Seltene Luchssichtung im Winterthurer Eschenbergwald
Der Eschenbergwald in Winterthur ist mit rund 835 Hektaren das grösste Waldgebiet im Kanton Zürich. Nun ist zum ersten Mal überhaupt in dem Gebiet ein freilaufender Luchs in eine Fotofalle gelaufen und sorgt für eine seltene Momentaufnahme aus dem Winterthurer Tierreich.
Auf die Aufnahme stiess die auszubildende Jungjägerin Petra Heussi, nachdem ein Forstarbeiter im Wald auf ein totes Reh mit verdächtigen Verletzungen stiess. Daraufhin errichtete die Jungjägerin gemeinsam mit zwei weiteren Jägern die Fotofalle.
Dies sei ein normales Verfahren, wenn der Verdacht bestehe, dass ein Luchs ein Tier gerissen habe, erklärt Harry Kohler, Obmann der Jagdgesellschaft, gegenüber watson. Da die Tiere zu ihrer Beute stets zurückkehren würden, werden die Kadaver präpariert und am Boden befestigt, sodass das Tier diese nicht wegschleifen kann.
Dass der Luchs einem dann jedoch so perfekt in die Fotofalle laufe, das geschehe in der Schweiz bei Jagdvereinen selten bis nie, erklärt Kohler. Dass es im Wald auch Luchse geben soll, diesen Verdacht hege man schon lange. Besonders wenn die Luchs-Damen des im Eschenbergwald beheimateten Tierparks Bruderhaus paarungsbereit seien, sehe man immer wieder Anzeichen dafür. Ein Beweisfoto blieb bis jetzt jedoch immer aus.
Gemäss der Schweizer Stiftung für Raubtierökologie und Wildtiermanagement (KORA) leben in der Schweiz rund 360 freilaufende Luchse. Die Tiere leben vor allem in den Alpen, im Jura sowie vereinzelt in der Nordostschweiz.
Harry Kohler und die gesamte Jagdgesellschaft zeigen sich höchst erfreut über die Sichtung. Dies sei ein positives Zeichen und deute auf eine gesunde Biodiversität und Artenvielfalt im Eschenbergwald hin, so der Obmann der Jagdgesellschaft. (jul)
