Schweiz
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Dieser jungen Brasilianerin droht die Ausschaffung: Warum darf sie keine Lehre machen?

Trotz guter Integration droht Kelly Alves die Ausschaffung. Die junge Brasilianerin fühlt sich von den Behörden im Stich gelassen.

Kari Kälin / CH Media



Wir treffen Kelly Alves im Glasi-Restaurant Adler in Hergiswil. An dem Ort, an dem sie im Sommer ein paar Tage schnuppern durfte. An dem Ort, an dem sie Patron Urs Emmenegger überzeugt hat. So dass er ihr einen Lehrvertrag als Restaurationsfachfrau gab. So dass Alves eine Zukunftsperspektive hat. Sie träumt bereits jetzt von einer weiteren Ausbildung im Pflegebereich.

Steht vor einer ungewissen Zukunft: Kelly Alves am Vierwaldstättersee in Hergiswil im Kanton Nidwalden.

Steht vor einer ungewissen Zukunft: Kelly Alves am Vierwaldstättersee in Hergiswil im Kanton Nidwalden. Bild: ch media

Alves, eine freundliche, 17-jährige Frau aus Brasilien, lebt erst seit Frühling 2014 in der Schweiz. Gleichwohl spricht sie schon fast akzentfrei Schweizerdeutsch. Ein Jahr lang besuchte sie im Kanton Solothurn eine Integrationsklasse, danach die Oberstufe. Sie liest und tanzt gerne, unternimmt viel mit Freunden.

Doch unbeschwert kann Alves ihre Hobbys nicht geniessen. Über ihr schwebt das Damoklesschwert der Ausschaffung. Alves ist eine Sans-Papierère. Ihre Mutter verschwieg ihr das. Die Sache flog bei der Lehrstellensuche von Alves’ älterer Schwester auf.

Die Geschichte von Kelly Alves illustriert, welchen Hürden illegal anwesende Ausländer überwinden müssen, selbst wenn sie sich integrieren und ihr Leben selber in die Hand nehmen.

Dank AHV-Nummer in die Berufsschule

Alves befindet sich familiär und rechtlich in einer schwierigen Situation. Im Frühjahr 2018 gerät ihre Mutter ins ­Visier der Justiz. Sie soll in Drogengeschichten und andere illegale Machenschaften verstrickt sein und steht vor der Ausschaffung.

Alves hat den Kontakt zu ihr abgebrochen und weiss nicht, wo sie sich befindet. Zuerst findet die Teenagerin Unterschlupf bei einer Familie im Kanton Solothurn. Im letzten Oktober zieht sie zu einer befreundeten Frau in Emmenbrücke im Kanton Luzern, einer alleinerziehenden Mutter. Eine Bekannte von ihr vermittelt den Kontakt zum Glasi-Restaurant.

Mit der Anstellung schöpft Alves Hoffnung. Schon bald aber schiessen bürokratische Hindernisse wie Pilze aus dem Boden. Das Amt für Berufsbildung des Kantons Nidwalden kann den Lehrvertrag nicht genehmigen, weil Alves die Aufenthaltsbewilligung fehlt.

Das bedeutet: Die junge Frau hat einen Job, darf aber nicht arbeiten. Die Berufsschule in Luzern lehnt sie zuerst ab, weil sie als Sans-Papierère keine AHV-Nummer hat. Alves räumt den Stolperstein aus dem Weg.

Mit Hilfe von Patron Emmenegger und dem Verein Sans-Papiers Luzern organisiert sie das nötige Dokument sowie eine Krankenversicherung – was grünes Licht für den Schulbesuch bedeutet. Die Sans-Papiers-Stelle zeigt Alves einen juristischen Ausweg aus der aufenthaltsrechtlichen Sackgasse auf. Sie formuliert für die Restaurationsfachfrau ein Härtefallgesuch, das derzeit beim Migrationsamt des Kantons Solothurn hängig ist.

