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So heftig wütete der Tornado in la Chaux-de-Fonds

Video: watson/Lucas Zollinger

So heftig wütete der Tornado in La Chaux-de-Fonds

Die Uhrenmetropole La Chaux-de-Fonds wurde am Montagmorgen von einem heftigen Wirbelsturm heimgesucht. Plötzlich auftretende, starke Winde entwurzelten Bäume und brachten die Stadt zum Stillstand.
24.07.2023, 13:5124.07.2023, 14:57
Team watson
Team watson

Ein Tornado ist am späten Montagmorgen über La Chaux-de-Fonds hinweggefegt, wie die Neuenburger Kantonspolizei mitteilte. Während vorerst Unklarheit darüber bestand, ob es Opfer gab, berichtet die Polizei nun von Schwerverletzten und «befürchtet, dass es noch schlimmer kommen könnte».

Video: watson

Auch die Nachbarstadt Le Locle war betroffen. Laut MeteoNews erreichten die Winde eine Geschwindigkeit von 217 km/h. Die Zugverbindungen sind bis mindestens 15 Uhr unterbrochen und der Verkehr ist erschwert.

Die Behörden rufen zur Vorsicht auf, da weiterhin Bäume umstürzen könnten.

Ein zweites Video zeigt die Kraft des Windes:

Video: twitter
Tornado, oder nicht?
Patrick Stierli vom Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie MeteoSchweiz hält gegenüber watson fest, dass es in La-Chaux-de-Fonds ein extremes Windereignis gegeben hat. «Die gemessene Orkanböe von 217 km/h muss jedoch intern noch verifiziert werden. Das dauert einige Tage.» Würde die Zahl sich bestätigen, dann handelte es sich um die bislang stärkste Gewitterböe in der Schweiz. Der Rekord hält derzeit Glarus, wo am 15. Juli 1985 eine Windböe von 190 km/h gemessen wurde.

Ob es sich beim Ereignis am Montag um einen Tornado oder einen Downburst gehandelt hat, lasse sich derzeit anhand der vorhandenen Messungen bzw. Beobachtungen nicht abschliessend klären, so Stierli. MeteoSchweiz tendiere momentan aber eher zu einem Downburst. Ein Downburst ist eine schwere Gewitterfallböe.

«Tornados kommen in der Schweiz nur selten vor», so Stierli. Der Jura ist jedoch einer der Hotspots bezüglich Tornados in der Schweiz. (red)

Gegen 11:30 Uhr morgens erreichte der Tornado die Stadt. Überall liegen entwurzelte Bäume herum. «Das Ganze hat etwa zehn oder zwölf Minuten gedauert», berichtet ein Augenzeuge. Ein anderer erzählt, er habe nun keinen Garten mehr. «Überall sind Sirenen zu hören», warnt ein sogenanner «Chaux-Fonnier», ein Bewohner von La Chaux-de-Fonds.

Die Eishalle.
Die Eishalle.bild: watson

Die Eishalle des HC La Chaux-de-Fonds wurde dabei stark beschädigt. Teile davon flogen weg.

Der Park neben der Eishalle.
Der Park neben der Eishalle.bild: watson

Zudem brach in der Nähe des Bahnhofs ein Feuer aus. Ein Kran, welcher für die Renovierung des Postgebäudes genutzt wurde, stürzte durch den Wind um und begrub mehrere Autos unter sich.

La Chaux-de-Fonds ravagée par une tornade
Besagter Kran.bild: watson

Dabei wurde auch das Dach des Grand-Temple, eines historischen Denkmals hoch über der Altstadt, getroffen – nebst diversen anderer Gebäude.

Video: watson
Den Parc des Crêtes oberhalb des Bahnhofs gibt es nun nicht mehr.
Den Parc des Crêtes oberhalb des Bahnhofs gibt es nun nicht mehr.bild: watson
Gewisse Strassen sind von umgestürzten Bäumen und Ästen blockiert.
Gewisse Strassen sind von umgestürzten Bäumen und Ästen blockiert.bild: watson

Internationale Wetterexperten warnten schon im Voraus vor vermehrten Stürmen im Raum um die Alpen:

Chaos auf den Strassen.
Chaos auf den Strassen.bild: watson
Ein kleiner Kiosk, der bei den Chaux-Fonniers beliebt war.
Ein kleiner Kiosk, der bei den Chaux-Fonniers beliebt war.bild: watson

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