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Der Totomat lügt nie: Der FCB hat gegen Winterthur im Cup tatsächlich mit 2:6 verloren.
Der Totomat lügt nie: Der FCB hat gegen Winterthur im Cup tatsächlich mit 2:6 verloren.Bild: keystone
Analyse

Aller schlechten Dinge sind drei – ab sofort spielt der FCB um das letzte bisschen Ehre

Der FC Basel scheidet im Cup gegen Winterthur beim 2:6 mit einer peinlichen Darbietung aus und verpasst damit auch das dritte Saisonziel. Eine Analyse zum Cup-Fiasko des FC Basel und dessen Logik im grossen Bild.
18.02.2021, 08:2918.02.2021, 13:30
céline Feller / bz basel

Es knallt draussen. Die Fans lassen Böller los. «Sforza rauuuus!», rufen sie ins leere Joggeli. Der Baum brennt in Basel. Es sind Szenen, Sekunden bevor Valentin Stocker zum Interview erscheint. Als Einziger neben dem Trainer. Weder der CEO nimmt Stellung noch der Präsident. Letzterer ist gar nicht zugegen an diesem historischen Abend für den FC Basel.

Es ist ein Fiasko, das einer groben Aufarbeitung bedarf. Unter dem Motto «aller schlechten Dinge sind drei» verabschiedet sich der FCB bereits am 17. Februar vom dritten von drei Saisonzielen. Das europäische Geschäft? Bereits vor der Gruppenphase Geschichte. Die Meisterschaft? Spätestens seit vergangenem Sonntag und dem 0:2 gegen Zürich gelaufen. Und der Cup – nun ja, seit gestern.

Die beste Cup-Mannschaft der vergangenen zehn Jahre verabschiedet sich auf eine Art und Weise und vor allem mit einer Leistung, die ihresgleichen sucht.

Keinen Fuss bringt der FCB vor den anderen. Er zerfällt in seine Einzelteile. Stocker betitelt es als «einen Tiefpunkt». Es ist aber viel mehr DER Tiefpunkt, den dieser Klub in seiner jüngeren Geschichte erreicht hat. Die sportlichen Ziele sind futsch. Das Vertrauen der Fans in die Führung schon viel länger. Es mangelt diesem Klub an einem Konzept. Als Stocker dies im Pauseninterview sagt, meint er zwar das Konzept auf dem Rasen und in diesem Spiel.

Der FCB geht gegen Winterthur unter.Video: YouTube/SRF Sport

Aber der Captain dürfte weiter greifen. Denn das Konzept fehlt dem Verein nicht nur auf dem Feld, sondern auch in der Personalpolitik. Wenig überraschend, wenn kein Sportchef eingesetzt ist. Aber es geht nicht nur um das nicht erkennbare Konzept bei der Kaderzusammensetzung. Sondern auch um jenes bei der Trainerwahl. Jeder der drei Trainer in der Burgener-Ära war eine jeweilige Überkorrektur seines Vorgängers. Auf Routinier folgt Rookie, dann wieder Routinier, wieder Rookie.

Eine klare Idee fehlt. Hinzu kommt, dass das einzige Konzept, welches der FCB mal hatte, über den Haufen geworfen wurde. «Für immer Rot-Blau» heisst dieses berühmte Dokument, welches aufzeichnet, wie der Verein mit Spielern aus den eigenen Reihen an alte Erfolge anknüpfen will. Aber seit Verpflichtungen wie jener von Amir Abrashi oder Pajtim Kasami beispielsweise hat dieses Konzept eindeutig nicht mehr die oberste Priorität.

Timm Klose und seine FCB-Kollegen stapfen enttäuscht von dannen.
Timm Klose und seine FCB-Kollegen stapfen enttäuscht von dannen.Bild: keystone

Diese war der Meistertitel. Doch auch wenn Ciriaco Sforza diesen noch nicht als definitiv weg erachtet – er ist es. Denn auf die grösste Transferoffensive seit vielen Jahren folgt beim FCB vielmehr eines der grössten Debakel der Historie. In allen Wettbewerben. Stocker nennt es «eine extreme Negativspirale». Man kann ihm nur zustimmen.

Diesem FCB fehlt es an allen Ecken und Enden. Und damit ist nicht nur die Führung gemeint, sondern auch jene auf dem Feld. Auch die Spieler müssen in die Pflicht genommen werden. Man müsse wieder zeigen, was es wert sei, dieses Trikot zu tragen, sagt Stocker.

Es ist eines der wenigen Dinge, das dem FCB geblieben ist. Er spielt in dieser Saison nur noch um Wiedergutmachung. Darum, seine Fans nicht ganz zu vergraulen. In Zeiten, in denen die Entfremdung ohne Stadionbesuche ohnehin grösser wird. Es geht um Glaubwürdigkeit. Und um das letzte bisschen Ehre.

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47 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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c-bra
18.02.2021 08:52registriert April 2016
und der Urs so in Berlin..
Aller schlechten Dinge sind drei – ab sofort spielt der FCB um das letzte bisschen Ehre\nund der Urs so in Berlin..
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Roque SF
18.02.2021 08:53registriert Mai 2020
Irgendwie schön. Die ganze Entwicklung beim FCB einerseits und bei YB anderseits zeigt, dass sich Qualität halt doch durchsetzt. Während das Duo Heusler/Heitz in Basel und die aktuelle Führungsriege um Spycher/Chapuisat etc. dank Kompetenz und Authentizität grosse Erfolge feiern oder feiern durften, scheitern die Schwätzer und Wichtigtuer Burgener/Heri und früher bei YB die Witzfiguren Jauch/Känzig/Siegenthaler etc. gnadenlos.
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giandalf the grey
18.02.2021 08:47registriert August 2015
Schuld sind schlussendlich weder die Leader auf dem Feld, noch der Trainer oder der fehlende Sportchef. Schuld ist wer für alle diese Positionen verantwortlich ist. Und das ist Burgener. Er übernahm einen der erfolgreichsten Vereine der Schweiz und zerstörte ihn innert weniger Jahre. Klar, Sforza muss gehen. Auch die "Routiniers" auf dem Platz, die die jüngeren Spieler anführen sollten, müssen evt getauscht werden. Aber das wird alles nichts nützen so lange Burgener da ist.
1955
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