Wer eine bestimmte Zeit – in der Praxis geht man von etwa fünf Jahren aus – in der Schweiz gelebt, die Ortsprache gelernt, sich tadellos verhalten hat und auch beruflich integriert ist, hat durchaus Chancen auf eine Aufenthaltsbewilligung. Gemäss einer Weisung des Staatssekretariats für Migration (SEM) können die zuständigen Behörden von einer hohen Integration ausgehen, wenn ein Kind seine Teenagerjahre in der Schweiz verbracht hat. Für Alves trifft das zu.

Auf eigene Faust

Kelly Alves erlebt eine aufwühlende Zeit. Von ihrer Beiständin, eingesetzt von der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (Kesb) Olten-Gösgen, fühlt sie sich im Stich gelassen. Die AHV-Nummer, die Krankenversicherung, das Härtefallgesuch, ihre Wohnmöglichkeit: All das hat sie auf eigene Faust aufgegleist. Support bei ihrem Kampf für das Bleiberecht leisten Lehrmeister Emmenegger und die Sans-Papiers-Stelle.

Setzt sich die Beiständin nicht genügend für das Wohl des Kindes ein? Jürg Vögtli, Präsident der Kesb Olten-­Gösgen, nimmt sie in Schutz. Wenn jemand ohne geregeltes Aufenthaltsrecht in der Schweiz sei, stosse man immer auf Widerstände. Deshalb sei es der Beiständin trotz ordentlicher Bemühungen nicht gelungen, die Krankenversicherung und deren Finanzierung abschliessend zu regeln.

Das geltende Recht lasse wenig Spielraum zu, um Personen ohne Aufenthaltsrecht den Verbleib in der Schweiz zu erleichtern. Die Kesb und die Beistände müssten alle Massnahmen unterlassen, die den Vollzug einer ausländerrechtlichen Entscheidung verzögerten. «Angesichts solcher Konstellationen entsteht auch rasch einmal und nachvollziehbarweise der Vorwurf, eine Beistandsperson setze sich zu wenig für ein Kind ein», so Vögtli. In der Tat holte die Sans-Papiers-Stelle – zumindest vorerst – die Kohlen aus dem Feuer.

Drei Monate zu wenig in der Schule

Für die Brasilianerin wäre vieles einfacher, wenn sie eine sogenannte Sans-Papiers-Lehre absolvieren könnte. Dafür erfüllte sie die Bedingungen nicht. Unter anderem sass sie nicht die nötigen fünf Jahre in Schweizer Schulzimmern, ihr fehlen drei Monate.

Luzia Vetterli, Rechtsanwältin und Vorstandsmitglied beim Verein Sans-Papiers Luzern, taxiert die Voraussetzungen für eine Sans-Papiers-­Lehre als zu restriktiv. «Man müsste die erforderliche Schulpflicht auf drei Jahre senken», sagt sie. Die Eidgenössische Kommission für Migrationsfragen teilt ihre Meinung.

Emmenegger führt das Glasi-Restaurant Adler nur noch bis Ende Jahr. Er ärgert sich, dass das Solothurner Migrationsamt noch nicht über Alves Härtefallgesuch befunden hat. Emmenegger möchte den Lehrvertrag unbedingt noch unter seiner Ägide mit den Behörden besiegeln.

Sollte das misslingen, hofft er, dass seine Nachfolgerin Alves trotz aller Widerwärtigkeiten eine Chance gibt. Rechtlich wäre das möglich. «Während des hängigen Verfahrens um Härtefallbewilligung kann die betroffene Person legal arbeiten», teilt eine Sprecherin des Bundes mit.

Doch wann fällt der Entscheid zum Härtefallgesuch? Charles Rieben vom Migrationsamt Solothurn rechnet damit, dass dies Anfang 2020 der Fall sein wird. Dass die Mühlen in den Augen der Betroffenen und deren Umfeld zu langsam mahlen, kann er nachvollziehen. Er sagt aber: «Es handelt sich um einen komplexen Fall.»

Auf Riebens Tisch liegen nämlich weitere Gesuche aus der Familie von Alves. Gegen die Mutter und weitere Familienangehörige hat das Migrationsamt eine Wegweisungsverfügung verhängt, die rechtskräftig ist. Blitzt ­Kelly Alves mit ihrem Härtefallgesuch ab, droht auch ihr dieses Szenario.

