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Moderator Franz Fischlin, rechts, im Gespraech mit Carolina Mueller-Moehl, Praesidentin der Jury, waehrend der Preisverleihung des Swiss Economic Award 2014, waehrend dem Swiss Economic Forum (SEF) am Freitag, 6. Juni 2014, in Interlaken. (KEYSTONE/Marcel Bieri)

«Tagesschau»-Moderator Franz Fischlin mit Carolina Müller-Möhl am Swiss Economic Forum im vergangenen Jahr. Bild: KEYSTONE

Kommentar

Kommentar: SRF soll weniger Moderatoren beschäftigen und sie fürstlich bezahlen

Der Zusammenbruch von Cornelia Boesch vor der Kamera ist Ausdruck einer verkappten Star-Kultur, die unter den Moderatoren des SRF grassiert. Dieser gehört endlich der Garaus gemacht. 

Den letzten halbherzigen Versuch unternahm der ehemalige Medienminister Moritz Leuenberger kurz vor seinem Rücktritt: Er wollte durchsetzen, dass die Moderatoren des Fernsehens die Abgaben aus ihren nebenamtlichen Moderationsaufgaben an die SRG zurückfliessen lassen. Die Begründung: Die Moderatoren verdienten sich mit der Bekanntheit, die sie dank gebührenfinanzierter Sender erlangt haben, eine goldene Nase.  

Leuenberger hat mit diesen Äusserungen seinem Unmut über das asoziale Verhalten der SRF-Stars Ausdruck geben wollen. Die bekanntesten SRF-Gesichter wie Stefan Klapproth, Kurt Aeschbacher, Rainer-Maria Salzgeber oder Franz Fischlin garnieren locker 10'000 Franken und mehr für einen Abend privaten Moderations-Engagements.  

Mit einem Abend im Monat können die Moderatoren ihr Monatsgehalt verdoppeln, und ihre Löhne sind nicht hoch genug, als dass dies komplett verwerflich wäre. Ein Tagesschau-Sprecher verdient einen normalen Redaktoren-Lohn von um die 120'000 Franken im Jahr und eine Moderationszulage von 500 Franken im Monat. Das lässt die Privat-Engagements nicht komplett unmoralisch aussehen. Schliesslich hat die Bekanntheit, die durch die häufige Bildschirmpräsenz entsteht, nicht nur positive Seiten. 

Dennoch muss dieses System der halbamtlichen Moderatoren durch ein klassisches Anchor-Modell ersetzt werden. Und zwar aus drei Gründen:

Zum einen gibt SRF nicht bekannt, wie viele Bewilligungen für solche ausserdienstliche Moderationseinsätze erteilt werden. Das ist bürokratische Intransparenz, die gegenüber dem Gebührenzahler durch nichts zu rechtfertigen ist. 

Zum anderen ist nicht klar, für welche Organisationen oder Firmen die Moderatoren ausserdienstlich arbeiten. Das ist journalistische Intransparenz, die gegenüber dem Konsumenten der Informationsformate durch nichts zu rechtfertigen ist. 

Und zum dritten führt das System zu Situationen wie in der gestrigen «Tagesschau», als die Moderatorin während der Sendung zusammenbrach. Ihre halb- beziehungsweise viertelamtlichen Moderations-Kollegen waren in den Ferien. Der Druck, die Sendung zu machen, war gross. Was wenn eine als «Notfall-Variante» bezeichnete jüngere, vielleicht sogar talentiertere Kollegin eine Sternstunde gehabt hätte? 

Solche Überlegungen macht sich jeder und jede, ob er oder sie will oder nicht. Das viel zu grosse Moderatoren-Karussell dreht bisweilen schnell, viele Kandidaten warten auf ihre grosse Chance und wollen diese nutzen, um mit der zusätzlichen Bekanntheit ebenfalls an die Honigtöpfe der privaten Moderations-Anlässe zu kommen. 

Der Zusammenbruch von Cornelia Boesch ist ein guter Anlass, dieser scheinverschupften, unehrlichen und intransparenten Starkultur der SRF-Moderatoren, die sich als normale Redaktoren mit Moderationszulage ausgeben, endlich ein Ende zu machen. 

Zwei klassische Star-Anchors pro Sendung reichen. Sie sollen über langjährige Verträge abgesichert und fürstlich entlöhnt werden. Und dafür zuverlässig ihren Job machen. 

Und sonst nichts. 

Tagesschau abgebrochen



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    Alle Leser-Kommentare
  • amberli 26.01.2015 23:01
    Highlight Highlight Schusch no problem? Umgheit, ufgstande, wiitermache. Guet, gaht's ihre wieder guet. Isch halt die Tagesschau mal chli frühener fertig gsi. Git ja no e Spatusgob. What is the fuzz about it?
    Und zum Kommentar: ja was. Fählt grad no, dass mer dur no weniger Moderatore d' Ersetzbarkeit no verschwieriget (schöns wort ❤️
    • amberli 26.01.2015 23:39
      Highlight Highlight sorry, z'früeh abgschickt...
      ) und die wenigere händ denn grad no en höchere Starquotient (au e schöns wort). mir isch ehrlich gseit gliich, wer d'Nachrichte moderiert. Hauptsach objektiv, usgwoge, ehrlich und professionell. En Moderator uf en Sockel stelle und ihm defür no meh zahle, find' ich persönlich denäbed. Wieso nöd de Näbeverdienscht plafoniere und transparenter mache? (wenn überhaupt. Isch doch legitim, dass mer sini Bekanntheit und sini Fähigkeite z'moderiere au suscht no isetzt.)
      Isch watson da chli billagniedisch (luter schöni Wörter) igstellt? halt ursprünglich doch print? ;-)
  • #10 26.01.2015 18:01
    Highlight Highlight Wenn Sie schon derart unbeweisbare Kausalitäten in den Raum stellen, Maurice Thiriet, dann sagen Sie uns doch bitte: wie viele derartige lukrative Moderations-Jobs hat den Cornelia Boesch Ihrer Recherche zufolge in den letzten Monaten absolviert? Wann und wo? Oder haben Sie eventuell gar nicht weiter recherchiert, weil SRF ihnen keine Auskunft geben wollte? Ist es dann okay, Sie als *halbamtlichen Journalisten" zu bezeichnen?
  • The Destiny // Team Telegram 26.01.2015 17:20
    Highlight Highlight @Thierit

