Schweiz
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ARCHIV --- ZUR MELDUNG, DASS SICH DIE SUCHE NACH EINEM STANDORT FUER EIN TIEFENLAGER FUER RADIOAKTIVE ABFAELLE VERZOEGERT, STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES BILD ZUR VERFUEGUNG --- Protest Plakat in einem Feld bei Boezberg (AG) am Samstag, 31. Januar 2015. Jura Ost und Zuerich Nordost: Diese beiden Standorte schlaegt die Nagra für die Lagerung sowohl von schwach- und mittelradioaktiven als auch von hochradioaktiven Atomabfaellen vor. Vier weitere Gebiete, die ebenfalls für den Bau eines geologischen Tiefenlagers untersucht wurden, duerften damit aus dem Spiel sein. (KEYSTONE/Walter Bieri)

Der Bözberg ist einer von zwei vorgeschlagenen Standorten für ein Atomabfalllager. 
Bild: KEYSTONE

Atomabfälle: Nagra startet seismische Messungen rund um den Bözberg



Die Nagra hat im Standortgebiet Jura Ost für ein mögliches Atomendlager dreidimensionale Messungen des Untergrundes aufgenommen. Rund um den Bözberg wird ein 100 Quadratkilometer grosses Gebiet in drei Monaten seismisch untersucht.

Die dreidimensionalen Messungen seien Bestandteil des Standortwahlverfahrens für geologische Tiefenlager, sagte Markus Fritschi, Mitglied der Geschäftsleitung der Nationalen Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle (Nagra), am Donnerstag vor den Medien in Kleindöttingen AG. Die Gesteinsschichten würden flächenhaft abgebildet.

Wichtige Erkenntnisse erwartet

Allfällige geologische Störungen könnten erkannt werden. Mit den Messungen könnten wichtige Erkenntnisse für die Standortwahl gewonnen werden. Bis die Ergebnisse der Messungen vorliegen würden, vergehe jedoch noch einige Zeit.

Der Aufwand und der Maschinenpark für die Feldarbeiten sind gross. Im Einsatz stehen sechs Vibrationsfahrzeuge, 150 Kilometer Kabel, 60'000 hochempfindliche Messinstrumente (Geofone) und ein Fuhrpark von rund 60 Fahrzeugen.

ZUM SDA-TEXT

Die Nagra ist das Kompetenzzentrum für die Lagerung radioaktiver Abfälle.
Bild: KEYSTONE

Die Messungen führt die deutsche Firma DMT mit 120 Mitarbeitenden im Auftrag der Nagra aus. Die Arbeiten finden in den kommenden drei Monaten an sechs Tagen pro Woche statt.

Die seismischen Messungen würden routinemässig in verschiedenen Regionen durchgeführt, vom ländlichen Raum mit intensiver Landwirtschaft bis zu dicht besiedeltem Gebiet, erläuterte Nagra-Projektleiter Marian Hertrich.

Schwache Schwingungen als «Echos»

Die Nagra vergleicht die Messungen, welche die Tiefen von bis zu einem Kilometer abbilden, mit einem Echolot auf Schiffen. Vibrationsfahrzeuge oder kleine Sprengladungen in bis zu acht Metern tiefen Bohrlöchern erzeugten schwache Schwingungen.

Diese Schwingungen würden sich wellenartig im Untergrund ausbreiten, wo sie an den verschiedenen Gesteinsschichten reflektiert würden. Innerhalb von Sekunden erreichten diese «Echos» wieder die Erdoberfläche, wo sie von empfindlichen Messgeräten aufgezeichnet würden.

So funktioniert die Methode:

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YouTube/Nagra Filme

Nach den Vorbereitungen wurden mit den Messungen am Donnerstag im Nordosten des Gebiets Jura Ost, bei Mandach/Villigen, begonnen. Der Endpunkt der Messkampagne liegt in Densbüren.

Die Kantonsbehörden hatten im August die Bewilligung für die Messungen gemäss dem Gesetz über die Nutzung des tiefen Untergrundes und die Gewinnung von Bodenschätzen erteilt. Im Aargau sind rund 1200 Grundeigentümer betroffen.

Messungen im Weinland folgen

THEMENBILD ZUM STANDORT VORENTSCHEID NAGRA FUER ENDLAGER RADIOAKTIVE ABFAELLE --- Blick ueber Rebberge auf das Kloster Rheinau, aufgenommen am 5. Juni 2013. Das Gebiet Zuerich Nordost/Weinland gilt als sehr geeigneter  Standort fuer ein Tiefenlager fuer hochradioaktive Abfaelle. (KEYSTONE/Gaetan Bally)

Das Weinland ist der zweite vorgeschlagene Standort für ein Tiefenlager.
Bild: KEYSTONE

Nach Abschluss der Messungen im Standortgebiet Jura Ost erfolgen die Untersuchungen im Standortgebiet Zürich Nordost (Weinland). Es ist das zweite von der Nagra vorgeschlagenen Gebiet in den Kantonen Zürich und Schaffhausen. Diese Messkampagne wird voraussichtlich drei Wochen dauern.

Das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat (ENSI) hatte im September bemängelt, dass die Nagra «ungenügende und nicht nachvollziehbare Daten» zur maximalen Tiefenlage der Standortgebiete geliefert hatte. Die Nagra muss die Daten nun nachliefern. (lhr/sda)

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