Schweiz
Videos

Ausschreitungen im Zürcher Kreis 4 – Polizei setzt Wasserwerfer ein

Video: watson/Mira Wecker

Ausschreitungen in Zürich und Basel – brennende Barrikaden und Gummischrot

In der Nacht auf Sonntag ist es rund um die Zürcher Langstrasse zu Ausschreitungen gekommen. Barrikaden und ein Auto wurden angezündet, Einsatzkräfte mit Feuerwerk, Flaschen und Steinen angegriffen. Die Polizei setzte Wasserwerfer, Reizstoff und Gummischrot ein. Auch in Basel kam es zu einer unbewilligten Demonstration.
01.11.2026, 09:4901.11.2026, 09:50

Mehrere hundert Personen hatten sich gegen 22.30 Uhr im Bereich der Piazza Cella an der Langstrasse versammelt. Nach Angaben der Stadtpolizei mischten sie sich zunächst unter die zahlreichen Halloween-Partygäste. Ein Reporter der Nachrichtenagentur Keystone-SDA beschrieb die Stimmung später als angespannt.

1 / 17
Halloween: Ausschreitungen in Zürich
quelle: christian beutler
Auf Facebook teilenAuf X teilen

Barrikaden und brennendes Auto

Gegen 23 Uhr bewegte sich die Gruppe in Richtung Helvetiaplatz. Im Bereich Lang- und Stauffacherstrasse wurden Container auf die Fahrbahn gebracht und angezündet. Die Polizei setzte daraufhin Wasserwerfer ein und drängte die Demonstrierenden zurück. Diese teilten sich anschliessend in mehrere Gruppen auf, die durch den Kreis 4 zogen.

Nach Angaben der Stadtpolizei wurden an verschiedenen Orten weitere Container sowie E-Bikes und E-Trottis angezündet. An der Zwinglistrasse brannte zudem ein Auto. Scheiben einer VBZ-Haltestelle und mehrerer Geschäfte in der Nähe des Helvetiaplatzes wurden beschädigt. Einsatzkräfte seien wiederholt mit Pyrotechnik, Flaschen und Steinen angegriffen worden. Die Polizei setzte Wasserwerfer, Reizstoff und Gummischrot ein. Die Feuerwehr rückte aus, um die Brände zu löschen.

Polizeieinsatz bei medizinischem Notfall behindert

Kurz nach Mitternacht wurde laut Polizei auch ein Streifenwagen angegriffen, der wegen eines medizinischen Notfalls an die Brauerstrasse gerufen worden war. Das Fahrzeug wurde beschädigt und die Polizisten mussten sich zunächst zurückziehen. Dadurch verzögerte sich die Hilfe für einen Teenager, der sich bei einem Unfall erhebliche Beinverletzungen zugezogen hatte.

Gegen 1.30 Uhr beruhigte sich die Situation. Die Kantonspolizei Zürich unterstützte die Stadtpolizei beim Einsatz. Wie hoch der entstandene Sachschaden ist, war am Sonntagmorgen noch unklar. Die Stadtpolizei hat Ermittlungen aufgenommen.

Zuvor zu Protesten im Kreis 4 aufgerufen

Bereits vor dem Wochenende hatten Gruppen aus linksextremen Kreisen im Internet zu Aktionen im Kreis 4 aufgerufen. Dabei wurde unter anderem auf die jüngsten Proteste und Ausschreitungen in Frankreich Bezug genommen. In einem auf der Plattform barrikade.info verbreiteten Aufruf wurde auch Sachbeschädigung ausdrücklich thematisiert.

In weiteren Aufrufen wurden steigende Mieten und Krankenkassenprämien als Gründe für die Proteste genannt. Die Stadtpolizei hatte bereits im Vorfeld angekündigt, über die geplante Demonstration informiert zu sein und sich mit einem entsprechenden Aufgebot darauf vorzubereiten.

Auch in Basel kam es am Samstagabend zu einer unbewilligten Kundgebung mit Bezug auf die Jugendproteste in Frankreich und anderen europäischen Ländern. Rund 150 Personen zogen laut Kantonspolizei vom Claraplatz durch die Innenstadt ins St. Johann-Quartier. Dort errichteten Demonstrierende Barrikaden und setzten unter anderem Abfallcontainer in Brand. Nach dem Eingreifen der Polizei löste sich die Gruppe in Richtung St. Johanns-Park auf, die Feuerwehr löschte die Brände. (mke/sda)

Video: watson/Mira Wecker
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Demos in Barcelona vom 24. Oktober 2026
1 / 23
Demos in Barcelona vom 24. Oktober 2026
quelle: www.imago-images.de / imago images
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Deutsche Luxusläden verbarrikadieren sich
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Diese Änderungen treten am 1. November in der Schweiz in Kraft
Neue Regeln bei der Flugpassagier- und der Schengener Personendaten-Weitergabe sowie bei der Modernisierung der Schweizer Ausweisdokumente: Diese Gesetzesänderungen treten in der Schweiz ab dem 1. November in Kraft.
Mit der am 1. November in Kraft tretenden Flugpassagierdatenverordnung müssen Fluggesellschaften in der Schweiz ab Februar 2027 detaillierte Passagierdaten an eine nationale Stelle übermitteln, an die beim Bundesamt für Polizei (Fedpol) angesiedelte Passenger Information Unit (PIU). Die neue Verordnung regelt die Formate und Zeitpunkte dieser Übermittlung, um Terrorismus und schwere Straftaten effektiver zu bekämpfen. Passagiere werden künftig vor der Buchung über die Datenerfassung informiert. Diese Massnahme konkretisiert das vom Parlament verabschiedete Flugpassagierdatengesetz und soll die Sicherheit im Luftverkehr erhöhen, während gleichzeitig Datenschutzbestimmungen eingehalten werden müssen.
Zur Story