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Polizei verhaftet bei Krawallen in Zürich zwei bewaffnete Männer

Polizisten im Zürcher Kreis 4 im Einsatz.
Polizisten im Zürcher Kreis 4 im Einsatz.Bild: brk news

Links und Rechts verurteilt Gewalt in Zürich – die Übersicht zur Halloween-Nacht

01.11.2026, 10:2801.11.2026, 16:46

Polizei verhaftet in Zürich zwei bewaffnete Männer

Die Kantonspolizei Zürich hat in der Nacht auf Sonntag die Stadtpolizei unterstützt und im Rahmen der Ausschreitungen zwei junge Männer verhaftet. Die beiden trugen Waffen und Vermummungsmaterial bei sich, wie die Kapo mitteilte.

Bei den sichergestellten Waffen handelte es um Quarzsandhandschuhe, wie ein Polizeisprecher auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA präzisierte. Diese Handschuhe gelten als Waffe, da sie die Schlagwirkung verstärken.

Die Kapo ertappte die beiden Schweizer im Alter von 19 und 21 Jahren, wie sie auf einer Baustelle mutmasslich Wurfgegenstände sammelten, um diese später gegen die Polizei einsetzen zu können. Zudem sprach sie 18 Wegweisungen aus.

Am späten Samstagabend trafen sich mehrere hundert Personen mit Halloweenmasken zu einer unbewilligten Kundgebung. Dabei kam es zu mehreren Sachbeschädigungen: Beteiligte setzten Strassenbarrikaden und ein Auto in Brand. Die Einsatzkräfte wurden mit Pyrotechnik, Flaschen und Steinen angegriffen worden. Sie setzte ihrerseits Wasserwerfer, Reizgas und Gummischrot gegen die Randalierenden ein. Auch in Basel und Bern kam es am Samstagabend zu Ausschreitungen.

Video: watson/Mira Wecker

Eier an Fahrzeugen, Fenstern und Fassaden

Nach dem Eishockeyderby in Kloten griffen zunächst Fanchaoten des ZSC die Polizistinnen und Polizisten massiv an. Sie setzten dabei Feuerwerk, Raketen und Böller ein, worauf die Polizei Gummischrot verwendete. Ein Polizist wurde bei diesen Angriffen leicht verletzt.

Im gesamten Kantonsgebiet registrierte die Polizei über 50 Meldungen wegen Böllern oder Feuerwerk. Zudem gab es rund 60 Interventionen wegen Unfugs und ein Dutzend Sachbeschädigungen.

In Küsnacht und Meilen wurden Jugendliche von Unbekannten mit Böllern, Schlagringen und Pfefferspray bedroht. Sie wurden zur Herausgabe eines Portemonnaies, einer Uhr und von Jacken gezwungen.

Die Stadtpolizei Zürich verzeichnete im Stadtgebiet rund 65 Halloween-Einsätze, wie sie am Sonntag mitteilte. Die meisten Meldungen betrafen Eierwürfe auf Fahrzeuge, Fenster, Fassaden und Personen.

Halloween hält Polizei AG auf Trab

Die Kantonspolizei Aargau hat in der Halloween-Nacht vom 31. Oktober auf den 1. November 2026 verstärkt Präsenz gezeigt und zahlreiche Kontrollen durchgeführt. Sie rückte über 80 Mal aus, grössere Schäden seien aber ausgeblieben.

Zahlreiche Patrouillen der Regional- und Stadtpolizeien sowie der Kantonspolizei waren in der Nacht auf dem gesamten Kantonsgebiet im Einsatz.

Sie führten dabei proaktive Personenkontrollen durch und stellten vorsorglich Eier sowie Feuerwerk sicher, wie die Kantonspolizei am Sonntag in einer Mitteilung schrieb. Mehr als 80 Meldungen im gesamten Kantonsgebiet waren bei der Polizei eingegangen.

Die Meldungen an die Polizei betrafen Unfug, Sachbeschädigungen und das Abfeuern von Böllern. Auffallend war, dass viele Jugendliche mit Böllern unterwegs waren.

Auch Freiburger Feuerwehr rückt wegen brennender Müllcontainer aus

In der Nacht auf Sonntag haben nicht nur in Zürich und Basel Müllcontainer gebrannt, sondern auch in der Stadt Freiburg. Die Freiburger Kantonspolizei wird dazu Ermittlungen aufnehmen.

Wie sie am Sonntag mitteilte, brannten die Abfallcontainer in den Stadtteilen Beaumont und Schönberg. Aus der Mitteilung geht nicht hervor, ob diese Brände als Ausdruck eines Protests zu werten waren oder mit Halloween zu tun haben.

Der Polizei wurde auch gemeldet, dass in Freiburg und Avry-sur-Matran zwei Busse von Freiburgs Verkehrsbetrieben TPF beschädigt wurden. Beide Fahrzeuge mussten zur Reparatur aus dem Verkehr gezogen werden.

In der Halloween-Nacht erhielt die Polizei zudem zahlreiche Anrufe, wonach Gruppen von Jugendlichen an verschiedenen Orten im Kanton Knallkörper, Eier und Steine warfen. Festgenommen wurde niemand.

Polizei ermittelt nach hohen Sachschäden an Schule in Goldach

In Goldach SG wurden in der Halloween-Nacht diverse Sachbeschädigungen an einem Schulhaus verübt. Der Schaden beläuft sich auf mehrere zehntausend Franken, wie die örtliche Kantonspolizei mitteilte.