Illegal in der Schweiz

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    Alle Leser-Kommentare
  • Hoci 08.12.2019 01:15
    Highlight Highlight Sehe keinen Härtefall. Sie hat hier illegal eine gute Schule besucht und viel gelernt. Damit hat sie schon sehr viel zum mit nehmen ins Heimatland. Brasilien erwarten sie ja nicht Folter und Tod. Sie hat ja die Ganze Familie da. Viele wandern freilwillig dahin aus.
    Auch vieke Brasilianer gehen gerne zurück. Sie in einem Jahr ev. Auch. Aber wehe es ist verordnet.
  • PlayaGua 06.12.2019 16:16
    Highlight Highlight Man muss aber auch festhalten, dass es äusserst viele Brasilianer gibt, die mit Touristenvisas einreisen und dann einfach hierbleiben. Die meisten wissen, dass es nach Hause geht, wenn sie erwischt werden und rechnen auch damit. Klar, wenn das Mädchen es selbst nicht gewusst hat, dass sie illegal hier ist, verhält sich der Fall etwas anders als normal, aber man kann nicht für jeden Sonderfall die Regeln brechen. Vor allem, da sie ja in Brasilien aufgewachsen ist und dort sicher rasch Anschluss finden würde.
  • Glenn Quagmire 06.12.2019 13:19
    Highlight Highlight Gilt für Minderjährige nicht ein Schutz vor Ausschaffung? Es ist ja nicht der Fehler vom Kind, wenn die Eltern krumme Geschäfte abwickeln.

    Wenn schon solche fragwürdigen Entscheide gegen junge, fleissige Personen gefällt werden müssen, sollte dies viel schneller geschehen.

    • Maracuja 06.12.2019 15:57
      Highlight Highlight In der Schweiz gilt leider in gewissen Belangen immer noch die Sippenhaft. Z.B. steht jedes Jahr eine Anzahl von volljährig gewordenen vor einem Schuldenberg, weil die Eltern die Krankenkassenprämien für das Kind nicht bezahlt haben.
    • Bambusbjörn aka Planet Escoria 06.12.2019 16:18
      Highlight Highlight Bist du nett, machen dich die zuständigen fertig.
      Bist du unfreundlich und renitent kriechen dir viele sofort in den Hintern, weil sie den Weg des geringsten Widerstandes gehen wollen.
      Und gegenüber Renitenten lassen sich die eigenen Machtgelüste schlecht ausleben.
      Ausbaden dürfen das dann eben Menschen Kelly Alves und den anständigen Menschen, welche für solche Fälle zuständig sind.
      Ach ja, die SVP spart dort natürlich besonders gern, nur um dann wieder gegen die "böse linke Sozialindustrie" zu fluchen,wenn etwas passiert.
    • Aurum 07.12.2019 11:01
      Highlight Highlight erzähl das mal Marija Milunovic @Glenn
  • Älplermagrönli mit Öpfelmues 06.12.2019 10:45
    Highlight Highlight Sorry, aber in den Medien wird jetzt jeder Fall zum "Härtefall". Sie ist ja nicht einmal hier aufgewachsen, kann die brasilianische Sprache und so weiter. Auch wenn sie gehen müsste, finde ich es der korrekte Weg. Sans-papiérs sind nun mal illegal in der Schweiz. Mein Mitleid hält sich sehr in Grenzen. Wir haben Gesetze und in diesem Fall sollte die Rechtssprechung klar sein. Man kann doch nicht wegen jedem und allem die Gesetze verbiegen.
    • Maracuja 06.12.2019 13:54
      Highlight Highlight Die junge Frau ist von der Mutter (vermutlich ungefragt) hierher geholt worden und war sich nicht bewusst, dass die Mutter gar keine Aufenthaltsbewilligung für sie beantragt hat. Wer unverschuldet in eine solche Lage gerät und sich gut integriert hat, verdient m.E. die Aufnahme als Härtefall. Besser bei Problemfällen (wie z.B. Hasspredigern) endlich härter als bei anständigen gut integrierten Menschen wie dieser jungen Frau.
  • Thom Mulder 06.12.2019 10:41
    Highlight Highlight Die Ängste vor Ausländern drücken in den Kommentaren wieder einmal deutlich durch. Erbärmlich, wie leicht wir verwöhnten Schweizer der Angstmacherei aus rechten Kreisen erliegen.

