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FILE-In this Dec. 19, 2018 file photo Schalke boss Clemens Toennies smells steaming coal on a trolley beside the pitch prior the Bundesliga soccer match between FC Schalke 04 and Bayer Leverkusen in Gelsenkirchen, Germany. Schalke chairman Clemens Tönnies has resisted calls to resign and will instead step down for three months over comments he made last week that were widely condemned as racist. (AP Photo/Martin Meissner)

Mag den Geruch von Kohle: Schalke-Boss Clemens Tönnies. Bild: AP

«Ich bin sprachlos!» – Auf Schalke prasselt gerade ein Mega-Shitstorm nieder

Die Saison beginnt erst in zehn Tagen, doch der Baum brennt beim FC Schalke 04 bereits lichterloh – dank Boss Tönnies und einem ehrenlosen Ehrenrat.



Was ist passiert?

In Gelsenkirchen war man im Mai froh, dass eine absolut verkorkste Saison endlich zu Ende ging und der Abstieg gerade noch verhindert werden konnte. In der nächsten Spielzeit kann es ja eigentlich nur besser werden, so die Hoffnung der Anhänger.

Doch noch ehe der erste Ball gerollt ist, das erste Tor bejubelt wurde, sorgt der Verein bereits wieder für negative Schlagzeilen. Der Grund dafür: Ein Eklat rund um Schalke-Boss Clemens Tönnies.

Tönnies, seit 2001 Aufsichtsrat der Schalker, hatte in der Vorwoche in Paderborn bei einer Veranstaltung Steuererhöhungen im Kampf gegen den Klimawandel kritisiert. Stattdessen solle man lieber jährlich 20 Kraftwerke in Afrika finanzieren. Tönnies:

«Dann würden die Afrikaner aufhören, Bäume zu fällen, und sie hören auf, wenn es dunkel ist, Kinder zu produzieren.»

Kritiker aus Politik und Sport hatten Tönnies' verbalen Fehltritt «deplatziert» oder «primitiv» genannt und forderten Konsequenzen.

So entschied der Ehrenrat

Gestern nun tagte der Schalker Ehrenrat und entschied, wie man in der Angelegenheit weiterfahren sollte. «Würde Tönnies zurücktreten?», fragte man sich allenthalben.

Das Resultat der Sitzung: Der Ehrenrat des Bundesligisten kam nach einer mehrstündigen Sitzung zum Schluss, «dass der erhobene Vorwurf des Rassismus unbegründet ist». Vorzuwerfen sei ihm allerdings, «gegen das in der Vereinssatzung und im Leitbild verankerte Diskriminierungsverbot verstossen zu haben.»

Tönnies habe den Verstoss eingeräumt «und ein weiteres Mal sein Bedauern zum Ausdruck gebracht», hiess es in einer Mitteilung.

Als Konsequenz für die verbale Entgleisung werde Tönnies sein Amt für drei Monate ruhen lassen. Also nichts mit Rücktritt.

Die Kritik folgte folgte auf dem Fuss. Seit dem Entscheid, der am Dienstag gegen Mitternacht gefällt wurde, prasselte ein regelrechter Shitstorm auf Tönnies und Schalke nieder.

Die Reaktionen

Was wird Tönnies während seiner Auszeit machen?

Erste Vorschläge für eine Umbenennung des Ehrenrates.

Ein klares Zeichen sieht anders aus.

Auch «Die PARTEI»-Politiker Semsrott meldet sich zu Wort.

Den Schaden trägt der ganze Verein.

Auch wenn letzten Endes wohl nur einer für die Entgleisung verantwortlich war.

«Dann kann man das Licht in dem Verein eigentlich ausmachen.»

Ex-Kicker und DFB-Integrationsbeauftragter Cacau spricht Klartext.

Diese Userin wäre nach dem Vorfall ausgetreten.

Dieser Schalke-Fan hat's tatsächlich getan. Seine Begründung ist äusserst lesenswert. (Du kannst das Schreiben auf dem Tweet anklicken.)

