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Germany's Markus Schweiger (13) is stopped by Switzerland goalie Thibault Fatton (29) during the second period of an IIHF World Junior Hockey Championship game Wednesday, Dec. 30, 2020, in Edmonton, Alberta. (Jason Franson/The Canadian Press via AP)

Goalie Fatton kassierte frühe Gegentore. Bild: keystone

«Nehmt endlich den Finger aus dem Arsch!» – Schweizer Aufholjagd kam zu spät

Die Schweiz verpasst an der U20-Weltmeisterschaft in Edmonton das Minimalziel Viertelfinal. Das Team von Trainer Marco Bayer reist nach der 4:5-Niederlage gegen Deutschland punktelos nach Hause.



Im Alles-oder-Nichts-Spiel, in dem sie für die Viertelfinal-Qualifikation einen Sieg nach 60 Minuten benötigt hätten, gerieten die jungen Schweizer schon früh in Schieflage. Nach 18 Minuten lagen sie bereits 0:3 zurück. Die Deutschen benötigen für die drei Treffer bloss sieben Torschüsse. Beim 1:0 (5.) erwischte John Peterka den Schweizer Keeper Thibault Fatton mit einem «Buebetrickli». Beim 2:0 (10.) liess Tim Stützle Verteidiger Cédric Fiedler alt aussehen. Das 0:3, das erneut Peterka erzielte, kassierten die Schweizer in doppelter Unterzahl. Stützle traf beim 4:0 (34.) ebenfalls zum zweiten Mal in dieser Partie.

An Einsatz mangelte es den Schweizern nicht. Sie kamen auch in den ersten zwei Dritteln zu einigen guten Chancen, gingen aber fahrlässig mit diesen um. In der 27. Minute beispielsweise hatte Stefano Bottini das leere Tor vor sich, zunächst traf er jedoch den Puck nicht, dann scheiterte er am deutschen Goalie Florian Bugl. Positiv war, dass die Schweizer trotz der nahezu aussichtslosen Lage nie aufgaben. Das zahlte sich aus: Verteidiger Noah Delémont (50.) und Ronny Dähler (51.) verkürzten innert 56 Sekunden auf 2:4.

Switzerland's Ronny Daehler (15) celebrates his goal against Germany during the third period of an IIHF World Junior Hockey Championship game Wednesday, Dec. 30, 2020, in Edmonton, Alberta. (Jason Franson/The Canadian Press via AP)

Da kam noch einmal Hoffnung auf: Die Schweizer feiern Dählers Treffer. Bild: keystone

Coach Bayer will seine Lehren ziehen nach dem verkorksten Turnier

Bereits 3:38 Minuten vor dem Ende ersetzten die Schweizer Fatton erstmals durch einen sechsten Feldspieler, worauf abermals Peterka zum 5:2 (58.) traf. Dennoch wurde es nochmals spannend, schossen doch Noah Meier (59.) und Simon Knak 24 Sekunden vor Schluss bei sechs gegen vier zwei weitere Tore für die Schweiz. Kurz darauf vergab Raymond Fust eine gute Möglichkeit zum 5:5.

«Wir wollten mit viel Energie in die Partie starten, stattdessen spielten wir im ersten Drittel verhalten und kassierten wieder dumme Strafen», sagte Bayer. Dementsprechend laut wurde er in der ersten Pause. «Ich sagte ihnen, dass sie endlich den Finger aus dem Arsch nehmen sollen. Danach spielten wir gut.» Bayer weiter: «Ich bin nicht der Typ mit der Peitsche, aber das brauchte es wahrscheinlich.» Vielleicht wäre es besser gewesen, den Spielern schon im Duell gegen die Slowakei (0:1) das Messer an den Hals zu setzen. «Ich werde meine Lehren daraus ziehen.»

Fehlende Feuerkraft

Insgesamt aber fehlte es den Schweizer an diesem Turnier in der Offensive an der notwendigen Klasse. Die ersten beiden Treffer gegen Deutschland waren die einzigen bei fünf gegen fünf Feldspielern. In den ersten drei Partien hatte einzig der erst 17-jährige Attilio Biasca im Powerplay gegen Finnland getroffen. Ein weiteres Problem waren die vielen Strafen. «In den ersten Spielen fehlte uns der Mut», bilanzierte Noah Meier. Bayer ergänzte: «Wir benötigen mehr internationale Partien.» Sie hätten zu lange gebraucht, um sich an das internationale Niveau zu gewöhnen.

Germany's Tim Stutzle (8) is stopped by Switzerland goalie Thibault Fatton (29) as Giancarlo Chanton (5) defends during the first period of an IIHF World Junior Hockey Championship game Wednesday, Dec. 30, 2020, in Edmonton, Alberta. (Jason Franson/The Canadian Press via AP)

Deutschlands herausragender Spieler: Tim Stützle. Bild: keystone

Die individuelle Qualität, an der es den Schweizern mangelte, hatten die Deutschen mit dem Sturmtrio Stützle, Peterka und Florian Elias. Erstere beiden liessen sich gegen die Schweizer je fünf Skorerpunkte gutschreiben. Stützle war im NHL-Draft im Herbst als Nummer 3 gezogen worden, Peterka als Nummer 34. Das Trio erzielte in der Vorrunde nicht weniger als zwölf der 14 Tore der Deutschen.

Bei den letzten vier U20-Weltmeisterschaften hatten die Schweizer einmal den Halb- und dreimal den Viertelfinal erreicht. Vor dem Turnier in Edmonton träumten sie von einer Medaille, umso grösser ist die Ernüchterung. Immerhin gibt es diesmal keinen Absteiger.

Das Telegramm

Schweiz - Deutschland 4:5 (0:3, 0:1, 4:1)
Edmonton. - SR Labonte/Pearce (CAN), Brunelle/Chaput (CAN).
Tore: 5. Peterka (Stützle, Elias) 0:1. 10. Stützle (Elias, Peterka) 0:2. 18. Peterka (Stützle, Elias/Ausschlüsse Bottini, Fiedler) 0:3. 34. Stützle (Peterka/Ausschluss Derungs) 0:4. 50. (49:59) Delémont (Allenspach, Canonica) 1:4. 51. (50:55) Dähler 2:5. 58. Peterka (Stützle) 2:5 (ins leere Tor). 59. (58:14) Meier (Allenspach/Ausschluss Volek) 3:5 (ohne Goalie). 60. (59:36) Knak (Meier, Baragano/Ausschluss Volek) 4:5 (ohne Goalie).
Strafen: 8mal 2 Minuten gegen die Schweiz, 6mal 2 plus 5 Minuten (Volek) plus Spieldauer (Volek) gegen Deutschland.
Schweiz: Fatton; Baragano, Chanton; Fiedler, Pezzullo; Vouardoux, Meier; Delémont, Guggenheim; Fust, Canonica, Allenspach; Dähler, Salzgeber, Knak; Bottini, Schläpfer, Marchand; Jobin, Derungs, Hofer.
Bemerkungen: Schweiz ohne Biasca (verletzt). (ram/sda)

Die Tabelle

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