Sport
Champions League

Yamal vor Kane: Schweizer Journalist über seine Wahl beim Ballon d'Or

An image of England's soccer player Harry Kane, winner of the Ballon D'Or, is displayed on a large screen at Piccadilly Circus in London, Tuesday, Oct. 27, 2026. (AP Photo/Alastair Grant)
Ha ...
Am Piccadilly Circus in London wird Harry Kane gratuliert.Bild: keystone

So begründet der Schweizer Vertreter sein überraschendes Podest beim Ballon d'Or

Die Verleihung des Ballon d'Or an Harry Kane gibt weiter zu reden. Nun ist bekannt, wen das Schweizer Jurymitglied als Sieger sah: Lamine Yamal. Mit seiner Wahl von Rang 3 erstaunte er.
28.10.2026, 07:4528.10.2026, 07:51

Daniel Visentini ist ein Urgestein des Schweizer Fussball-Journalismus. Seit vielen Jahren stellt der Romand stets die erste Frage an Medienkonferenzen des Schweizer Nationalteams, so hat es sich eingebürgert. Visentini ist zudem der Schweizer Journalist in der Jury des Ballon d'Or und hat in der «Tribune de Genève» seine Wahl erklärt:

  1. Lamine Yamal (Spanien, FC Barcelona)
  2. Harry Kane (England, Bayern München)
  3. Pau Cubarsi (Spanien, FC Barcelona)
From right: Swiss journalists Sandro Compagno (20 Minuten), Eva Tedesco (20 Minuten) and Daniel Visentini (Tribune de Geneve) seen during a press conference of the Swiss team in Porto Seguro, Brazil,  ...
Visentini bei der Schweizer Nati.Bild: KEYSTONE

«Dieser Entscheid geht mit einer Verantwortung einher, und hinter dieser Verantwortung steht eine Überlegung, auch wenn sie subjektiv sein mag», schreibt Visentini und nennt dann drei Kriterien, die es seiner Meinung nach zu beachten gilt. Lamine Yamal habe diese für ihn am besten erfüllt.

Denn beim Ballon d'Or stünden individuelle Leistungen an erster Stelle. Danach folgten Mannschaftsleistungen und die Erfolgsbilanz, und schliesslich die Klasse und das Fairplay. Yamal stehe bei ihm wegen der Kombination der drei wichtigsten Kriterien zuoberst – und auch, weil er Weltmeister wurde.

epa13203120 FC Barcelona's Pau Cubarsi (L) and Lamine Yamal high five as they warm up ahead of the Spanish LaLiga soccer match between FC Barcelona and Rayo Vallecano, in Barcelona, Spain, 31 Aug ...
Pau Cubarsi (links) und Lamine Yamal.Bild: keystone

«Er ist schlichtweg aussergewöhnlich. Ein Hauch von Magie liegt in der Luft, wenn er den Ball am Fuss hat», schwärmt der Journalist über den 19-Jährigen. Zwar habe Kane mit 73 Toren für Klub und Land ein aussergewöhnliches Jahr gehabt. «Man könnte sich tatsächlich fragen, warum Kane nicht auf dem ersten Platz steht, das stimmt», gibt Visentini zu. Doch eben: «Da ist der Eindruck, den Yamal hinterlässt, mit seinen akrobatischen Einlagen und seinen Geniestreichen, wenn er mit dem Ball am Fuss vorstösst. Vielleicht der Einzige, der so regelmässig Bewunderung hervorruft.»

Verteidiger hingegen stünden weniger im Rampenlicht. Um ihre Leistung zu honorieren, setzte der Romand Pau Cubarsi, der in der Endabrechnung Platz 12 erreichte, auf Rang 3.

Mit erst 19 Jahren habe er die ganze Saison über sowohl bei Barça als auch in der spanischen Nationalmannschaft beim Gewinn des WM-Titels beeindruckend gespielt. «Das ist das Ungerechte an solchen Wahlen, dass offensive, spektakuläre und unberechenbare Spieler verherrlicht werden, während ein Verteidiger, der ebenso entscheidend ist, wenn er den gegnerischen Stürmer ausschaltet, weniger Eindruck hinterlässt. Dabei ist er genauso unverzichtbar.» (ram)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Glück ab und gut Land: Bilder der Ballontage Toggenburg
1 / 28
Glück ab und gut Land: Bilder der Ballontage Toggenburg
Frühmorgens über den Säntis.
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Wunderkerzen an Party nach Harry Kane's Ballon d'Or Gewinn
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Die neuen TV-Grafiken bei Skirennen haben noch viele Mängel
Der Ski-Weltverband FIS will das Fernseh-Erlebnis moderner und spannender machen. Bei den neuen Grafiken gibt es aber noch viel Luft nach oben.
Zum Saisonstart mit den beiden Riesenslaloms in Sölden hat die Grafikabteilung des Internationalen Skiverbands (FIS) ihren neuesten Wurf präsentiert. Das Ziel ist es, den Skisport fürs TV-Publikum mit moderneren und informativeren Grafiken attraktiver zu machen. Die ersten beiden Rennen des Winters haben gezeigt: Einige der grafischen Neuerungen sind gelungen, aber es gibt noch viel Verbesserungspotenzial.
Zur Story