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Eishockey-Nationalspieler outet sich als bisexuell: «Habe lange mit mir gekämpft»



Die britische Elite Ice Hockey League hat am Wochenende erstmals ein «Pride Weekend» durchgeführt – Spiele im Zeichen der Toleranz. «Ich denke, das ist nun der beste Moment, über etwas zu sprechen, was ich schon seit einigen Jahren weiss», teilte Zach Sullivan zu diesem Anlass mit. Der 25-jährige Verteidiger verriet der Welt, dass er bisexuell ist.

«Ich habe deswegen lange mit mir gekämpft», so der Nationalspieler, der 2018 mit Grossbritannien in die A-WM-Gruppe aufgestiegen war. «Aber mit dem Verständnis von Familie, Freunden und Teamkollegen und mit ihrer Unterstützung bin ich nun bereit zu sagen: Ich bin bisexuell.»

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Sullivan (Mitte) mit zwei Mitspielern. bild: zachsully11

Die Hoffnung, damit etwas auszulösen

Nie zuvor habe er ein Trikot mit mehr Stolz getragen, so Sullivan weiter. Sein Team, Manchester Storm, lief zum «Pride Weekend» in einem Jersey auf, dessen untere Hälfte in Regenbogenfarben gehalten war. Der Klub liess die Welt wissen, wie unglaublich stolz er auf den Spieler sei. «Du bist für so viele Leute ein Vorbild, für Jung und Alt, für die Sportwelt.»

Sullivan ergänzte, er sei nie besonders gerne in der Öffentlichkeit gestanden. «Aber ich realisiere, dass dies eine einmalige Gelegenheit ist, etwas Gutes zu bewirken. Wenn ich offen und ehrlich mit meiner Sexualität umgehen kann, dann können das hoffentlich auch andere Eishockeyspieler.»

«Das hat uns zusammengeschweisst»

Storm-Captain Dallas Ehrhardt stärkte seinem Mitspieler den Rücken. «Er ist die Art Spieler, die alles für ihre Mannschaft machen, er wirft sich in Schüsse und steckt auch mal einen Check ein. Als er sich uns in der Kabine anvertraut hat, hätten wir uns nicht noch mehr für ihn freuen können.» Das Team stehe zu 100 Prozent hinter ihm.

Coach Finnerty über seinen Spieler.

«Das hat uns zusammengeschweisst», sagte Trainer Ryan Finnerty. Das Team habe das Geheimnis schon seit einiger Zeit gekannt. «Wir lernten, was Menschen unter Umständen durchmachen, wie sie Mühe haben mit dem Outing.» Er coache ihn nun schon im fünften Jahr, sagte Finnerty über Sullivan. «Er ist ein guter Typ, sehr beliebt in der Kabine. Das ist wohl erst die Spitze des Eisbergs, ‹Sully› ist ein Wegbereiter für andere. Das ist ein historischer Moment für das Eishockey

Im Kampf um die Playoffs feierte Manchester Storm am Wochenende einen wichtigen Sieg. Sie schlugen im Direktduell die Dundee Stars 3:0. Von den Zuschauern erhielt Zach Sullivan schon zu Spielbeginn eine Standing Ovation und nach der Partie wurde er zum EIHL-Spieler der Woche gekürt. «Es gibt Dinge, die wichtiger sind als das, was auf dem Eis passiert», lautete eine Reaktion dazu.

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