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Missbrauchsskandal im englischen Fussball erschüttert 55 Vereine

Seine Aussagen lösten einen ganzen Missbrauchsskandal aus: Andrew Woodward im Interview mit der BBC.
Seine Aussagen lösten einen ganzen Missbrauchsskandal aus: Andrew Woodward im Interview mit der BBC.bild: bbc

Missbrauchsskandal im englischen Fussball erschüttert 55 Vereine

04.12.2016, 16:1604.12.2016, 18:17

Der Missbrauchsskandal im britischen Fussball weitet sich aus. Mindestens 55 Fussballvereine sind nach Angaben der britischen Zeitung «The Observer» involviert.

Betroffen seien sowohl Amateure als auch Profis. Die Zeitung beruft sich auf eine nicht näher genannte Quelle innerhalb der Koordinierungsstelle der Polizei, die sich mit Missbrauchsfällen beschäftigt («Operation Hydrant»).

Mehr als 1000 Menschen meldeten sich inzwischen bei einer neuen Telefon-Hotline mit Hinweisen auf sexuelle Übergriffe, wie eine Sprecherin der Kinderschutzorganisation NSPCC am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur in London bestätigte. Die meisten Fälle beziehen sich nach ihren Angaben auf die Vergangenheit. «Es gibt aber auch eine geringe Zahl aktueller Fälle», berichtete die Sprecherin.

Das neue Beratungsangebot bei NSPCC (National Society for the Prevention of Cruelty to Children) ist am 23. November eingerichtet worden und wird vom Fussballverband FA unterstützt. Zuvor hatten mehrere ehemalige Profis öffentlich gemacht, dass sie als Jugendspieler missbraucht worden seien. Damit traten sie eine Lawine los.

Der FC Chelsea entschuldigte sich unterdessen bei seinem Ex-Spieler Gary Johnson, der von Missbrauch durch einen Jugendtrainer berichtet hatte. Johnson habe unzumutbar in den 70er Jahren leiden müssen, heisst es in einer Erklärung des Vereins. Jeder im Klub sei geschockt über die Missbrauchsfälle der Vergangenheit quer durch den britischen Fussball.

Der Verein leitete eine externe Untersuchung ein. Johnson hatte zuvor in einem Interview mit der Zeitung «Daily Mirror» berichtet, dass der Klub ihm 50'000 britische Pfund als Schweigegeld gezahlt habe. Der Täter soll ein Jugendtrainer gewesen sein, der inzwischen gestorben ist. (sda/dpa)

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