Nach EM-Bronze: Schweizer Kunstturner wollen an der WM den Aufwärtstrend bestätigen
Die WM in Rotterdam bildet zugleich den Auftakt zur Qualifikation für die Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles. Die jeweils drei besten Nationen bei den Männern und Frauen sichern sich bereits ein Olympiaticket. Noe Seifert, Florian Langenegger, Matteo Giubellini, Dominic Tamsel und Mattia Piffaretti sowie Lena Bickel, Anny Wu, Daria Hartmann, Anastassia Pascu und Samira Raffin vertreten die Schweiz an den Titelkämpfen in den Niederlanden.
Die Schweizer Männer reisen mit Rückenwind nach Rotterdam. An den Europameisterschaften in Zagreb gewannen sie im Teamwettkampf Bronze, nachdem sie im Vorjahr in Leipzig Silber geholt hatten. Nun wollen sie ihre Entwicklung auch auf der Weltbühne bestätigen. Das Ziel ist ein Platz unter den besten zwölf Nationen. Mit einer Top-8-Klassierung wäre zudem die Teilnahme an der WM 2027 in Chengdu im Südwesten Chinas bereits gesichert.
Auch im Mehrkampf haben sich die Schweizer einiges vorgenommen. Angestrebt werden zwei Finalplätze, darunter eine Klassierung in den Top 12. Der aussichtsreichste Kandidat ist Noe Seifert. Der 27-jährige Aargauer gewann vor einem Jahr an den Weltmeisterschaften in Jakarta sensationell Bronze im Mehrkampf und damit die erste Schweizer WM-Medaille in der Königsdisziplin seit 75 Jahren.
Die unmittelbare Vorbereitung des Teamleaders verlief allerdings nicht nach Wunsch. Ende September erlitt Seifert bei einem Sturz im Reck-Training eine Gehirnerschütterung und musste deshalb auf die Schweizer Meisterschaften verzichten. Inzwischen hat er das Training wieder aufgenommen. Seine Ziele formuliert er gegenüber SRF zurückhaltend: «Der Mehrkampf-Final und vielleicht ein Gerätefinal. Aber auch im Team wollen wir eine gute Leistung zeigen.»
Frauen nach sieben Jahren wieder als Team dabei
Für die Schweizer Frauen ist die WM-Teilnahme von besonderer Bedeutung. Erstmals seit 2019 in Stuttgart treten sie wieder mit einem kompletten Team an. Die Qualifikation dafür sicherten sie sich mit dem 10. Rang an der EM in Zagreb.
Angeführt wird das Team von Lena Bickel und Anny Wu. Die 21-jährige Bickel schaffte in Zagreb als erste Schweizerin seit Giulia Steingruber wieder den Sprung in einen EM-Gerätefinal und belegte am Boden den 8. Rang. Wu reist als frischgebackene Schweizer Mehrkampfmeisterin nach Rotterdam.
Die 22-jährige Aargauerin, die bereits 2019 in Stuttgart zum Schweizer WM-Team gehörte, misst der Rückkehr als Team grosse Bedeutung bei. «Es hat eine mega-grosse Bedeutung für mich, wenn man nicht als Einzelturnerin anreist, sondern gemeinsam das Land vertreten darf», sagte Wu.
Sportlich streben die Schweizerinnen einen Platz unter den besten 16 Nationen an. Zudem soll mindestens eine Turnerin den Mehrkampf-Final der Top 24 erreichen.
Medaillenentscheidungen ab Dienstag
Die Schweizer Männer bestreiten ihre Qualifikation in der letzten der sechs Subdivisionen am Sonntagnachmittag, die Frauen tags darauf am Abend. Die Team-Finals finden am Dienstag und Mittwoch statt, gefolgt von den Mehrkampf-Entscheidungen am Donnerstag und Freitag. Am abschliessenden Wochenende werden die Medaillen an den einzelnen Geräten vergeben. (riz/sda)
