Felsstürze in Uri, Konzertunterbruch in Zürich – die Gewitterbilanz vom Dienstag
Starke Gewitter haben am Dienstagabend in der Innerschweiz zu Felsstürzen, Strassensperren sowie Problemen auf Strassen und Schienen geführt. SRF Meteo zählte in der Nacht auf Mittwoch rund 25'0000 Blitze. Besonders intensiv waren die Unwetter in der Innerschweiz und im Kanton Zürich.
In Seedorf UR wurde die Seestrasse zwischen dem Schulhaus Seedorf und dem Bolzbach wegen eines Felssturzes oder Erdrutsches gesperrt, wie der Kanton Uri kurz vor Mitternacht über die Alertswiss-App mitteilte.
Bereits zuvor hatte der Kanton Uri auf der Alertswiss-Applikation gemeldet, auf der Urner Seite des Sustenpasses sei es zwischen Gorezmettlen und der Passhöhe zu einem Felssturz oder Erdrutsch gekommen. Das betroffene Gebiet sei weiträumig zu umfahren.
Wie es bei der Kantonspolizei Uri auf Anfrage hiess, handelte es sich um einen Murgang, ausgelöst durch ein starkes Gewitter. Niemand sei zu Schaden gekommen.
Im Urnerland musste zudem die A2 zwischen Bolzbach und Seedorf am frühen Abend wegen Überflutungen gesperrt werden. Das teilte der TCS auf seiner Webseite mit.
Im Kanton Obwalden unterbrach ein Unwetter den Bahnverkehr der Linien IR und S5 zwischen Alpnach Dorf und Alpnachstad. Das war den Bahnverkehrsinformationen der SBB zu entnehmen. Derzeit bestehe keine Reisemöglichkeit zwischen den beiden Ortschaften, hiess es weiter. Die Dauer des Unterbruchs sei unbestimmt.
Rockkonzert in Zürich unterbrochen
Auch in Zürich kam es zu heftigen Gewittern. Der Bund rief für die Region zwischenzeitlich die Gefahrenstufe 4 aus. In der Stadt kam es zu starkem Regen, Blitz und Donner. Im ganzen Kanton musste die Feuerwehr insgesamt 700 Mal wegen überfluteter Unterführungen, vollgelaufener Keller sowie Gewässern, die über die Ufer traten, ausrücken.
Das Linkin-Park-Konzert im Zürcher Letzigrund musste zeitweise unterbrochen werden. Die Fans liessen sich die Stimmung jedoch nicht nehmen: Auf Videos war zu sehen, wie viele Besucherinnen und Besucher trotz Regens weitersangen und tanzten. Später konnte das Konzert fortgesetzt werden.
Besonders stark betroffen von den Unwettern waren die Region Zürich-Nord sowie die Gemeinden Wallisellen, Dübendorf und Rafz, wo teilweise mehr als 100 Einsätze pro Gemeinde anfielen. Aus Rafz erreichten watson Aufnahmen von überfluteten Strassen und Landflächen.
Am stärksten fielen die Niederschläge in der Gemeinde Flühli in Luzern aus, wo gemäss Meteoschweiz 100 mm Niederschlag entsprechen 100 Litern Wasser pro Quadratmeter fiel. Dahinter folgen Opfikon ZH mit 91 Millilitern und der Flughafen Zürich mit 66 Millilitern Niederschlag.
Beeinträchtigungen am Flughafen Zürich
Auch der Betrieb am Flughafen Zürich war am Abend beeinträchtigt. Ankommende Flugzeuge konnten zeitweise nicht sicher anfliegen und wurden zum Flughafen Stuttgart umgeleitet. Betroffen waren zahlreiche Verbindungen der Swiss, darunter Flüge aus London, Berlin, München, Budapest, Warschau und Kopenhagen. Zudem wurden von Air Baltic im Auftrag der Swiss durchgeführte Flüge aus Neapel und Stockholm nach Stuttgart umgeleitet.
Bei den Passagieren sorgten die Umleitungen teils für erhebliche Verspätungen. Zahlreiche Passagiere konnten ihre Reise nicht antreten und mussten am Flughafen verbleiben. Sie wurden betreut und erhielten teilweise Übernachtungskits. Die Service-Schalter sowie die Sicherheits- und Grenzkontrollen blieben länger geöffnet.
Reisenden wurde am Morgen empfohlen, sich bei ihrer Fluggesellschaft über den Flugstatus zu informieren. Erst nachdem sich die Wetterlage über Zürich verbessert hatte, konnten die Maschinen ihren Flug zum eigentlichen Ziel fortsetzen.
(ome/mke/sda)
