhalten konsequent abgestritten. Er erwarte, dass Weil freigesprochen werde.

Mit 780 Millionen Dollar freigekauft

Im Falle einer Verurteilung drohen Weil bis zu fünf Jahre Gefängnis. Die US-Behörden werfen Weil vor, zwischen 2002 und 2007 rund 17'000 reichen US-Bürgern dabei geholfen zu haben, Vermögen im Wert von 20 Milliarden Dollar vor dem Fiskus zu verstecken. Sein damaliger Arbeitgeber UBS konnte sich 2009 mit der Zahlung von 780 Millionen Dollar und der Lieferung von rund 4500 Kundennamen von einer Strafverfolgung freikaufen.

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