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Die SC Rapperswil-Jona Lakers Spieler feiern mit den Fans nach dem 4-3 Sieg in der Verlaengerung im Eishockey-Meisterschaftsspiel der National League zwischen den SC Rapperswil-Jona Lakers und dem EV Zug am Dienstag, 24. September 2019, in Rapperswil. (KEYSTONE/Patrick B. Kraemer)

Gute Stimmung in Rapperswil: Der Saisonstart verläuft nach Wunsch. Bild: KEYSTONE

Analyse

Rapperswil hat seinen guten Start Roman Cervenka zu verdanken – aber nicht nur

Die Rapperswil-Jona Lakers überraschen in der neuen National-League-Saison. Nach Biel und den ZSC Lions haben sie nun auch Meisterschaftsfavorit Zug in die Knie gezwungen und grüssen vom vierten Tabellenplatz. Was steckt dahinter?



Es sind erst fünf oder sechs (teilweise auch nur drei) Runden gespielt in der National League. Es ist also noch sehr früh in der Saison, vermutlich zu früh um definitive Schlüsse zu ziehen. Aber wir können aufschreiben, was uns in den ersten Spielen aufgefallen ist.

Und zwar sind das die Rapperswil-Jona Lakers (mit 9 Punkten derzeit auf Rang 4) und insbesondere deren Neuzugang Roman Cervenka. Der Tscheche hat sein Team in den letzten drei Spielen in Serie in der Verlängerung zum Sieg geschossen. Liegt es also nur an Cervenka, dass die Lakers so gut in die neue Spielzeit gestartet sind? Er ist definitiv ein grosser Faktor, aber es steckt mehr dahinter.

Der Overtime-Siegtreffer von Cervenka gegen Zug.

Der Faktor Cervenka

Der Tscheche hat einen grossen Anteil am Erfolg der Lakers. Cervenka ist vermutlich der beste ausländische Spieler am Obersee seit Stacy Roest. Der 33-Jährige ist ein Spielmacher erster Güte. Dass er in der Lage ist, durchschnittlich mehr als einen Punkt pro Spiel zu erzielen, hat er in Fribourg, aber auch bei früheren Stationen in Europa bewiesen.

Cervenkas Tore und Assists können die Lakers gut gebrauchen, schliesslich hatten sie mit nur 92 Toren letzte Saison die mit Abstand schlechteste Offensive der Liga.

SC Rapperswil-Jona Lakers Stuermer Roman Cervenka waehrend dem Eishockey-Meisterschaftsspiel der National League zwischen den SC Rapperswil-Jona Lakers und dem EV Zug am Dienstag, 24. September 2019, in Rapperswil. (PPR/Patrick B. Kraemer)

Roman Cervenka präsentiert sich bereits in Topform. Bild: KEYSTONE

Dass der Center in Rapperswil gelandet ist, hat auch mit seiner Verletzungsgeschichte zu tun. Letzte Saison fehlte Cervenka den ZSC Lions wegen einer Lungenembolie rund drei Monate. Es war bereits der zweite Vorfall dieser Art in der Karriere des Tschechen. Die Lakers gingen also ein Risiko ein, als sie den Stürmer verpflichteten.

Doch dass die St.Galler sich den Tschechen am Ende auch leisten konnten, verdanken sie dessen Angehörigen. «Meine Familie wollte im Raum Zürich bleiben und ist glücklich hier in Rapperswil», sagte Cervenka vor der Saison. Eine Lohneinbusse sei da zweitrangig. Der Stürmer ist zufrieden mit dem Saisonstart seiner neuen Mannschaft: «Diese Punkte geben uns Vertrauen. Sie zeigen, dass wir mit allen mithalten können. Aber wir müssen demütig bleiben.»

Der Faktor Glück

Wer drei Mal in der Verlängerung gewinnt, hat sicher auch etwas Glück für sich beansprucht. Schliesslich ist das Format 3-gegen-3 stets eine gewisse Lotterie.

