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Stürmisches Video aus Arosa: Hier pustet Sturmtief «Susanna» fast die Sessel vom Stahlseil 



Die starken Winde halten Polizei und Feuerwehren seit Montag auf Trab. Mit dem Tief «Susanna» kamen im Verlaufe des Dienstags und in der Nacht auf heute erneut stürmische Winde auf. Die Solothurner Fasnacht fand deshalb ohne Wagen statt und in Schwyz wurde das Feuerwerk abgesagt. In Arosa wütete der Sturm derart stark, dass die Sessellifte ordentlich ins Wanken gerieten und beinahe vom Stahlseil gepustet wurden. 

«Susanna» fegt über Arosa hinweg. 

Doch die Bergbahn hielt «Susanna» stand. «Die Sessel sind noch dort, wo sie sein sollten, sie sind nicht aus der Verankerung gerissen worden», melden die Bergbahnen Arosa auf Anfrage. «Solche Szenen gibt es in den Bergen öfters, normalerweise werden sie aber nicht gefilmt.» Der Lift, der im stürmischen Video zu sehen ist, bleibt jedoch vorerst geschlossen. Es müsse nun geprüft werden, ob keine Schäden entstanden seien, heisst es seitens der Bergbahnen Arosa weiter. 

Umgekippte «Toi-Toi»-Häuschen

Bei der Kantonspolizei Bern gingen rund 30 Meldungen wegen des Sturms ein. In Lyssach wurde am Montagabend ein Chauffeur verletzt. Sein Lieferwagen war frontal mit einem umgestürzten Baum kollidiert. Die Ambulanz brachte ihn ins Spital. Bereits am Montagmittag war ein Autofahrer im Simmental verletzt worden. Ein Baum war auf seinen Wagen gestürzt.

Die Feuerwehren und die Polizei standen auch in den beiden Basel im Einsatz. In Basel-Stadt fiel unter anderem eine Glasscheibe von einem Gebäude und beschädigte ein parkiertes Auto. Zudem wurden drei Bauabschrankungen, zwei WC-Häuschen und eine mobile Baustellenampel umgeweht. Über verletze Personen war in beiden Basel zunächst nichts bekannt.

Im Kanton Jura und im Berner Jura waren 6300 Haushalten am Nachmittag vorübergehend ohne Strom, wie der Berner Stromkonzern BKW mitteilte. Ursache für die Unterbrüche waren umgestürzte Bäume, die auf Leitungen gefallen waren. Einzelne Kunden seien aber weiterhin ohne Strom.

Ein bisschen Schnee für Zürich

Das Sturmtief Susanna sorgte für Spitzengeschwindigkeit bis zu 150 km/h, gemessen auf dem Neuenburger Chasseral. Nach Zahlen von «Meteo News» waren die Windböen auch in tiefen Lagen heftig. In Delsberg wurde eine Orkanböe von 124 km/h, in Schaffhausen 120 km/h und in Aesch BL 115 km/h registriert.

«Der starke Westwind kombiniert mit dem Föhn hat für Turbulenzen gesorgt», sagt Klaus Marquardt von «Meteo News» auf Anfrage. Der Sturm habe im Verlaufe der Nacht zwar nachgelassen, dennoch sei der Wind auch heute im Flachland noch vielerorts deutlich spürbar.

«Der starke Westwind kombiniert mit dem Föhn hat für Turbulenzen gesorgt»

Klaus Marquardt, «Meteo News»

Nebst dem Sturm hat die Kaltfront aus dem Westen auch deutlich tiefere Temperaturen mitgebracht. «Wurde gestern auf 2000 Metern noch null Grad gemessen, so muss auf dieser Höhenlage heute mit Temperaturen um zehn Grad unter null gerechnet werden», so Marquardt. Auch in den Föhntälern sei es rund zehn Grad kälter als gestern.

Für viel Neuschnee habe das Sturmtief Susanna indes nicht gesorgt, erklärt der Meteorologe weiter. Lokal habe es aber dennoch für eine weisse Decke gereicht. So zum Beispiel in Zürich, wo sich der Hausberg Üetliberg heute Mittwoch einen prächtigen Wintermantel übergestreift hat. 

Annullierungen am Flughafen

Die starken Winde hatten auch Einfluss auf den Betrieb am Flughafen Basel-Mühlhausen. Bis Dienstagnachmittag fielen insgesamt elf Starts und Landungen aus, wie eine Sprecherin des EuroAirports auf Anfrage sagte. Zehn davon am Montag.

Aussenaufnahme auf der Schweizer Seite des Flughafens EuroAirport Basel-Mulhouse-Freiburg in Basel am Mittwoch, 13. Januar 2016. Der EuroAirport verzeichnet im Jahr 2015 einen neuen Rekord mit 7,1 Millionen Passagieren. (KEYSTONE/Georgios Kefalas)

Ausfälle gab es am Flughafen Basel.
Bild: KEYSTONE

Ein Flug aus Belgrad wurde nach Zürich umgeleitet. Die anderen Flüge kehrten an ihren Ausgangspunkt zurück oder wurden vor dem Start annulliert. In der Folge fielen auch Abflüge ab Basel aus. Aufgrund der Winde flogen 23 Linienflugzeuge den Flughafen aus Osten über die französische Grenzstadt Saint-Louis auf die Piste 26 an.

Im Kanton Graubünden musste die Bahnlinie Chur-Arosa wegen umgestürzter Bäume unterbrochen werden. Das meldete die Rhätische Bahn am Dienstag in einer Mitteilung.

Keine Wagen am Fasnachtsumzug

Im Kanton Solothurn verzeichnete die Alarmzentrale am Dienstag zehn Meldungen, die in Zusammenhang mit dem starken Wind standen. Gemeldet wurden umgestürzte Bäume und abgebrochene Äste, die teilweise auf die Fahrbahnen fielen.

Weil für Dienstagnachmittag erneut auffrischende Winde angekündigt waren, entschieden die Organisatoren des Solothurner Fasnachtsumzuges, dass die Zünfte ihre Wagen mit den Sujets nicht mitführen dürfen. Die Organisatoren befürchteten, dass diese von Windböen umgerissen werden könnten.

Auch in Schwyz müssen die Fasnächtler dieses Jahr auf einen Höhepunkt verzichten: Das traditionelle Abbrennen des Blätz am Dienstagabend auf dem Hauptplatz sowie das jährliche Feuerwerk wurden abgesagt. Grund ist die Warnung vor starken Winden.

                               Sturm Küssnacht Bild: Kapo Schwyz

Räumungsarbeiten der Feuerwehr in Küssnacht im Kanton Schwyz. 
Bild: kapo schwyz

Sturmtief Susanna pustet noch bis Mittwochmorgen

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Auch Grossbritannien wird vom Sturm heimgesucht.
YouTube/arznewss

Nach dem Sturm «Ruzica», der am Montag für turbulente Zeiten gesorgt hatte, zog im Verlauf des Dienstags das Sturmtief «Susanna» von der Bretagne in Richtung Ostsee. Gemäss «Meteo Schweiz» gilt insbesondere in der Westschweiz und in der Deutschschweiz noch bis Mittwochmorgen um 6 Uhr die Warnstufe 3.

Das bedeutet: Starker Sturm in den tiefen und mittleren Lagen mit Böen von 90 bis 110 Kilometern pro Stunde. Verschiedene Kantonspolizeien, etwa jene von Solothurn und Basel, raten derzeit von Waldspaziergängen ab.

(sda)

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