    Nein danke wir brauchen keine Schauspieler die nicht mit den Wimpern zucken egal welche lügen Ihnen jetzt vorgesetzt werden, so wie in den USA, man sehe FOX news und andere.

    • Sally Tomato 26.01.2015 18:27
      Highlight Highlight Err... SRF ist zum glück nicht so ganz Fox, dennoch ist es der gleiche abklatsch wie bei allen anderen sendern. Ich wünsche mir echte nachrichten, die wahrheit, nicht diesen brei, von jenen die entscheiden was wir hören sollen/dürfen. 1984 dear... ist nach wie vor aktuell, leider.
  • Alfons Gschwind 26.01.2015 17:12
    Highlight Highlight Sie machen aus einer Mücke einen Elefanten Herr Thiriet. Damit will ich nicht etwa den gestrigen Zusammenbruch von Frau Boesch verharmlosen (an dieser Stelle gute Besserung!) doch Ihre Mutmassungen und Pseudoaufdeckungsstory sind meiner Meinung nach schon fast peinlich. Ein Zwischenfall wie gestern kann immer passieren, eigentlich mehr ein Anlass um das Tagesschauteam zu Loben das es die allererste Sendung war die abgebrochen werden musste. Sind wir doch froh haben wir solch kompetente Leute die den Job auch ohne "Star-Anchor-Gage" machen anstatt ihnen Intransparenz vorzuwerfen...
  • Brueghel 26.01.2015 16:40
    Highlight Highlight Sehr geehrter Herr Redakteur. Schätzen Sie sich glücklich, dass Sie und wir mit Ihnen keine größeren Sorgen haben. Trinken Sie nächstes Mal eine Tasse Tee und sehen Sie von solcherlei überflüssigem Kommentar ab.
  • stadtzuercher 26.01.2015 16:26
    Highlight Highlight Meiner Meinung nach braucht das SRF keine 'Stars' zum moderieren. Allenfalls werden mal Stars daraus. Aber ein Staatsfernsehen hat einen anderen Auftrag, als Stars zu beschäftigen und entlöhnen, es ist nicht Hollywood.
    ps. Star-Anchors, so ein peinlicher Ausdruck. Haben wir dafür auch einen Deutschen Ausdruck?
  • malu 64 26.01.2015 16:17
    Highlight Highlight Was sind schon Fr. 120'000.- im Jahr? Sie arbeiten Schicht. Von Mittag bis 21 Uhr oder bis nach Mitternacht. Zudem noch Samstag und Sonntag. Zudem braucht es rethorisch und intellektuell schon einiges um diesen Job perfekt zu meistern. Der Neid des Watson Journalisten ist deutlich zu spüren.
  • Dewar 26.01.2015 16:10
    Highlight Highlight Diesen Kommentar von Herrn Thiriet finde ich etwas respektlos. Cornelia Boesch - die immerhin vor laufender Kamera und Millionen Zuschauern zusammengebrochen ist - vorzuwerfen, sie hätte aus Angst, jemand Jüngeres könnte ihr die Show stehlen, trotz Krankheit moderiert, finde ich sehr anmassend. Dass die Zusatzverdienste etwas dubios scheinen, mag sein, aber den Moderatoren wird genau wegen dieser Verdienste von der SRG bewusst weniger Lohn bezahlt. Für den Steuer/Billagzahler ist dies sogar besser, da die Gagen für externe Moderationen von Privaten und Firmen übernommen werden!
    • Grigor 26.01.2015 16:30
      Highlight Highlight Was ist aus ihrer Sicht der Grund warum sie, kurz vor dem Zusammenbruch stehend, die Sendung moderierien wollte? Oder musste sie es sogar? Was ist schlimmer? Bitte sich ein paar Fragen stellen (also denken) bevor sie Antworten darauf geben.
    • Dewar 26.01.2015 16:49
      Highlight Highlight Grigor: Weil ich davon ausgehe, dass sie sich davor absolut im Stande fühlte, die Moderation durchzuziehen. Ich kann nur für mich selbst sprechen, aber was mich angeht, lasse ich meine Kollegen nicht gerne im Stich, auch wenn es mir nicht perfekt geht. Auch gehe ich davon aus, dass sie nicht vorhersehen konnte, dass sie zusammenklappen würde (können Sie das etwa?) und hat ganz bestimmt nicht bewusst in Kauf genommen, dass man sie und die ganze Tagesschau-Crew am nächsten Tag in der Presse angreift, wie das im Moment gerade geschieht.

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