    1. Hat die Vergangenheit der Mutter keinen Einfluss zu haben auf Entscheidungen für die Tochter

    2. Aufenthaltsgenehmigungs Phobie: Wer lechzt denn ständig nach Wachstum und macht sich Sorgen um die AHV? Eben. Wir brauchen Zuwachs. Motivierten erst recht.

    Also hört auf mit dieser ewigen Ausländerfeindlichkeit. Traurig auch das Versagen der KESB, die für die Menschen da sein sollte, nicht für Rechte Politik.
  • häxxebäse 06.12.2019 09:58
    Highlight Highlight Diese behalten, dafür ein paar kriminelle ausschaffen... verkehrte welt.
  • Capslock 06.12.2019 09:31
    Highlight Highlight einmal mehr der typische Schweizer Bürokratie Alltag einer Amtsstelle, welche nur die eigenen Vorteile sieht und nicht fähig ist sich in andere Leute hinein zu denken. Leider gibt all zu viele es dieser Typen und trifft sie auch immer wieder an. Ändern lassen sich diese Leute nicht denn ihr Blickwinkel ist zu sehr eingeschränkt
    • Hierundjetzt 06.12.2019 11:09
      Highlight Highlight Ok.

      Und jetzt lesen wir doch noch kurz den Artikel *ganz*.

      Merci ☺️
    • Frausowieso 06.12.2019 11:46
      Highlight Highlight Hast du echt das Gefühl, dass Ämter und Behörden nach Gutdünken urteilen? Die Mitarbeiter dort müssen sich an geltende Gesetze halten. Diese Gesetze werden nicht von ihnen selbst gemacht. Sie sind Angestellte mit dem Austrag, die Anträge nach geltendem Recht zu beurteilen. Ich finde es ziemlich daneben, dass Leute wie du den Behördenmitarbeiter Herzlosigkeit vorwerfen. Und bitte führ mal aus, was du meinst, haben die Mitarbeiter für einen Vorteil, wenn sie jemanden ausweisen? Meinst du, sie erhalten ein Geschenk pro abgewiesenen Antrag? oder freuen sich ein Loch in den Bauch?
  • Hoodoo 06.12.2019 09:31
    Highlight Highlight Mit Touristenvisum einreisen. Und dann einfach bleiben. So wird man zum Sans Papier. Sans Papier heisst sans droit au séjour/ Aufenthaltsrecht.
    Haben unsere Behörden überhaupt die Möglichkeit, Ausreisedaten von Visa durchzusetzen? Oder dürfen es KESB/Sozialamt/Steuerzahler etc. dann einfach ausbaden?

    Die Tochter dieser Mutter aus Brasilien tut mir leid, ich bin dafür ihr zu helfen.
    Aber zugleich habe ich das Gefühl, dass es nicht recht ist und unser Land ausgenutzt wird von Menschen, die einfach so bei uns untertauchen.

