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Ruhe vor dem Sturm 4. November 2014
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Windgeschwindigkeiten über 180 km/h

187 km/h auf dem Titlis – der Wind erreicht vielerorts Orkanstärke 



Der Föhn hat Teile der Schweiz am Dienstag im Griff gehalten: In den Alpen und Alpentälern erreichte der Wind Orkanstärke. Auf dem Titlis wurden Böenspitzen von 187 Stundenkilometern gemessen. Auf dem Jungfraujoch im Berner Oberland blies der stürmische Südföhn gemäss SRF Meteo mit 149 Stundenkilometern, auf dem Piz Martegnas GR mit 145 km/h und auf dem Gipfel von Les Diablerets mit 138 km/h.

Aber auch im Flachland blies der Föhn kräftig: In Wädenswil ZH am Zürichsee wurde gemäss MeteoSchweiz mit 107 km/h die stärkste Föhnböe seit Messbeginn im Jahr 1981 verzeichnet. Damit erreichte der Wind vielerorts Orkanstärke. Von einem «Orkan» spricht man ab Windgeschwindigkeiten von 118 km/h. Hohe Windgeschwindigkeiten wurden gegen Abend auch im Churer Rheintal und im Sarganserland gemessen. In Bad Ragaz SG erreichte der Föhn Spitzen von 130 km/h. Die Churer Stadtpolizei rief die Bevölkerung dazu auf, Wälder und Parkanlagen zu meiden.

Am Vormittag erreicht der Sturm das Maximum

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In den Alpen und in den Föhntäler gilt weiterhin Sturmwarnung. Bild: meteonews

Arosa abgeschnitten

Der starke Wind führte zu zahlreichen Verkehrsbehinderungen. Zwischen Giswil und Sarnen im Kanton Obwalden wurde die Bahnstrecke kurz vor Mittag von einem umgestürzten Baum unterbrochen. Betroffen war unter anderem die Linie Interlaken Ost-Luzern. Die Störung sollte nach Auskunft der Zentralbahn mindestens bis Betriebsschluss dauern. Es verkehrten Bahnersatzbusse. Wegen des Sturms konnten zudem die Züge der Rhätischen Bahn zwischen Litzirüti und Arosa nicht mehr verkehren. Die Strecke bleibt mindestens bis Mittwochmittag unterbrochen. Weil wegen des Sturms zudem Bäume auf die Strasse gefallen waren, funktionierte auch die Ersatzbeförderung mit Bussen nicht mehr - Arosa war damit von der Umwelt abgeschnitten. Unterbrochen war ausserdem die Bahnstrecke im Albulatal zwischen Tiefencastel und Filisur. Reisende ins Engadin wurden auf die Vereinalinie verwiesen. 

Gar nichts mehr ging am Dienstagmittag auch am Bahnhof Kandersteg BE. Wahrscheinlich wegen eines Gegenstandes in der Fahrleitung fiel der Strom aus. Sämtliche Personen-, Auto- und Güterzüge konnten nicht weiterfahren. Ein Autozug, der von Goppenstein VS her nach Kandersteg unterwegs gewesen war, blieb im Tunnel stecken. Die Jungfraubahnen nahmen den Betrieb auf mehreren Teilstrecken gar nicht erst auf.

Der Foehn aus dem Urnertal bringt Bewegung in den Urnersee wie hier am Ufer von Brunnen im Kanton Schwyz, am Dienstag, 4. November 2014. Nach dem Foehn wird ein Wetterwechsel mit Kaelte und Regen erwartet.  (KEYSTONE/Urs Flueeler)

Wasser peitscht an das Ufer des Urnersee bei Brunnen im Kanton Schwyz. Bild: KEYSTONE

Gefahrenstufe 3 im Tessin

Der Föhn brachte aber nicht nur hohe Windgeschwindigkeiten, sondern auch hohe Temperaturen: In St. Maurice VS und Altenrhein SG blieben die Temperaturen gemäss der Meteogroup in der Nacht auf Dienstag nur knapp unter der 20-Grad-Marke, über welcher die Meteorologen von einer Tropennacht sprechen.

Ganz anders präsentiert sich die Wetterlage südlich der Alpen: Bis Mittwochabend werden dort intensive Stauniederschläge erwartet. Gemäss MeteoSchweiz fielen im Tessin bis Dienstagmittag lokal bereits 90 Liter Regen pro Quadratmeter. Bis Mittwochabend wird im Maggia- und im Verzascatal sowie im Locarnese mit bis zu 250 Liter Regen pro Quadratmeter gerechnet. Für den Lago Maggiore gab der Bund eine Hochwasserwarnung der Stufe 3 aus - das bedeutet «erhebliche Gefahr». Derzeit befindet sich der Wasserstand des Lago Maggiore gemäss MeteoSchweiz in einem für die Jahreszeit durchschnittlichen Bereich. Bis am Donnerstag könne die Gefahrenstufe 3 aber «knapp erreicht werden». (feb/sda)

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