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Waffen

Nur die USA, Serbien und Jemen haben mehr Schusswaffen pro Einwohner als die Schweiz

Nur die USA, Serbien und Jemen haben mehr Schusswaffen pro Einwohner als die Schweiz

09.12.2015, 13:2509.12.2015, 13:52
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bild: screenshot/wikipedia

Nach dem verheerenden Massaker in San Bernardino, Kalifornien, ist in den USA die Schusswaffendebatte wieder aufgeflammt – einmal mehr. Präsident Obama zeigte sich in einer Rede überzeugt, dass strengere Waffenkontrollen einen Rückgang der Gewalttaten mit Schusswaffen zur Folge hätten. Wenig überraschend gingen republikanische Politiker auf die Barrikaden: Das Recht auf Waffenbesitz, der zweite Zusatzartikel der Verfassung, dürfe niemals beschnitten werden, ansonsten sei die freiheitliche Ordnung des Landes gefährdet. 

Ein Blick auf die Statistik zeigt, dass dieses Argument blanker Hohn ist: Die USA mit ihrem laxen Waffengesetz haben nicht nur die höchste Verbreitung an Schusswaffen, sondern – mit Ausnahme von Mexiko – auch die mit Abstand höchste Schusswaffenmordrate der Industrieländern. 

Nicht weit dahinter folgt in der Statistik aber die Schweiz. Sowohl bei der Verbreitung, als auch bei der Tötungsrate.

Gemäss einer Studie der in Genf beheimateten NGO Small Arms Survey befinden sich 3,4 Millionen Schusswaffen in Schweizer Privatbesitz – das sind 45 Schusswaffen auf 100 Einwohner. Damit rangiert die Schweiz weltweit auf Platz 4 – hinter den USA, Serbien und Jemen. Allerdings ist diese Zahl mit Vorsicht zu geniessen: Eine Registrierungspflicht für Waffen existiert erst seit 2008, zuvor musste der Erwerb von Waffen nicht gemeldet werden. Die Dunkelziffer ist dementsprechend hoch. Der Bundesrat geht in einer Schätzung von circa zwei Millionen Schusswaffen aus, die in Schweizer Haushalten lagern. Das wären 25 Schusswaffen pro 100 Einwohner – eine markant tiefere Zahl als von Small Arms Survey geschätzt.

Eine nachträgliche Registrierung älterer Waffen lehnte nach dem Nationalrat auch der Ständerat ab. Der Aufwand sei gross, die Wirkung bescheiden, befand eine bürgerliche Mehrheit. Immerhin: Die kleine Kammer befürwortete den erleichterten Austausch der Daten zwischen den kantonalen Waffenregister. 

Auch hinsichtlich der Tötungsrate mit Schusswaffen befindet sich die Schweiz an vorderster Front: Von den OECD-Staaten haben nur die Mexiko, die USA und Chile auf 100'000 Einwohner hochgerechnet mehr Tötungen mit Schusswaffen aufzuweisen. Die Türkei befindet sich gleichauf mit der Schweiz auf Rang vier. Das ergab der Global Homicide Report 2013 der Vereinten Nationen.

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bild: screenshot/oecd

In absoluten Zahlen liest sich das wie folgt: 2012 – im Zeitraum der OECD-Untersuchung – wurden in der Schweiz 13 vollendete Tötungsdelikte mit Schusswaffen begangen. Ein Jahr später 18, 2014 sank die Zahl auf 7 – der tiefste Wert seit 2009. (wst)

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