Die Schweiz erlebte dieses Jahr den heissesten Sommer seit Messbeginn
Die Durchschnittstemperatur der Monate Juni, Juli und August übertraf mit 17,2 Grad jene des Sommers 2003 um 0,4 Grad, wie die am Donnerstag veröffentlichte Sommerbilanz des Bundesamts für Meteorologie und Klimatologie (Meteoschweiz) zeigt. Damit löst der Sommer 2026 den Hitzesommer 2003 als Rekordhalter ab. Der Sommer 2022 liegt deutlich dahinter auf Rang 3.
Gegenüber der Referenzperiode 1991 bis 2020 lag die Durchschnittstemperatur um 3,4 Grad höher. In der West- und Nordwestschweiz sowie lokal auf der Alpensüdseite betrug die Abweichung vier Grad oder mehr.
Ein Sommer der Zukunft
Laut Meteoschweiz entsprach die Temperatur des diesjährigen Sommers etwa dem, was in einer um drei Grad wärmeren Welt als durchschnittlich gelten würde. «Etwa jeder zweite Sommer wäre noch wärmer», heisst es von Meteoschweiz. Zur Zeit liegt die globale Klimaerwärmung bei 1,4 Grad Celsius.
Unter den derzeit geplanten Massnahmen zur globalen Emissionsreduktion steuern wir bis Ende Jahrhundert auf eine solche 3-Grad-Welt zu. Allerdings war der Sommer 2026 trockener, als es für einen durchschnittlichen Sommer in einer solchen Zukunft zu erwarten wäre.
Rekord bei Hitzetagen und Tropennächten
Nicht nur die Durchschnittstemperatur erreichte neue Höchstwerte. An zahlreichen Messstationen wurden auch Rekorde bei den Hitzetagen und Tropennächten registriert. In Neuenburg und Glarus gab es 18 Hitzetage mehr als im bisherigen Rekordjahr. In Luzern, Meiringen BE und Bern/Zollikofen waren es 16 beziehungsweise 17 mehr.
Auch die Zahl der Tropennächte, in denen die Temperatur nicht unter 20 Grad fällt, war vielerorts aussergewöhnlich hoch. In Locarno-Monti wurden 50 Tropennächte gezählt – acht mehr als im bisherigen Rekordsommer 2003. In Neuenburg waren es 30, doppelt so viele wie bisher.
Die höchste Temperatur des Sommers wurde am 30. Juli in Basel-Binningen gemessen: 39,7 Grad. Damit egalisierte die Station den Rekord für die Alpennordseite von Genf-Cointrin im Juli 2015. Der Schweizer Temperaturrekord von 41,5 Grad, gemessen 2003 in Grono GR, blieb hingegen bestehen. An insgesamt 30 Messstationen von Meteoschweiz stammt die absolute Höchsttemperatur neu aus dem Sommer 2026.
Extreme Trockenheit mit weitreichenden Folgen
Begleitet wurde die Hitze von einer extremen Trockenheit. In der West- und Nordwestschweiz sowie im östlichen Mittelland fielen regional weniger als 60 Prozent des durchschnittlichen Sommerniederschlags. Die Periode von April bis August war landesweit die trockenste und heisseste seit 1901.
Die Folgen waren weitreichend. Daten des Bundesamts für Umwelt (Bafu) zeigten, dass an knapp 40 Prozent aller Messstationen neue Niedrigwasserrekorde für den Sommer registriert wurden. Seen wie der Zürichsee und der Bodensee sanken unter die bisher tiefsten Wasserstände für die Jahreszeit.
Die hohen Wassertemperaturen führten zu Stress für die Fischpopulationen. Die Landwirtschaft litt unter Ernteausfällen und Futtermangel, was zu Notschlachtungen von Kühen führte. Zudem herrschte eine erhöhte Waldbrandgefahr. (dab/sda)