Wird Schalke jetzt noch unbeliebter als RB Leipzig?

Glaubwürdig sind die Entschuldigungen Tönnies' nicht.

So kann man es auch sehen:

Schalke-Legende Höwedes kann den Entscheid des Ehrenrates überhaupt nicht verstehen und appelliert an die Fans.

Gut möglich, dass der Anhang den Entscheid des Ehrenrates nicht auf sich sitzen lassen und dagegen protestieren wird. Das letzte Wort in dieser Angelegenheit ist wahrscheinlich noch nicht gesprochen.

Zum Schluss erklärt unser Kollege von watson.de nochmals kurz und knackig, weshalb die Aussage von Tönnies rassistisch war:

(cma)

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17Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Urs Kesselring 08.08.2019 10:56
    Highlight Highlight Moderne Müllverbrennungsanlagen, die man zur Stromproduktion ausbauen könnte wäre tatsächlich eine Gute Sache für Afrika, der Rest den der Gute Mann raus gelassen hat ist Müll
  • ahaok 08.08.2019 10:00
    Highlight Highlight "Der Ehrenrat ... bestehend aus weißen, reichen und privilegierten Männern..." Das regt mich langsam auf. Es beschwert sich auch niemand das der Verwaltungsrat der Aduana Stars (Ghana) nur aus dunkelhäutigen Männern besteht. Und warum ist dem so? Weil jedem klar ist, dass in Ghana nun mal hauptsächlich dunkelhäutige leben hingegen in Deutschland hauptsl. weisse. Alle sind reich und privilegiert lässt sich auch einfach erklären, als Verwaltungsrat einer grossen Institution gehörst du nun mal nicht dem Billiglohn Segment an.
    ps. Tönnies Äusserungen waren natürlich Rassistisch und diskriminierend
  • RedStarBelgrade 08.08.2019 07:24
    Highlight Highlight Seid mal ehrlich.. das ist die Lösung. Ob das rassistisch ist oder nicht, interessiert keine Sau.
  • Jo Blocher 08.08.2019 04:33
    Highlight Highlight Hyperventilismus allerseits😂😂😂
  • pamayer 08.08.2019 00:33
    Highlight Highlight Wo liegt das Problem? Rassistische Äusserung - Shitstorm als Reaktion.

    Eventuell manchmal Gehirn einschalten.
  • Beat-Galli 07.08.2019 22:57
    Highlight Highlight Ihr könnt jetzt ein Drama machen, wie Ihr wollt.Pauschal gesagt, ist es unglücklich ausgedrückt.
    Näher betrachtet sagt er etwas, das klimapolitisch eher unglücklich ist, aber nicht verboten.
    Die pauschalen Unterstellung, dass in Afrika die Familienplanung leider nicht wahr genommen wird, und dies umweltpolitisch sehr stark zu einem Problem wird ist unglücklich. Leider aber stark an der Wahrheit.
    Das die Menschen auch in Afrika Ihre Wälder abholzen ist auch wahr. Mann darf aber erwähnen, dass dies im Auftrag der westlichen und östlichen Welt geschieht.
    Alles wurde einfach etwas direkt gesagt.
  • Guzmaniac 07.08.2019 22:31
    Highlight Highlight Mal so ne Frage in die Runde: was wäre die richtige Entscheidung/das richtige Strafmass gewesen?
    - Rücktritt anbieten? Ehrenrat nimmt an.
    - Rauswurf durch den Ehrenrat?

    In beiden Fällen wäre er dadurch nicht weniger ein Rassist, sondern einfach weg vom Fenster.

    Wie sollte die Strafe aussehen, damit Tönnies wieder vollständig rehabilitiert ist? Jeder hat doch eine zweite Chance verdient.

    Und nein, ich möchte diese Aussage in keinster Weise verteidigen.

    Bei solchen Shitstorms wird einfach immer nur die Rübe gefordert, dann ist das Volk befriedigt und ‚alles wieder gut‘.