    (Ich bin dezidiert NICHT SVP-Wähler...)
    • Sappho 06.12.2019 11:06
      Highlight Highlight “unser Land” ... diese komischen Zugehörigkeitsgefühle.
  • Out of Order 06.12.2019 08:59
    Highlight Highlight Leider ist meines Wissens der Integrationswille, und die damit verbundenen Bemühungen und Entwicklungen, kein Kriterium für den Entscheid. Ich würde das begrüssen.
  • Offi 06.12.2019 08:51
    Highlight Highlight Die Behörden sollten da wirklich mal über ihren Schatten springen...
    • SwissWitchBitch 06.12.2019 09:25
      Highlight Highlight Das ist kein Schatten, sondern das sind Regeln.
  • Fairness 06.12.2019 08:49
    Highlight Highlight Die Guten schickt man und die teuren Verbrecher dürfen bleiben? Verkehrte Welt!
    • Team Insomnia 06.12.2019 09:48
      Highlight Highlight Sie haben recht! Aber Nationalistische Handgesten eines fremden Teilstaates werden in der Schweizer Fussballnati auch toleriert und geduldet. Verkehrte Welt!
  • Cosmopolitikus 06.12.2019 08:33
    Highlight Highlight Liebes Migrationsamt, es ist mir bewusst, dass dies nicht der einzige Fall sein wird, welchen ihr zu beurteilen habt. Eventuell könnte man hier aber ein beschleunigtes Vorgehen wählen, stehen die Zeichen der Integration doch gut und es besteht wenig Gefahr für die Schweiz.
    Was für ein Weihnachtsmärchen könnte das doch werden und ihr mittendrin.
    Danke!
    • walsi 06.12.2019 09:04
      Highlight Highlight Warum soll dieser Fall prioritär behandelt werden, weil er in der Zeitung stand? Das wäre gegenüber den anderen, die es nicht in die Medien schaffen unfair.
    • Frausowieso 06.12.2019 11:56
      Highlight Highlight Was ist denn mit allen anderen, die zur Zeit auf einen Entscheid warten? Nur weil du ihre Gesichter nicht kennst, hälst du sie jetzt für weniger wichtig? Das sind genau so Menschen mit ihren Schicksalen. Für jeden, der die Ablehnung erhält, wird es schwierig. Hier geht es nicht um Weihnachtswunder. Wenn du das suchst, damit du dich besser fühlst, dann schau dir einen FIlm an. Ansonsten kannst du selber für kleine Weihnachtswunder sorgen, in dem du dich engagierst. Geh in ein Asylantenheim, Obdachlosenunterkunft, Tierheim oder sonst zu einer Einrichtung und arbeite eherenamtlich.
  • Chili5000 06.12.2019 08:22
    Highlight Highlight Es ist schon witzig, etliche Firmen in der Schweiz können nicht alle Lehrstellen besetzten und wir schaffen jungedliche aus die eine Lehre absoliveren könnten...
  • paper 06.12.2019 08:20
    Highlight Highlight Es enttäuscht mich sehr, dies über die KESB Olten zu lesen. Dass ein Verein die Krankenkasse/AHV hinkriegt, die hoch profeisonallisierte Beiständin aber nicht, zeigt eindeutig die Unfähigkeit letzterer.
    Von den KESB-Geschichten, die ich aus erster Hand kenne, liefen diejenigen in Städten zwar nicht menschlicher, aber immerhin profesioneller ab als die in Randregionen ab.
    • MarGo 06.12.2019 10:13
      Highlight Highlight leider kenne ich überhaupt keine guten KESB-Geschichten... im Gegenteil, eigentlich kenne ich nur haarsträubende...
    • paper 06.12.2019 12:35
      Highlight Highlight Ich beziehe mich ausschliesslich auf Geschichten, die ich in irgend einer Form selber miterlebt habe. Und in grösseren Städten musste ich mich bisher (im Gegensatz zu Randregionen) nie über die KESB beschweren. Die Entscheidungen sind wohl selten gut, aber oft eben doch die Besten. Deshalb bin ich in diesem Fall auch so enttäuscht, offensichtlich ging es zumindest bzgl AHV und KK besser als das, was die KESB geleistet hat.
      In den Medien erhält man nie (auch hier nicht) das Gesamtbild.
  • HerrLehmann 06.12.2019 08:12
    Highlight Highlight Natürlich ist es für die junge Dame hart, aber wie aus dem einseitigen Text hervorgeht, sehe ich keinen Fehler de Behörden, sondern lediglich die korrekte Anwendung des Ausländer und Integrationsgesetzes. Sollte jemand finden, dass dieses zu "hart" sei oder die Hürden für eine Aufenthaltsbewilligung zu hoch sind, wenn man ohne Papiere einreist (wie auch immer das möglich ist), empfehle ich die entsprechenden Gesetze der Vereinigten Staaten, Kanada und Australien zu lesen.
    • Brummbaer76 07.12.2019 20:26
      Highlight Highlight Ganz einfach. Mit gültigem Visa einreisen und nicht wieder ausreisen. Danach untertauchen, geht ganz einfach. Würde auch in Kanada und den USA funktionieren;-)
  • Weisser Mann 06.12.2019 08:08
    Highlight Highlight Verstehe ich das richtig?
    Ihr droht die Ausschaffung wegen den Vergehen ihrer Mutter?
    Ist das Fair?
    Grenzt doch schon an Sippenhaft.
    • Älplermagrönli mit Öpfelmues 06.12.2019 10:48
      Highlight Highlight Nein, ihr droht die Ausschaffung, weil sie sich illegal in der Schweiz aufhält. Das heisst, sie hat keine Aufenthaltsbewilligung.
  • Asmodeus 06.12.2019 07:59
    Highlight Highlight "Sollte das misslingen, hofft er, dass seine Nachfolgerin Alves trotz aller Widerwärtigkeiten eine Chance gibt."


