DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Marcus Signer und Sarah Spale ermitteln als Manfred Kägi und Rosa Wilder in einem komplexen Kriminalfall.
Marcus Signer und Sarah Spale ermitteln als Manfred Kägi und Rosa Wilder in einem komplexen Kriminalfall.Bild: srf

Leute, hier kommt unsere fantastische neue TV-Ermittlerin aus «Wilder»

Die Basler Schauspielerin Sarah Spale ist ab Dienstag Rosa Wilder. Und damit die Titelfigur der besten Serie, die je in der Schweiz gedreht wurde.
02.11.2017, 16:4214.11.2017, 13:28
lory roebuck / Aargauer Zeitung

Schnee und Krimis passen fabelhaft zusammen. Unter dem prächtigen Weiss kann alles Mögliche verborgen liegen: Blut, Leichen und andere dunkle Geheimnisse.

Das kennen wir aus skandinavischen Krimis, aus Serien wie «Fargo» oder «Trapped». «Wilder» folgt nun dem Beispiel. Die brandneue SRF-Krimiserie spielt in einem eingeschneiten Tal im Berner Oberland, im fiktionalen Bergdorf Oberwies. Ein magischer Ort, aber auch ein bedrohlicher. Denn 30  Jahre zuvor hat dort ein Bergsturz zwölf Schulkinder unter sich begraben.

Unter den Opfern war damals Rosas Bruder. Rosa Wilder, gespielt von Sarah Spale, ist eine Polizistin mit Ambitionen: Sie möchte sich in Kalifornien zur Profilerin weiterbilden. Doch dann wird ein prominenter Dorfbewohner ermordet, genau an jenem Tag, als ein reicher arabischer Investor in Oberwies sein Luxushotel-Projekt vorstellt. Gleichzeitig verschwindet die Tochter des Investors spurlos. Das kleine Bergdorf gerät international in die Schlagzeilen. Rosa nimmt sich des Falls an – und legt ihre grossen Pläne zuerst einmal auf Eis.

«Wilder» – das sind Menschen im Schnee, die krasse Probleme haben.
«Wilder» – das sind Menschen im Schnee, die krasse Probleme haben.bild: srf/oscar alessio

Wir treffen Rosa-Darstellerin Sarah Spale in einem Basler Café und äussern den Anfangsverdacht, dass sie einst vor einer ähnlichen Entscheidung stand. Viereinhalb Jahre ist es inzwischen her, dass die heute 37-jährige Baslerin an der Seite von Oscar-Preisträger Jeremy Irons eine Schlüsselrolle in der Bestsellerverfilmung «Nachtzug nach Lissabon» spielte. Spale stand vor dem internationalen Durchbruch – verschwand dann aber von der Bildfläche.

Jetzt auf

«Die Familie hat Vorrang», sagt Spale, die seither zum zweiten Mal Mutter geworden ist, sich zur Primarlehrerin ausbilden liess und seit drei Jahren in einem Jugendzentrum arbeitet. «Und nach ‹Nachtzug nach Lissabon› kamen gar nicht so viele Rollenangebote rein.» Enttäuscht habe sie das nicht, winkt Spale ab. «Ich bin nicht der Typ, der seine Karriere forciert. Ich habe zum Beispiel gar keinen Agenten. Es ist umgekehrt: Wenn etwas auf mich zukommt, das ich toll finde, lasse ich mich darauf ein, wie jetzt mit ‹Wilder›.»

Die Serie stammt aus der Feder von Béla Batthyany und Alex Szombath und ist keine gewöhnliche Sonntagabendkiste – sondern ein hochwertig produzierter Krimi, der sich hinter Netflix und Co. nicht verstecken muss. Sein komplexer Fall entfaltet sich über sechs knapp einstündige Episoden.

