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Nachdem man mit ihm verhandelt, verliert man: Devils-GM Tom Fitzgerald.
Nachdem man mit ihm verhandelt, verliert man: Devils-GM Tom Fitzgerald.Bild: AP

Ein Deal mit dem Teufel ist keine gute Idee – auch nicht in der NHL 😈

Kurioses Phänomen in der NHL: Die meisten Teams, die mit den New Jersey Devils ein Tauschgeschäft aushandelten, gerieten danach in eine Abwärtsspirale. Ein teuflischer Fluch? Oder gibt es andere Gründe?
05.03.2020, 17:5605.03.2020, 18:32

Ein Tauschgeschäft mit dem Teufel ist selten eine gute Idee. Der Deal hat für den Menschen oft unschöne Konsequenzen, das lehrt uns die Weltliteratur seit Jahrhunderten. Eigentlich sollten es also auch die General Manager in der NHL besser wissen.

Doch die GMs von diversen Mannschaften verhandelten vor und während des Trade-Deadline-Tages vom 24. Februar dennoch fleissig mit dem Teufel – oder in diesem Fall den New Jersey Devils und deren Interims-GM Tom Fitzgerald. Und alle büssen nun dafür.

Sechs NHL-Teams haben in dieser Saison grössere Trades mit den New Jersey Devils gemacht. Sie haben seither zusammen nur noch 18 Siege geholt, aber 37 Niederlagen kassiert. Die Bilanz der Devils, seit sie in ihrem ersten grossen Trade der Saison Taylor Hall abgegeben haben: 17 Siege, 12 Niederlagen, sieben Niederlagen nach Verlängerung oder Penaltys. Alles nur Zufall oder gibt es tatsächlich einen teuflischen «New-Jersey-Fluch»?

Andy Greene

So läuft es dem Team:

Seit dem 16. Februar – also noch einige Tage vor der Trade-Deadline – ist der ehemalige Devils-Verteidiger im Kader der Islanders. Seither hat das Team von Long Island in acht Spielen nur noch zwei Mal gewonnen. Das ist gerade in der starken Metropolitan Division verheerend.

So sind die Islanders mittlerweile auf den zweiten Wild-Card-Platz zurückgefallen. Dahinter droht Ärger von Carolina (drei Punkte zurück, ein Spiel weniger), den Rangers (vier Punkte zurück, ein Spiel mehr) und Florida (fünf Punkte zurück, ein Spiel mehr). Dauert das Tief noch länger an, könnten die «Isles» die Playoffs tatsächlich noch verpassen.

Die Spitze der Metropolitan Division.
Die Spitze der Metropolitan Division.bild: screenshot nhl.com
Das Wild-Card-Rennen im Osten.
Das Wild-Card-Rennen im Osten.Bild: screenshot nhl.com

So läuft es dem Spieler:

Der 37-Jährige Verteidiger übernimmt auch bei den Islanders die Rolle eines defensiven Schwerarbeiters. Er startet die Mehrheit seiner Einsätze im neutralen oder im eigenen Drittel. Greene blockt viele Schüsse und hat immerhin auch schon zwei Assists gesammelt. An ihm kann es eigentlich nicht liegen, dass die Islanders im Tief sind. Stattdessen sind es diverse Verletzungen, die das Team ausgebremst haben.

Andy Greene (links) jubelt über den Treffer von Teamkollege Anthony Beauvillier.
Andy Greene (links) jubelt über den Treffer von Teamkollege Anthony Beauvillier.Bild: AP

Blake Coleman

So läuft es dem Team:

Waren die Tampa Bay Lightning Ende Januar und Anfang Februar noch das heisseste Team der NHL mit elf Siegen in Serie, ist der Motor nun mächtig ins Stottern geraten. Seit Blake Coleman am 16. Februar zur Mannschaft gestossen ist, gab es in sieben Spielen satte fünf Niederlagen.

Die Spitze der Atlantic Division.
Die Spitze der Atlantic Division.Bild: screenshot nhl.com

So hat man vorerst die Chance verpasst, Boston als Leader in der Atlantic Division abzulösen. Immerhin: Weil Toronto und Florida in dieser Saison nicht überzeugen, ist die Playoff-Qualifikation selbst jetzt nicht in Gefahr.

So läuft es dem Spieler:

Wie bei Andy Greene und den Islanders ist der Einbruch der Mannschaft definitiv nicht am neuen Spieler festzumachen. Viel grösseren Einfluss dürften die Verletzungen von Captain Steven Stamkos und den beiden Verteidigern Ryan McDonagh und Jan Rutta haben.

Coleman hat zwar in fünf Partien noch nicht für Tampa getroffen, spielt sonst aber sehr gut. Er schafft es, das Spiel in die gegnerische Zone zu drücken und kommt zu Chancen. Das erste Tor ist nur eine Frage der Zeit.