    Sollte vermutlich Widrigkeiten heissen. Die Widerwärtigkeiten findet man zwar ebenfalls. In erster Linie in den Kommentarspalten und bei den Politikern die solchen Fällen aktiv die Zukunft verbauen.

  • paper 06.12.2019 07:55
    Highlight Highlight Eine Beiständind hat sich bedingungslos für ihre Mandanten einzusetzen, genau wie ein Anwalt. Dass die sich nicht in die Angelegenheiten des Migrationsamts einmischen dürfen soll ist ein grundlegender Denkfehler. Da wird einem also eine Beistandschaft von der KESB aufgezwungen, die sich dann nicht mal für einen einsetzt?
    • felixJongleur 06.12.2019 10:07
      Highlight Highlight Paper, einmischen kann man sich bei keiner Behörde, man kann in Rahmen der geltenden Gesetze Anträge und Einsprachen einreichen und Stellungnahmen abgeben und das war es dann bald einmal. Oder erklären Sie doch mal im Detail, was es sonst noch für Optionen gibt?
    • paper 06.12.2019 12:16
      Highlight Highlight Dein Argument klingt so, wie wenn sich ein Anwalt vor Gericht nicht äussern (aka einmischen) dürfte.
      Die Tatsache, dass ein Verein AHV und Krankenkasse organisieren konnte beweist, dass die Beiständin nicht alles Mögliche getan hat. Dass die dann verteidigt wird zeigt, dass es sich nicht nur um einen Personalfehler handelt, sondern um institutionelle Mängel.
    • SwissWitchBitch 06.12.2019 12:45
      Highlight Highlight @felixJongleur in Zug gibt es eine Ombudsfrau, die genau das auf Antrag macht. Hat mir mit der KESB sehr gut geholfen, weil die nehmen "Klienten" sowieso per se mal nicht ernst. Mit der Ombudsfrau ging es dann ganz schnell und ich bekam Recht.
  • WID 06.12.2019 07:49
    Highlight Highlight Es tut mir leid für die junge Frau, aber das war bereits bei der Einreise klar. Sie ist in Brasilien nicht wirklich verfolgt darum darf sie nicht bleiben. Das muss am Anfang des Asylverfahrens vielleicht besser klargemacht werden.
    • reactor 06.12.2019 10:32
      Highlight Highlight Es geht doch nicht um Asyl, es geht um eine Aufenthaltsgenehmigung. Erst lesen, dann verstehen und dann vielleicht kommentieren.
    • Maracuja 06.12.2019 14:10
      Highlight Highlight @WID

      Die junge Frau hat gar keinen Asylantrag gestellt. Es handelt sich um einen illegalen Familiennachzug für den die Mutter verantwortlich ist, nicht die Tochter.
    • WID 06.12.2019 16:07
      Highlight Highlight @: ok, mein Fehler.
  • Toni.Stark 06.12.2019 07:42
    Highlight Highlight Also die sich integrieren und arbeiten und sich engagieren schicken wir nach Hause und die am Tropf des Sozialamtes hängen behalten wir. So macht die Immigrationspolitik wirklich Sinn (Ironie off).
    • Jürg Müller - Fehler beim bearbeiten der Anfrage 06.12.2019 10:31
      Highlight Highlight ...... Der Bieler Imam lässt grüssen.
    • Toni.Stark 06.12.2019 10:54
      Highlight Highlight Also anstatt Blitzen gerne kommentieren, damit eine Diskussion stattfinden kann. Danke! 😘
  • Gawayn 06.12.2019 07:38
    Highlight Highlight Leider sind die Regeln in der Schweiz oft zu starr.