    Nimmtmi wunder!
  • Paedu87 07.08.2019 21:48
    Highlight Highlight Wenn die Aussage nicht dermassen daneben wäre, könnte man sich glatt freuen, dass er im Amt bleibt und den Verein weiter in den Abgrund bewegt.

    So muss man sich jedoch fremdschämen und das seltsame Gefühl des Mitleides und des Beistandes gegenüber Blauen mit Charakter aufbauen... Eine seltsame Zeit ist das.
  • maxi #sovielfürdieregiongetan 07.08.2019 21:11
    Highlight Highlight schalkes ehrenrat ist etwa so einflussreich wie die antikorruptionabteilung der fifa.


    Es lässt tiefblicken über die Machtverhältnisse im Verein. Kann Schalke wirklich nicht mehr ohne CT? Wenn sie nicht bald die Kurve kriegen enden sie wie der HSV.
  • Tapatio 07.08.2019 20:50
    Highlight Highlight und ich Idiot dachte immer Diskriminierung aufgrund der Herkunft sei die Definition von Rassismus..?
  • Zanzibar 07.08.2019 20:34
    Highlight Highlight Die Aussage soll diskriminierend, nicht aber Rassistisch sein? Wo liegt der Unterschied?

    Eigentlich bin ich Schalke Fan, aber das Verhalten von Tönnies ist schockierend. Noch schockierender ist die Reaktion des Ehrenrates. Was ist Sinn und Zweck wenn das Amt ruht? Ist er in 3 Monaten kein Rassist mehr? Oder hofft man das Gras über die Sache wächst?

    Sorry, schlechter kann man sich als Verein nicht präsentieren.
    • locogoa 07.08.2019 21:29
      Highlight Highlight Der Unterschied liegt darin dass ich dich aus Dutzenden anderen Gründen als deiner Rasse diskriminieren kann....
      trifft hier zwar nicht zu aber dennoch ist nicht jede Diskriminierung rassistisch.....
  • Darkside 07.08.2019 20:27
    Highlight Highlight Tönnies ist dann wohl nach Trump der zweitwenigst rassistische Mensch auf der Welt.
    Mal ganz abgesehen davon, dass er als grösster Fleischverarbeiter Europas nicht grade prädestiniert ist, irgendjemandem Ratschläge zur Rettung des Klimas zu geben.
  • locogoa 07.08.2019 20:16
    Highlight Highlight So sehr ich die Wut auf Tönnies nachvollziehen kann, aber deswegen würde ich als Fan nie aus dem Verein austreten sondern alles daran setzen dass er gehen muss, weiss ist vielleicht naiv,
    aber ich überlasse den Verein den ich liebe nicht den Rassisten.... fängt im kleinen an

    KEIN FUSSBREIT DEN FASCHISTEN!!!!
    • olmabrotwurschtmitbürli aka Pink Flauder 07.08.2019 22:25
      Highlight Highlight Ich rechne vorerst auch nicht mit vielen Austritten aus dem Verein. Schalke ist skandalerprobt und die Vereinsmitglieder sind ja nicht gerade "Schönwetterfans".

      Aber Rassismus in der Vereinsführung wird auch für langjährige Mitglieder schwer zu verdauen sein, wenn jetzt zum Alltagsgeschäft übergegangen wird.
  • Restef 07.08.2019 19:50
    Highlight Highlight Da bleibt mir die Spucke weg. Depp.
  • olmabrotwurschtmitbürli aka Pink Flauder 07.08.2019 19:41
    Highlight Highlight Das war wohl das Dämlichste, was man machen konnte: Eine ganz offensichtlich rassistische Äusserung als "nur diskriminierend, aber nicht rassistisch" zu bezeichnen.

    Mit einer sehr guten Entschuldigung wäre Tönnies vielleicht trotz seiner rassistischen Äusserung zu halten gewesen. Aber so wirkt das, als ob es in der Vereinsführung samt Ehrenrat insgesamt ein Problem gibt.

    Es ist mir unerklärlich, dass denen nicht klar ist, dass die S04-Fans bei dem Thema auf Relativierungen allergisch reagieren.

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