Der Investorentocher Amina (Amira el Sayed) geht's so schlecht, wie sie schön ist. Also sehr.
Der Investorentocher Amina (Amira el Sayed) geht's so schlecht, wie sie schön ist. Also sehr.bild: srf/pascal mora

Sarah Spale ist in ihrer bisherigen Schauspielkarriere nie eine derart grosse Verpflichtung eingegangen. Zur Vorbereitung auf den Dreh musste die Baslerin intensiv Berndeutsch büffeln und mittels Krafttraining ihre zierliche Figur kräftigen. Und auf Anraten von «Wilder»-Regisseur Pierre Monard hin setzte sich Spale mit den internationalen Krimiserien «Broadchurch» und «Top of the Lake» auseinander. In beiden steht ebenfalls ein weiblicher Ermittler im Vordergrund.

Das sei ein Schlüsselerlebnis gewesen, erzählt Spale. «Oft haben wir doch dieses Bild von Polizistinnen: breitbeinig, mit Lederjacke, sehr männlich. Doch bei ‹Top of the Lake› war das anders.» Ihr hat imponiert, wie die Kommissarin, gespielt von Elisabeth Moss, vor versammelter Truppe auch unsicher wirken konnte, ohne an Glaubwürdigkeit zu verlieren. «Bei Rosa ist das ja ähnlich. Sie ist eine junge Frau und von der Statur her eher fein. Aber sie wirkt als Polizistin nie am falschen Ort.»

Der aufgebrachte Bauer im Bild ist ausgerechnet Rosas Vater Paul Wilder (Andreas Matti).
Der aufgebrachte Bauer im Bild ist ausgerechnet Rosas Vater Paul Wilder (Andreas Matti).bild: SRF/Samuel Truempy

Die Männer in Oberwies – der Gemeindepräsident, der Tankstellenwart, sogar Rosas Vater – sind fast alle mürrisch, vorlaut und stur. Was braucht eine Ermittlerin, um sich unter ihnen zu behaupten? «Muss sie das?», fragt Spale zurück. «Rosa macht einfach ihr Ding und lässt sich von diesen Männern nicht einschränken, auch wenn sie sich schwer damit tun, Rosa ernst zu nehmen.» Wenn die Männer die Ermittlerin abschätzig als Rosle ansprechen, als wäre sie noch ein kleines Kind, lässt Rosa das einfach an sich abprallen.

Sarah Spale spielt das alles angenehm unaufgeregt, nie aufdringlich, immer souverän. «Was mich an Rosa fasziniert», sagt die Darstellerin, «ist die innere Spannung. Sie ist einsam und sehr verletzlich, gleichzeitig selbstständig und stark.» Im Vergleich zum eher impulsiven Bundeskriminalpolizisten Kägi (Marcus Signer), der an der Aufklärung des Mordes beteiligt ist, hört Rosa auf ihre Intuition. «Stärke ist ja nicht nur etwas Äusserliches», sagt Spale. «Ein sensibles Wesen hat in einer Ermittlung genauso Platz.»

Kurz vor der Fernsehpremiere von «Wilder» sei sie jetzt etwas nervös, gibt Sarah Spale zu. Denn die Anspannung würde sich nicht nur über einen Abend erstrecken, sondern über sechs Wochen. Dabei weiss sie genau, was einen guten Krimi ausmacht: «Ich mag es, wenn man als Zuschauer lange im Dunkeln tappt.» Spale lacht. «Mein Mann hat bei ‹Wilder› bis zum Schluss falsch getippt.»

«Wilder» 6 Episoden à ca. 57 Minuten. Ab 7. November jeweils Dienstags auf SRF 1.

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Schweiz ist nicht mehr das am meisten globalisierte Land der Welt

Die Niederlande hat die Schweiz als das am meisten globalisierte Land der Welt abgelöst. Das Trio wird in dem am Montag publizierten Globalisierungsindex der Konjunkturforschungsstelle KOF der ETH Zürich von Belgien komplettiert.

Zur Story