    Die Mutter hat es versiebt.
    Dafür können so Fundamentalisten bleiben, die der Lehrerin den Handschlag verweigern.

    Schon schräg...
  • Bravo 06.12.2019 07:38
    Highlight Highlight Diesen Satz finde ich trotz Dezember, Samichlaus und Weihnachtsbäumen überall geradezu provozierend: 'Das geltende Recht lasse wenig Spielraum zu, um Personen ohne Aufenthaltsrecht den Verbleib in der Schweiz zu erleichtern.'

    Ist es nicht die Aufgabe des geltenden Rechts, dass Personen ohne Aufenthaltsbewilligung eben die Schweiz verlassen müssen??

    Ich bin überzeugt, jeder dritte Fall, welche eine Person ohne Aufenthaltsbewilligung betrifft, ist ähnlich gelagert wie dieser hier. Im Einzelfall natürlich für die Betroffenen sehr hart.
    • Chili5000 06.12.2019 08:22
      Highlight Highlight Wäre es für Sie auch provozierend wenn das geltende Recht vorschreiben würde Frauen zu verbrennen und die Menschen auch dort etwas Spielraum und Ausnahmen gestatten würden?
    • sephiran 06.12.2019 08:23
      Highlight Highlight Das stimme ich dir absolut zu
    • Mila_kannfliegen 06.12.2019 08:41
      Highlight Highlight Und weil solche Fälle nicht einzigartig sind, muss bei jedem Härtefallgesuch genau hingeschaut werden und der Einzelfall geprüft werden.
      Und ihr sollte kein Nachteil erwachsen, nur weil ihre Mutter ihr verheimlicht hat, dass sie ohne Aufenthaltstitel in der Schweiz leben.
      Ich hoffe inständig, dass das Gesuch gutgeheissen wird und sie hier in eine neue Zukunft starten kann.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Kiro Striked 06.12.2019 07:32
    Highlight Highlight «Man müsste die erforderliche Schulpflicht auf drei Jahre senken»

    Und wenn es dann nicht reicht, auf 2 und wenn es dann nicht reicht u.s.w.

    Ich wünsche Ihr das Beste, wirklich. Aber hier sucht man den Bösen in der Schweizer Gesetzgebung und Bürokratie. Hätte die Mutter keine Drogengeschichten am Hals wäre das Problem nichtmal so in der Welt.

    Ich hoffe sehr für sas Mädchen, das hier für Sie entschieden wird. Aber gegen Ihre Mutter, das klingt hart, aber wir können nicht unseren ganzen Rechtsstaat auskoppeln wegen einem einzelnen Fall sonst können wir gleich Anarchie ausrufen.
    • Thomas_v_Meier 06.12.2019 09:32
      Highlight Highlight Die Drogengeschichten der Mutter ist nur ein fast irelevanter Nebenstrang der Geschichte.

      Die Probleme wären sowieso auf Kelly zugekommen abgesehen von den Drogengeschichten der Mutter. Das ganze flog ja auf als die ältere Schwester von Kelly auf Lehrstellen suche war.

      Hoffe auch das sich alles gut ausgeht für Kelly, die Mutter soll man durchaus ausschaffen......
    • Team Insomnia 06.12.2019 09:45
      Highlight Highlight Hate speech.
    • Herr Ole 06.12.2019 09:47
      Highlight Highlight Es geht nicht um Gut und Böse. Es geht darum, dass das Gesetz den Bedürftigen Schutz spenden solle, und niemanden für die Taten Anderer bestrafen sollte.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Baccaralette 06.12.2019 07:31
    Highlight Highlight Es kann nicht sein, dass wir arbeitswillige AusländerInnen wegweisen - die schweizerdeutsch sprechen und sich darum bemühen, alles richtig zu machen.

    Was sind wir nur für ein Land? Paragraphen machen mehr aus als ein Schicksal. Kann nicht sein!

    Und ganz tragisch finde ich die Aussge der KESB - ein 17jähriges Mädchen konnte Stolpersteine mit Hilfe eines Vereins aus dem Weg räumen, aber eine Angestellte der KESB brachte das nicht zustande? Ein Armutszeugnis, ganz ehrlich!

