Nach CSD-Anschlag: So steht es um die Sicherheit an der Street Parade
Hunderttausende Menschen strömen am 8. August nach Zürich, um an der Street Parade zu feiern. Zugangskontrollen gibt es nicht. Das war auch am Christopher Street Day in Berlin so, wo es am Wochenende zu einem Terroranschlag kam. Eine Frau starb, knapp 30 Personen wurden verletzt.
Dass auch in der Schweiz die Gefahr eines Anschlags besteht, zeigt ein Blick in die Vergangenheit: Vor zwei Jahren sollen zwei Jugendliche einen islamistisch motivierten Anschlag auf die Zurich Pride geplant haben. Die beiden Schweizer wurden deswegen festgenommen.
In Zürich ist man sich der Gefahr folglich bewusst. Nicht nur an der Street Parade, sondern auch an anderen Veranstaltungen in der Schweiz kommen seit einigen Jahren Betonblöcke und andere Zufahrtssperren zum Einsatz. Auch in diesem Jahr werden sie an der Street Parade platziert, wie Judith Hödl, Sprecherin der Stadtpolizei Zürich, der NZZ bestätigt. Details zum Sicherheitskonzept werden aus taktischen Gründen jedoch nicht genannt.
Gegenüber dem «Blick» erklärt Hödl jedoch, dass auch zivile Detektive aus verschiedenen Abteilungen patrouillieren, um Straftaten aufzudecken. Das Sicherheitsdispositiv werde gemäss der laufend neu beurteilten Lage angepasst. Auch der CSD-Anschlag fliesse in diese Beurteilung mit ein, sagt Hödl.
Die Behörden – also Kantonspolizei, Stadtpolizei und Fedpol – stehen im Austausch. In der Schweiz gilt seit Jahren eine erhöhte Terrorgefahr. Im Juni wurden vom Nachrichtendienst 44 Risikopersonen gezählt, die «Formen des Terrorismus unterstützen und dazu ermutigen», berichtet die NZZ.
An der Street Parade sind dieses Jahr 370'000 Franken für die Sicherheit budgetiert. Zugangskontrollen sind für die Veranstalter jedoch keine Option. «Dann wäre es nicht mehr die Street Parade», sagt Vereinssprecher Stefan Epli zur NZZ. (vro)