Blake Coleman (rechts) duelliert sich mit Torontos Justin Holl.
Blake Coleman (rechts) duelliert sich mit Torontos Justin Holl.Bild: AP

Wayne Simmonds

So läuft es der Mannschaft:

Nach einem guten Saisonstart sind die von Ralph Krueger gecoachten Sabres massiv eingebrochen. Dieser Trend setzte bereits vor der Trade Deadline ein, doch General Manager Jason Botterill entschied sich dennoch, die Mannschaft weiter zu verstärken.

Am 24. Februar stiess Wayne Simmonds von New Jersey zur Mannschaft. Seither haben Buffalo und Krueger in vier Spielen nur noch verloren. Mit mittlerweile zwölf Punkten Rückstand auf den zweiten Wild-Card-Platz können die Sabres die Playoffs abschreiben.

Konsternierter Ralph Krueger: Seine Buffalo Sabres gewinnen nicht mehr.
Konsternierter Ralph Krueger: Seine Buffalo Sabres gewinnen nicht mehr.Bild: AP

So läuft es dem Spieler:

Simmonds hat für die Sabres erst vier Spiele absolviert. In diesen erhält er etwas weniger Eiszeit als noch in New Jersey, dementsprechend fällt auch seine offensive Produktion etwas tiefer aus. Grundsätzlich spielt er aber auf einem vergleichbaren Niveau wie schon bei den Devils. Die Probleme in Buffalo liegen tiefer – so ist beispielsweise Superstar Jack Eichel sichtlich frustriert über die momentane Situation und hat seit fünf Spielen nicht mehr gepunktet.

Louis Domingue

So läuft es dem Team:

Tiefflug! Die Canucks haben nun vier Spiele in Serie verloren und sind aus den Top-3 der Pacific Division gefallen. So drohen die Kanadier, doch noch die Playoffs zu verpassen. Aktuell hat Vancouver 74 Punkte auf dem Konto. Genau gleich viele wie Winnipeg und Arizona dahinter, einen mehr als Minnesota und zwei mehr als Nashville. Der Kampf um die Playoffs spitzt sich also auch für die Canucks nochmals dramatisch zu.

Die Spitze der Pacific Division.
Die Spitze der Pacific Division.Bild: screenshot nhl.com
Das Wild-Card-Rennen im Westen.
Das Wild-Card-Rennen im Westen.Bild: screenshot nhl.com

So läuft es dem Spieler:

Domingue wurde von den Canucks geholt, um als Nummer 2 für den eigentlichen Ersatzkeeper Thatcher Demko zu dienen. Die Nummer 1 Jacob Markström fehlt seit dem 26. Februar und fällt mindestens noch eine Woche aus. Und genau darum geht es mit Vancouver abwärts. Domingue stand bislang einmal zwischen den Pfosten und kassierte vier Tore.

Stammgoalie Jabob Markström vermissen die Vancouver Canucks derzeit schmerzlich.
Stammgoalie Jabob Markström vermissen die Vancouver Canucks derzeit schmerzlich.Bild: AP

Sami Vatanen

So läuft es dem Team:

Die «Canes» sind vom «New-Jersey-Fluch» noch kaum betroffen – weil sie seit der Trade-Deadline erst drei Spiele absolviert haben. Zwar haben sie keines davon gewonnen, aber immerhin gegen Montreal einen Punkt geholt. Momentan liegt Carolina knapp ausserhalb eines Playoff-Platzes. Es hat aber auch noch mehr Spiele zu absolvieren als die vor ihnen klassierten Islanders und Blue Jackets.

So läuft es dem Spieler:

Vatanen ist seit Anfang Februar verletzt und hat noch kein Spiel für die Carolina Hurricanes gemacht. Sein Fall ist für das Tief der Hurricanes aber stellvertretend: Viele Verletzungen sind der Bremsklotz. Neben Vatanen fehlen auch Starverteidiger Dougie Hamilton (Saisonende), Brett Pesce (bis auf Weiteres) oder die beiden Goalies Petr Mrazek und James Reimer (beide bis auf Weiteres).

Taylor Hall

Dieser Trade wurde bereits am 16. Dezember lange vor der Trade-Deadline vollzogen.

So läuft es dem Team:

Am wenigsten von ihrem «Teufelspakt» betroffen sind die Arizona Coyotes. Zwar haben die Wüstenhunde die zwischenzeitliche Führung in der Pacific Division längst wieder abgegeben. Mit 14 Siegen, 15 Niederlagen und vier Niederlagen nach Verlängerung seit dem Hall-Zuzug ist ihre Bilanz aber beinahe ausgeglichen.

Arizona hat aber weiterhin alle Chancen auf die Playoffs. Das Team liegt zwar nur auf dem dritten Platz im Wild-Card-Rennen. Dies allerdings punktgleich mit den vor ihnen liegenden Vancouver Canucks und Winnipeg Jets.

So läuft es dem Spieler:

Taylor Hall sollte Arizonas Offensive dringend benötigten Schwung verleihen. Das ist dem Liga-MVP von 2018 aber nur bedingt gelungen. Zwar hat er in Arizona wieder regelmässiger getroffen als noch in New Jersey. 25 Punkte aus 33 Spielen sind aber für einen Star von seinem Kaliber deutlich zu wenig.

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