Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Treibhausgasemissionen der Schweizer Industrie höher als angenommen



ARCHIVBILD ZU DEN NEUEN REKORDWERTEN VON CO2 IN DER ATMOSPHAERE, AM MONTAG, 30. OKTOBER 2017 - Smoke rises from chimneys on rooftops in Zurich, Switzerland, pictured on January 23, 2013. (KEYSTONE/Gaetan Bally)

Rauch steigt aus Schornsteinen auf Hausdaechern von Zuerich, aufgenommen am 23. Januar 2013. (KEYSTONE/Gaetan Bally)

Mehr Gas als gedacht am Schweizer Himmel. Bild: KEYSTONE

Die Treibhausgasemissionen des Schweizer Industriesektors liegen gemäss Bundesamt für Umwelt (Bafu) jährlich um rund 600'000 Tonnen CO2-Äquivalente höher als bisher angenommen. Grund sei eine bisher unbekannte Lachgasquelle. Sie wirke sich negativ auf die Erreichung der Klimaziele der Schweiz aus.

Das Lachgas stammt aus der Produktion des Chemie- und Pharmaunternehmens Lonza AG, wie das Bafu am Montag mitteilte. Das klimaschädliche Gas entstehe bei der Produktion des Vitamins Niacin. Die Produktionsanlage der Lonza sei seit 1971 in Betrieb.

Lachgasemissionen seien aber nicht in der Luftreinhalte-Verordnung geregelt. Aus diesem Grund habe die Lonza diese im Rahmen der Vitamin-Produktion auch nicht untersucht.

Die besten Schilder des Klimastreiks

Das Unternehmen habe die Emissionen im Frühjahr 2018 bei einer Kontrollmessung am Produktionsstandort in Visp VS festgestellt und anschliessend dem Bafu gemeldet. Das Bafu habe daraufhin in einem unabhängigen Gutachten die Quelle des Lachgases nachweisen können.

Lonza habe sich verpflichtet, bis spätestens Ende 2021 einen Katalysator einzubauen, der die Emissionen um mindestens 98 Prozent vermindere. Das Unternehmen habe die dafür notwendigen Schritte eingeleitet.

Die Lonza sei in das Schweizer Emissionshandelssystem eingebunden und müsse dem Bund neu auch für diese Emissionen die nötigen Emissionsrechte oder, in begrenztem Umfang, ausländische Zertifikate abgeben.

Negativer Einfluss auf Klimaziele

Die Lachgasquelle hat auch Auswirkungen auf die Klimaziele der Schweiz. International hat sich die Schweiz unter dem Kyoto-Protokoll verpflichtet, ihre Emissionen im Durchschnitt zwischen 2013 und 2020 um 15,8 Prozent gegenüber dem Stand von 1990 zu senken. Aufgrund internationaler Regeln könne der Ausgangswert für 1990 nicht rückwirkend angepasst werden.

3 vielversprechende Ideen im Kampf gegen Luftverschmutzung

abspielen

Video: srf

Die zusätzlichen 600'000 CO2-Äquivalente pro Jahr müssten deshalb während der gesamten Verpflichtungsperiode ausgewiesen werden und wirkten sich negativ auf die Erreichung der Klimaziele aus.

Um das Kyoto-Protokoll dennoch zu erreichen, werde die Stiftung Klimarappen ausländische Zertifikate im Umfang von fünf Millionen Tonnen CO2 erwerben und dem Bund übertragen. Die Stiftung werde dafür einen Teil des nach Erfüllung ihrer vertraglichen Pflichten verbleibenden Stiftungsvermögens verwenden.

Das nationale Verminderungsziel im CO2-Gesetz beträgt im Jahr 2020 20 Prozent gegenüber 1990. Dieses Ziel, das ausschliesslich mit Massnahmen im Inland erreicht werden muss, verschärft sich nun um die festgestellten Lachgasemissionen. (aeg/sda)

Anthropozän

So wird eine Tiefgarage zum Treibhaus

Play Icon

Mehr zum Klimawandel

Der Klimawandel macht dir Angst? Dann guck mal, wen du (nicht) wählen solltest

Link zum Artikel

Schluss mit Lügen! So lässt sich die ganze Welt allein mit grüner Energie versorgen

Link zum Artikel

Für Weihnachten: So begegnest du den «Fakten» deines Onkels, dem Klimawandel-Skeptiker

Link zum Artikel

Reisen wie Greta – die «Flugscham» greift in Schweden um sich

Link zum Artikel

Plötzlich holen die Trumps der Schweiz Mehrheiten – und das in der Klimapolitik

Link zum Artikel

Grünen-Chefin Rytz: «SVP und FDP handeln beim Klimaschutz billig und verantwortungslos» 

Link zum Artikel

Warum das Nein zur CO2-Flugticketabgabe ein fataler Fehler ist

Link zum Artikel

Nichts erreicht – die bittere Klima-Bilanz armer Staaten

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Mehr zum Klimawandel

Der Klimawandel macht dir Angst? Dann guck mal, wen du (nicht) wählen solltest

281
Link zum Artikel

Schluss mit Lügen! So lässt sich die ganze Welt allein mit grüner Energie versorgen

