Schweiz
Schule - Bildung

Walliser Kind muss mit Bus und Taxi zur Schule

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Die Kinder müssen neu in Termen VS zur Schule.Bild: imago stock&people

Walliser Bub muss allein mit Bus und Taxi zur Schule

Ein Primarschüler im Wallis fährt jeden Morgen allein mit dem Postauto und anschliessend mit dem Taxi zuerst zur Kita, bevor er in die Schule geht. Bezahlt wird die Reise von der Gemeinde. Der komplizierte Schulweg ist auf Zeitdruck zurückzuführen.
29.10.2026, 10:0529.10.2026, 10:05

Alles fing mit einem Lehrpersonenmangel an. In Simplon Dorf konnte keine Lehrperson gefunden werden, weshalb sieben Kinder neu in Termen unterrichtet werden, berichtet der Walliser Bote. Damit sie dort ankommen, musste die Gemeinde den Transport organisieren. Sie ist dafür verpflichtet und bezahlt auch die Kosten.

Für sechs Schülerinnen und Schüler gibt es einen Extrabus, der sie um 7.30 Uhr nach Termen in die Schule bringt. Ein Kind hingegen muss früher los – und den ganzen Weg allein zurücklegen. Der Bub wohnt in der Gemeinde Gondo-Zwischbergen und muss jeden Morgen bereits um 7 Uhr mit dem normalen Postauto bis Ried-Brig fahren, von wo aus er dann mit dem Taxi in die Kita von Termen gebracht wird, da er sonst zu früh in der Schule wäre. Stattdessen besucht er in der Kita die Vorschulbetreuung. Abends kann er dann gemeinsam mit den sechs anderen Schulkindern im Postauto zurückfahren.

Die Gemeinde Simplon erklärt gegenüber dem «Walliser Boten», dass man gemeinsam mit Postauto eine Lösung gesucht habe, als bekannt wurde, dass die Kinder nicht mehr in Simplon Dorf, sondern in Termen unterrichtet werden. Es habe eine schnelle Lösung gebraucht, sagt Gemeindepräsident Sebastian Arnold zur Zeitung. Einem entsprechenden Angebot habe man schliesslich zugestimmt.

Alles ging zu schnell

In der Nachbargemeinde Zwischbergen, wo der Bub bis vor kurzem lebte, beklagt man sich über zu kurzfristige Ankündigungen. Man habe nur einen Tag vor den Eltern vom Schulwechsel erfahren und die Transportlösung, die die Gemeinde Simplon vorgelegt habe, habe die Strecke zwischen Zwischbergen und Simplon Dorf nicht berücksichtigt. «Wir hatten in der Folge schlicht keine Zeit mehr zu reagieren und keine andere Möglichkeit, als unseren Primarschüler mit dem regulären Postauto, in das in Simplon Dorf auch die OS-Schüler einsteigen, in Richtung Brigerberg zu schicken», sagt Gemeindepräsident Daniel Squaratti.

Zwar fährt dieses reguläre Postauto auch durch Simplon Dorf, wo der Bub auf den Extrabus umsteigen könnte, in diesem Fall müsste er aber allein eine halbe Stunde warten. Deshalb habe man sich für die Kita entschieden. «Wir sind uns bewusst, dass die aktuelle Situation nicht ideal ist.» Sie soll jedoch bald der Vergangenheit angehören. Nach Gesprächen mit der Postauto AG soll der Bub ab dem Fahrplanwechsel bald einen späteren Bus ab Gondo nach Simplon Dorf nehmen können, wo er dann mit seinen Schulgspänli den Extrabus besteigen kann. (vro)

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