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DFB-Trainer Flick kritisiert die WM – katarischer Botschafter wettert

epa10043914 Germany's national soccer team head coach Hansi Flick gives a interview during the opening of the German Soccer Federation (DFB) Campus in Frankfurt, Germany, 30 June 2022. EPA/RONALD ...
Der deutsche Nationaltrainer Hansi Flick hat die Vergabe der Fussball-WM an Katar kritisiert.Bild: keystone

Deutscher Nati-Trainer Hansi Flick kritisiert Katar-WM – katarischer Botschafter wettert

Die Fussball-WM in Katar rückt näher und die Kritik wird immer lauter. Bei einem DFB-Kongress sieht sich der katarische Botschafter in Deutschland mit Vorwürfen konfrontiert und bittet um Verständnis.
20.09.2022, 09:5320.09.2022, 13:23

In rund zwei Monaten beginnt die Fussball-Weltmeisterschaft in Katar. Je näher das Turnier rückt, desto mehr Kritik wird öffentlich geäussert. Vor dem Zusammenzug für die letzten Nations-League-Spiele sagte der deutsche Bundestrainer Hansi Flick: «Dass in Katar beim Thema Menschenrechte, beim Thema Nachhaltigkeit vieles nicht stimmt, ist ja offensichtlich.»

Die Frage nach der Richtigkeit des WM-Zuschlags für Katar «hätte schon viel früher beantwortet werden müssen – und zwar mit einem Nein!», sagte Flick in einem Interview mit der «Süddeutschen Zeitung».

Botschafter bittet um Verständnis

Oliver Bierhoff, Direktor des deutschen Fussballbunds, glaubt, dass die DFB-Elf in Katar vor einer grossen Herausforderung steht: «Wir müssen darauf achten, diesen Spagat zu finden, zwischen der Verantwortung und dem Bewusstsein, das wir als Menschen haben. Auf der anderen Seite gehen wir als deutsche Fussball-Nationalmannschaft rüber, wir vertreten unser Land, wir wollen erfolgreich Fussball spielen.»

Abdulla Mohammed Al Thani, katarischer Botschafter in Berlin, Deutschland.
Abdulla Mohammed Al Thani, der katarische Botschafter in Deutschland.Bild: zvg

Gleichzeitig wurde der katarische Botschafter Abdulla Mohammed Al Thani in Deutschland zu einem DFB-Kongress eingeladen und bat dort um Verständnis. Er versuchte, den Vergleich mit Russland zu ziehen: «Wenn wir vier Jahre zurückgehen, war die WM in einem Land, die Krim war gerade eingenommen, Menschen im Gefängnis, unterdrückte Menschen, und da war keine Aufmerksamkeit aus Deutschland und nicht aus irgendeinem anderen Land in Europa.»

Al Tahni sagte, dass die Situation in Katar «noch nicht perfekt» sei. Und auch Deutschland und die anderen europäischen Nationen hätten Zeit gebraucht, um auf den heutigen Stand der Gleichberechtigung zu kommen. Gleichzeitig wetterte der Botschafter auch über negative Berichte aus Katar: «Berichten Sie öffentlich von positiven Erfahrungen oder halten Sie den Mund.»

Forderungen an Katar und die FIFA

Am gleichen Event wurde Al Thani mit diversen Forderungen konfrontiert. Dario Minden, ein Vertreter der Fanvereinigung «Unsere Kurve», eröffnete sein Statement an den Botschafter folgendermassen: «Ich bin ein Mann und – bitte seien Sie nicht schockiert – habe Sex mit anderen Männern.» Er erklärte, dass dies normal sei, und sagte dem katarischen Botschafter, dass er und sein Land sich bitte daran gewöhnen oder ansonsten den Fussball in Ruhe lassen sollten.

Die wichtigste Regel im Fussball lautete: «Fussball ist für alle, egal welches Geschlecht, egal welche sexuelle Orientierung.» Minden forderte den Botschafter dazu auf, die Todesstrafe und sämtliche Strafen für sexuelle und geschlechtliche Orientierung abzuschaffen.

Auch die Gewerkschaft Bau- und Holzarbeiter Internationale (BHI) kritisierte die FIFA und die katarischen Gastgeber. Sie forderte vom Weltfussballverband die Einrichtung eines Entschädigungsfonds in Höhe von 440 Millionen US-Dollar für die Angehörigen von Arbeitern, die auf WM-Baustellen gestorben sind oder verletzt wurden. DFB-Präsident Bernd Neuendorf unterstützte die Einrichtung eines solchen Entschädigungsprogramm. Hier stehe auch die FIFA in der Verantwortung, sagte er. (abu)

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