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Eigenartiges Phänomen: Viele Tote auf Genfer Friedhöfen verwesen nicht



Einige Westschweizer Friedhöfe kämpfen mit einem eigenartigen Phänomen: Wegen stark verdichteter Böden verwesen beerdigte Leichen nicht mehr. Besonders in Genf haben die Behörden ein Problem mit der verlangsamten Zersetzung.

Die Leiterin des Bestattungs- und Friedhofamts der Stadt Genf, Anne Humbert-Droz, bestätigte am Dienstag entsprechende Artikel von «24 Heures» und «Tribune de Genève». Die beiden Tageszeitungen hatten mit Vincent Varlet gesprochen, der am Westschweizer Universitätszentrum für Rechtsmedizin in Lausanne arbeitet.

Nach Ansicht des Experten ist die schlechte Zersetzung der Leichen vor allem auf die Beschaffenheit des Bodens zurückzuführen, der manchmal stark verdichtet und schlecht belüftet ist. «Da es weniger Sauerstoff gibt, setzen sich die Böden mit der Zeit ab und ersticken. Dadurch geraten die Verwesungsprozesse ins Stocken», sagte Varlet.

Bereits im 19. Jahrhundert waren die verdichteten B

Bereits im 19. Jahrhundert waren die verdichteten Böden ein Problem. Der Friedhof Saint-Georges in Genf. (Archivbild) Bild: KEYSTONE

Der Sauerstoffmangel und der komprimierte Boden kann auch ein Problem für die an der Zersetzung beteiligten Mikroorganismen, Käfer und Würmer darstellen.

In Genf wurde das Problem der Böden bereits im 19. Jahrhundert erkannt. 1880, als der Standort des Friedhofs von Saint-Georges festgelegt wurde, brachten die Behörden diese Frage zur Sprache. Wegen einer kompakten Lehmschicht von grosser Dicke kamen sie zum Schluss, dass die Zersetzung nicht oder nur sehr verzögert stattfinden würde.

Zurzeit werden Studien zu diesem Thema auf den Genfer Friedhöfen Saint-Georges, Châtelaine und Petit-Saconnex durchgeführt. (cma/sda)

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29Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • karl_e 14.05.2020 10:57
    Highlight Highlight Das eigenartige Phänomen ist seit Jahrhunderten bekannt.
  • 34RS90 13.05.2020 12:19
    Highlight Highlight Kremationspflicht, fertig.
  • Super8 13.05.2020 11:16
    Highlight Highlight Endlich, Zombies!
  • Matrixx 13.05.2020 09:12
    Highlight Highlight Das freut bestimmt zukünftige Archäologen, Leichen in solch gutem Zustand zu finden.

    Hat man ja teilweise bei Moorleichen, wo man z.B. Germanen sehr gut erhalten gefunden hat, nach etwa 2000 Jahren.
  • Suigarah 13.05.2020 08:56
    Highlight Highlight Letztens kam mein Neffe zu mir und sagte "Hey ich hab den Film How High gesehen. Das ist jetzt mein Lieblingsfilm. Wenn du mal stirbst ziehe ich auch eine Pflanze aus deiner Asche." ^^
    • Bits_and_More 13.05.2020 11:52
      Highlight Highlight Ich würd ihm das Erlauben, aber nur mit der Bedingung, dass er an für die nächste Weihnachten Highländerli für die ganze Verwandschaft backt.
  • Nik G. 13.05.2020 08:21
    Highlight Highlight Verbrennt sie doch einfach alle. Problem gelöst.
  • Nathan der Weise 13.05.2020 08:16
    Highlight Highlight Phänomen der Fettwachsleichen
  • MarGo 13.05.2020 07:41
    Highlight Highlight Noch ein Grund mich einäschern zu lassen und als Dünger für eine kleine Steineiche oder so zu dienen... Fand den Gedanken immer schön, dass sich meine Tochter einfach unter ein Bäumchen setzen kann, wenn sie mich "besuchen" will... :)
    Konnte mich nie mit dem Gedanken anfreunden, dass ich ein halbverwester Kadaver in 1,80 Tiefe bin....
    • Wölkchen 13.05.2020 13:15
      Highlight Highlight Es zieht mir die Nackenhaare hoch bei dem Gedanken von: unter der Erde verwesende Tote zu sein 😱
      Auch ich werde mich kremieren lassen und danach meine Asche verstreuen lassen.
    • Antinatalist ⚠ Lockdown-Fan-Club 14.05.2020 01:54
      Highlight Highlight Bitte vorher zuerst eine Gefahrenstoffanalyse der verbrannten überreste veranlassen. Sondermüll sollte man auch nicht einfach so in der Natur verbreiten.
  • Hessmex 13.05.2020 01:01
    Highlight Highlight Da wären ja die Voraussetzungen für ein Mumien-Museum geschaffen!

    Bild: Mumien-Museum Guanajuato México
    Benutzer Bild
    • Antinatalist ⚠ Lockdown-Fan-Club 13.05.2020 16:09
      Highlight Highlight Sind das jeweils zwei Meter Abstand? Falls ja, scheinen die offenbar nicht auszureichen... 😱😋
  • lilie 12.05.2020 19:29
    Highlight Highlight Aber warum soll das ein Problem sein? So weit ich weiss, werden Gräber nach 20 Jahren sowieso ausgehoben, um Platz zu machen. Die Bevölkerungszunahme wirkt sich auch auf Friedhöfe aus
    • ursus3000 12.05.2020 20:05
      Highlight Highlight Genau das ist das Problem . Und dann ? Die Resten in die Müllverbrennung ?
    • Andi Weibel 12.05.2020 20:39
      Highlight Highlight Das Problem tritt eben genau nach diesen 20 Jahren auf, wenn die Verstorbenen noch nicht verwest sind...
    • ReziprokparasitischerSymbiont 12.05.2020 21:00
      Highlight Highlight Der Platz ist nicht das grösste Problem, aber das was nach 20 Jahren noch übrig ist, ist belastetes Aushubmaterial. Das ist einerseits aus Umweltsicht nicht ganz einfach zu entsorgen und andererseits kannst Du dieses Material auch aus pietätsgründen nicht einfach irgendwo auf eine Deponie schmeissen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Mafi 12.05.2020 19:22
    Highlight Highlight Wäre noch schön wenn ihr sagt wieso das Problematisch sein kann(?) Wäre sicher spannend.
    • Bündn0r 12.05.2020 19:31
      Highlight Highlight Nach rund 25 Jahren (stark ortsabhängig) werden Gräber geräumt und neu belegt.
      Unschön, wenn man noch erkennen kann, um wen es sich handelt. Ausserdem: was macht man mit den Überresten?
    • südfüessler 12.05.2020 21:48
      Highlight Highlight Vorwiegend die totengräber haben das problem.zum einen stinken halbverwesene leichen bestialisch.auch entsteht durch die baktetielle zersetzung botulinumtoxin(botox),was in dieser konzentration durchaus gefährlich sein kann.
    • Mafi 12.05.2020 22:31
      Highlight Highlight Danke für die Antwort!
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