In der Nacht auf Sonntag rückte die Kantonspolizei St. Gallen und die örtliche Feuerwehr nach Goldach aus: Auf einem Schulgelände war dort ein Briefkasten gesprengt und ein Müllcontainer in Brand gesetzt worden. Am Sonntagmorgen wurden der Kantonspolizei gemäss eigenen Angaben dann weitere Sachschäden auf dem Areal des Oberstufenschulhauses gemeldet.

Fast 40 Gehwegbeleuchtungen und 4 Videokameras wurden angesprüht, wie eine Polizeisprecherin auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA mitteilte. Der Schaden beläuft sich auf mehrere zehntausend Franken. Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen.

Die Notruf- und Einsatzleitzentrale registrierte rund 30 Meldungen im gesamten Kanton, die hauptsächlich Ruhestörungen, gezündete Böller, grössere Jugendgruppierungen und Sachbeschädigungen betrafen. Wie jedes Jahr war die Kantonspolizei an Halloween verstärkt präsent.

Vandalen beschädigen Auto in Küsnacht ZH

Unbekannte Täter haben in der Nacht auf Sonntag in Küsnacht ZH das Auto einer jungen Frau erheblich beschädigt. Mehrere Personen schlugen und traten auf das Fahrzeug ein.

Die Autofahrerin wollte kurz vor Mitternacht Personen von einer Halloween-Party abholen, wie die Kantonspolizei Zürich am Sonntag mitteilte. Beim Verlassen der Örtlichkeit in der Schmalzgruebstrasse fuhr sie an einer Gruppe von über 50 Jugendlichen vorbei. Dabei begannen mehrere unbekannte Personen, auf das Fahrzeug einzuschlagen und einzutreten.

Zudem kletterten laut Mitteilung mehrere Personen auf das Auto und trampelten auf dem Dach herum. Dies führte zu einer erheblichen Beschädigung des Fahrzeugs. Die betroffene Autofahrerin verständigte umgehend die Polizei, die Ermittlungen aufnahm. Die Kantonspolizei Zürich sucht Zeugen.

Links und Rechts verurteilt Gewalt in Zürich

Die SP Stadt Zürich verurteilt die Gewalt und Zerstörungswut «aufs Schärfste», wie sie am Sonntag in einem Communiqué festhielt. «Offensichtlich ging es den Beteiligten nur um Sachbeschädigung und Konfrontation», lässt sich Präsident Oliver Heimgartner zitieren.

Für solches Vorgehen gebe es keinen Platz in Zürich. Eticus Rozas, Co-Präsident der Stadtzürcher Grünen, sagte der Nachrichtenagentur Keystone-SDA, dass seine Partei sinnlose Gewalt verurteile. Ihn störe es, dass eine kleine Gruppe die Jugendproteste in Europa, die auch legitime Forderungen formuliere, dazu missbrauche, um Gewalt auszuüben.

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Halloween: Ausschreitungen in Zürich
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Die Jungpartei der SP antwortete schriftlich auf eine Anfrage von Keystone-SDA. «Da wir als Juso Stadt Zürich an den Geschehnissen gestern Nacht nicht beteiligt waren und uns die genauen Vorkommnisse unbekannt sind, kann von unserer Seite kein voreiliges Statement erwartet werden», schrieb Co-Präsidentin Alexandra Zeidler.

Auch die Zürcher Stadtregierung, der Stadtrat, verurteilte die Ausschreitungen, wie Sicherheitsvorsteherin Rykart der Nachrichtenagentur Keystone-SDA mitteilte. Sie fordere seit Jahren mehr Personal für die Stadtpolizei, auch im Budget 2017 wieder 17 neue Frontstellen.

Die Polizistinnen und Polizisten hätten eine «top Schutzausrüstung», schrieb Rykart mit Bezug auf die Forderung der JSVP.

Zuvor hatten die Jungfreisinnigen und die Junge SVP Zürich eine Distanzierung der linken Parteien vom Krawall verlangt. Zudem formulierten sie Forderungen an den Stadtrat. Es seien zusätzliche Polizeistellen in dem Umfang zu bewilligen, den Sicherheitsvorsteherin Karin Rykart (Grüne) selbst für notwendig halte, teilten die Jungfreisinnigen am Sonntagmorgen mit. Dies gelte auch für Material wie Wasserwerfer und Tränengas.

Die Junge SVP forderte von der Juso eine Distanzierung und wirft ihnen vor, Zustände wie in Frankreich anzustreben. Zudem verlangte die JSVP, dass sich Rykart erklären müsse, weshalb Zürich «erneut im Chaos versank», wie es im Communiqué heisst.

Die FDP der Stadt Zürich schrieb, anders als in Frankreich und Italien liege in Zürich keine Zukunftsangst vor, sondern es handle sich um kriminelle Selbstinszenierung.

SVP-Nationalrätin Nina Fehr Düsel schrieb auf der Plattform X, dass der Zürcher Stadtrat Rechenschaft darüber ablegen müsse, «weshalb die Krawalle trotz Warnzeichen nicht frühzeitig unterbunden wurden».

Dieser Artikel wird weiter aktualisiert.

(hkl/sda)

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Halloween: Ausschreitungen in Zürich
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Ausschreitungen in Zürich: Unbewilligte Demo im Kreis 4 eskaliert
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