212
Link zum Artikel

Für Weihnachten: So begegnest du den «Fakten» deines Onkels, dem Klimawandel-Skeptiker

474
Link zum Artikel

Reisen wie Greta – die «Flugscham» greift in Schweden um sich

14
Link zum Artikel

Plötzlich holen die Trumps der Schweiz Mehrheiten – und das in der Klimapolitik

222
Link zum Artikel

Grünen-Chefin Rytz: «SVP und FDP handeln beim Klimaschutz billig und verantwortungslos» 

49
Link zum Artikel

Warum das Nein zur CO2-Flugticketabgabe ein fataler Fehler ist

167
Link zum Artikel

Nichts erreicht – die bittere Klima-Bilanz armer Staaten

23
Link zum Artikel

Mehr zum Klimawandel

Der Klimawandel macht dir Angst? Dann guck mal, wen du (nicht) wählen solltest

281
Link zum Artikel

Schluss mit Lügen! So lässt sich die ganze Welt allein mit grüner Energie versorgen

212
Link zum Artikel

Für Weihnachten: So begegnest du den «Fakten» deines Onkels, dem Klimawandel-Skeptiker

474
Link zum Artikel

Reisen wie Greta – die «Flugscham» greift in Schweden um sich

14
Link zum Artikel

Plötzlich holen die Trumps der Schweiz Mehrheiten – und das in der Klimapolitik

222
Link zum Artikel

Grünen-Chefin Rytz: «SVP und FDP handeln beim Klimaschutz billig und verantwortungslos» 

49
Link zum Artikel

Warum das Nein zur CO2-Flugticketabgabe ein fataler Fehler ist

167
Link zum Artikel

Nichts erreicht – die bittere Klima-Bilanz armer Staaten

23
Link zum Artikel

Abonniere unseren Newsletter

6
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
6Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • RiiseHolzchopf 11.02.2020 10:13
    Highlight Highlight Schon witzig wie nur immer die Treibhausgase als Faktor für die Klimaerwärmung verantwortlich gemacht werden. Es gibt andere Faktoren, welche wohl einen viel höheren Einfluss auf die steigenden Temperaturen haben, die aber kaum beachtet bzw. angesprochen werden.
    Nur mit der Reduktion von CO2-Emissionen werden wir im Kampf gegen Klimaerwärmung und extremen Wetter-Phänomenen auf keinen grünen Zweig kommen.
  • Vecchia 11.02.2020 09:18
    Highlight Highlight "Um das Kyoto-Protokoll dennoch zu erreichen, werde die Stiftung Klimarappen ausländische Zertifikate im Umfang von fünf Millionen Tonnen CO2 erwerben ..."

    Ich werde nie verstehen, wieso man im 21. Jh. noch daran glaubt, mit Ablasshandel drohende Probleme abwenden zu können. Im Namen der heiligen Expansion...
  • Sherlock_Holmes 10.02.2020 22:32
    Highlight Highlight Das Unternehmen habe die Emissionen im Frühjahr 2018 bei einer Kontrollmessung am Produktionsstandort in Visp VS festgestellt (...)
    Das Bafu habe daraufhin in einem unabhängigen Gutachten die Quelle des Lachgases nachweisen können.

    Lonza habe sich verpflichtet, bis spätestens Ende 2021 einen Katalysator einzubauen. (...)

    Um das Kyoto-Protokoll dennoch zu erreichen, werde die Stiftung Klimarappen ausländische Zertifikate im Umfang von fünf Millionen Tonnen CO2 erwerben und dem Bund übertragen.»

    Lachgasemissionen – nicht zum Lachen.

    Lachhaft ist einzig das Tempo der Massnahmen.
  • kelu77 10.02.2020 19:33
    Highlight Highlight No shit Sherlock 🕵️‍♂️
  • hämpii 10.02.2020 14:28
    Highlight Highlight "Treibhausgasemissionen der Schweizer Industrie höher als angenommen"... Ach was, echt?
  • Turicum04 10.02.2020 11:27
    Highlight Highlight Jetzt müssen unbedingt Massnahmen getroffen werden. Aber unsere von der Wirtschaft finanzierten (bestochenen!!) Bundesräte machen nichts! Logisch, sie wollen hohe Dividenden und lassen uns Sozialhilfe-Empfänger verrecken!

Härtere Strafen für Tierschmuggler? Nicht mit der SVP 🐢

Schwere Fälle von Handel mit geschützten Tieren und Pflanzen sollen neu als Verbrechen gelten – das finden fast alle gut.

«Kuscheljustiz», «Kriminelle härter anpacken» oder «höhere Strafen»: Wörter und Wendungen, die zum Stammvokabular von SVP-Politikern gehören. Die Partei steht für eine pointierte Law-and-Order-Politik – etwa wenn sie im Wahlkampf fordert, das Strafgesetzbuch zu verschärfen. Wenn sie die Höchstdauer von Freiheitsstrafen von 20 auf 60 Jahren erhöhen will. Oder wenn sie das «absolut untaugliche Mittel der Geldstrafen» kritisiert.

Umso bemerkenswerter ist es, wenn sich die SVP gegen griffige Strafen …

Artikel lesen
Link zum Artikel