    @ watson: Kann ich Kelly unterstützen?
    • Bambusbjörn aka Planet Escoria 06.12.2019 09:56
      Highlight Highlight Du zeigst mal wieder überdeutlich, wieso ich dich so gut mag.

      Die ganze Sache stinkt einfach mal wieder nach unterbeschäftigten Bürokraten, welche einfach mal wieder ein bisschen Macht ausüben wollen.
      Bei denen, die kein Deutsch sprechen und sich nicht integrieren wollen, lassen sie es, weil diese ihnen recht schnell Bescheid geben, was sie davon halten.
      Aber ein anständiges und höfliches Mädchen wie Kelly Alves, die sich integrieren möchte, an der kann man seinen Machtfetisch ausleben. Weil sie ruhig und anständig ist und nett mit den Behörden umgehen will.
      Ich könnte 🤮

      @die Blitzer:🖕🏻
    • Baccaralette 06.12.2019 13:53
      Highlight Highlight Danke dir, lieber Bambusbjörn!

      Deine Worte, meine Gedanken.

      Und all die Blitzer - ihr hattet einfach Glück, wurdet ihr hier geboren. Ganz einfach. Und denkt mal ein wenig drüber nach, warum wir dieses Glück auch anderen zugute lassen kommen sollten. Ihr verliert nämlich nix, wenn Kelly ihre Lehre hier macht und erfolgreich ist. Überhaupt nix verliert ihr!
    • Bambusbjörn aka Planet Escoria 06.12.2019 14:18
      Highlight Highlight Doch, etwas verlieren sie.
      Ihr liebgewonnenes Feindbild und ihre dringendst benötigten Vorurteile, mit denen sie so tun können, als ob alle anderen an ihren Problemen Schuld wären.

      Als ich auf dem RAV noch anständig war, wurde ich auch noch wie Dreck behandelt.
      Trat ich jedoch aggressiv und dominant auf, sprich ich lasse der Bestie etwas mehr Kette, und haue ihnen Argumente auf den Tisch, mutieren sie zu Darmparasiten.
      Der beste Berater im Aargau, Matthias Stohler, der ist hingegen der Hammer. Er ist streng,aber er war wirklich immer für mich da und hat mir viel geholfen.Ein netter Mensch.
    Weitere Antworten anzeigen
  • G. Schmidt 06.12.2019 07:23
    Highlight Highlight Jeder ausländische Straftäter wird mit Samthandschuhen behandelt, wenn dieser genug lang in der Schweiz war, auch wenn dieser nur von Sozialhilfe lebt...

    Aber dann integrierte Personen wie oben wieder ausschaffen wegen drei Monaten Schulzeit
    • Bambusbjörn aka Planet Escoria 06.12.2019 16:25
      Highlight Highlight Sags der SVP, welche die zuständigen Stellen zu Tode sparen, und wenn wegen ihrer sparwut wieder etwas passiert,sind plötzlich die Linken wieder Schuld.
      Ist man gegenüber aufgeblasenen Beamtenwürstchen renitent und energisch, knicken diese ein und haben Schiss.
      Hat man einen anständigen, wie beispielsweise der User Asho, hat man jemanden der gerne helfen möchte, aber aufgrund der Idiotie der blocheristen weder Verstärkung haben, noch Budget haben um Verstärkung zu organisieren.
      DA sitzt das wirkliche Problem und wäscht seine Hände dümmlich grinsend in Unschuld. Man schützt ja die Schweiz. 🤮
  • thierry_haas 06.12.2019 07:21
    Highlight Highlight Mein Respekt geht hier auch an Lehrmeister Emmenegger. Hut ab vor ihm und all diesen Menschen die sich für Jugendliche einsetzen um ihnen eine bessere Zukunft zu ermöglichen.
  • Coffeetime 06.12.2019 07:07
    Highlight Highlight Ich wünsche Alves viel Erfolg, dass die Administrationsmühlen einen positiven Entscheid fällen. Eine so motivierte junge Frau sollte doch unterstützt werden und wenigstens ein wenig Glück haben.

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