Dennoch wäre es falsch, die jüngsten Siege der Lakers nur auf den Faktor Glück zu reduzieren. Ihr PDO (Fangquote der Goalies plus Schusseffizienz) deutet mit 101,97 zwar auf etwas Glück hin, doch die Spielweise scheint grundsätzlich nachhaltig erfolgreich zu sein. Torhüter Melvin Nyffeler hat bewiesen, dass er eine Fangquote von rund 92 Prozent über eine Saison halten kann. Und Rapperswils Schusseffizienz von 9,66 Prozent ist auch nicht überdurchschnittlich hoch, sondern nach den miserablen 7,45 Prozent im vergangenen Jahr nun auf ein normales Level gestiegen.

Fangquote und Schusseffizienz der Lakers im Vergleich zur letzten Saison:

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Infogram

quelle: sihf.ch

Der Faktor Defensive

Wie im obigen Punkt bereits erwähnt, können sich die Lakers auch in diesem Jahr wieder auf einen starken Melvin Nyffeler im Tor verlassen. Der 24-jährige Goalie hat in fünf Spielen bereits zwei Shutouts gefeiert.

Doch im Gegensatz zu anderen Jahren musste er dafür bislang nicht auf dem Kopf stehen. Denn seine Vorderleute schaffen es, das Geschehen vermehrt vom eigenen Tor wegzuhalten. In seinen gespielten fünf Partien kontrollierte Rapperswil 54,51 Prozent aller Schussversuche (Corsi). Das ist der beste Wert aller National League-Teams. Zudem lassen die Lakers pro Spiel durchschnittlich nur 26 Schüsse auf den eigenen Kasten zu – auch das ist Ligabestwert.

ZUM BEGINN DER NATIONAL LEAGUE SAISON 2019/20 AM FREITAG, 13. SEPTEMBER 2019, STELLEN WIR IHNEN FOLGENDE PORTRAITS VON JEFF TOMLINSON, HEADCOACH SC RAPPERSWIL-JONA, ZUR VERFUEGUNG --- Jeff Tomlinson, Coach SC Rapperswil-Jona Lakers, portraitiert in der Garderobe der 1. Mannschaft der Lakers am 16. August 2019 in der St. Galler Kantonalbank Arena in Rapperswil-Jona. (KEYSTONE/Christian Beutler)

Trainer Jeff Tomlinson hat den Lakers defensive Disziplin eingeimpft. Bild: KEYSTONE

Es scheint, als hätte Trainer Jeff Tomlinson seinen Spielern extreme defensive Disziplin eingeimpft. Das zeigt sich auch in der Tatsache, dass Spiele der Lakers oft eher «langsam» sind. Laut «NL Ice Data» kommen in Spielen mit Rapperswiler Beteiligung die wenigsten Schussversuche zustande. Und fast schon als Bonus müssen die St.Galler gemeinsam mit Bern und Servette auch die wenigsten Strafminuten absitzen.

Der Faktor Kaderstärke

Doch es ist nicht so, dass sich die Lakers in der eigenen Zone einigeln (siehe Corsi-Wert). Wenn sie die Scheibe haben, verlagern sie das Spiel schnell in die gegnerische Zone und versuchen, dort Chancen zu kreieren. Im Gegensatz zur letzten Saison gelingt das auch vermehrt.

Rapperswiler Andrew Rowe freut sich im Eishockeyspiel der National League zwischen den Rapperswil-Jona Lakers und dem ZSC Lions am Samstag, 21. September 2019, in der St. Galler Kantonalbank Arena in Rapperswil-Jona. (KEYSTONE/Ennio Leanza)

Andrew Rowe: Neu dabei und gleich Captain bei den Lakers. Bild: KEYSTONE

Das liegt sicher an Punkt 1 (Roman Cervenka), aber auch an seinen Mitspielern. Mit ihm, Kevin Clark, Andrew Rowe und Danny Kristo verfügt Rapperswil dieses Jahr über vier starke Ausländer. Und sie ziehen jüngere Spieler wie Dominik Egli (schon 7 Assists) oder Cedric Hüsler (2 Assists) mit.

Fazit

Dass die Lakers gut in die Saison gestartet sind, ist kein Zufall. Die Mannschaft ist stärker besetzt als letzte Saison und könnte noch manchen Gegner überraschen. Der Erfolg scheint derzeit aufgrund der Spielweise nachhaltig zu sein. Wie sich Rapperswil schlägt, wenn auch Ligafavoriten wie Zug, Lausanne oder Bern den Tritt finden, bleibt allerdings abzuwarten.

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