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Rapperswil feiert den Einzug in die Playoffs nach dem 3:1 Sieg, beim Eishockey Pre-Playoff-Spiel der National League zwischen dem SC Rapperswil-Jona und dem EHC Biel, am Freitag, 9. April 2021, im Lido in Rapperswil-Jona. (KEYSTONE/Christian Merz)

Die SCRJ Lakers stehen zum ersten Mal seit 2008 im Playoff-Viertelfinal. Bild: keystone

Eismeister Zaugg

Das einfache Rezept der Lakers – oder der Beweis, dass der Abstieg eine Wohltat sein kann

Die Rapperswil-Jona Lakers sind nach den Pre-Playoffs (7.) besser als der SCB (8.) Wie aus den «Miserablen» die «Respektablen» geworden sind.



Die «Miserablen» sind nicht mehr. Dreimal in vier Jahren beenden die Lakers die Qualifikation auf dem 12. und letzten Platz. Dann werden sie im Frühjahr 2016 durch den Abstieg von ihren jahrelangen Leiden erlöst. 2016 wird der SC Bern Meister. Heute sind die Lakers besser als der SCB.

Wir sehen: Der Abstieg, den die Klubgeneräle so sehr fürchten, dass sie ihn vorerst für zwei Jahre ausgesetzt haben, kann eine finanzielle und sportliche Wohltat sein.

Die Playoff-Viertelfinals (ab Dienstag):

Zug (1.) – Bern (9.)
Lugano (2.) – Rapperswil-Jona (7.)
Fribourg (3.) – Servette (6.)
Lausanne (4.) – ZSC Lions (5.)

Nach der Relegation haben sich die Lakers finanziell stabilisiert, sportlich erholt und nun haben sie zum ersten Mal seit 2008 die Playoff-Viertelfinals erreicht, die sie morgen Dienstag als 7. gegen Lugano in Angriff nehmen. Die Sache scheint klar zu sein. Aber sie kann für den Favoriten heikel werden: Lugano hat mit Sandro Zurkirchen und Niklas Schlegel zwei Lottergoalies.

Lugano's goalkeeper Niklas Schlegel, left, celebrates the victory with Lugano's goalkeeper Sandro Zurkirchen and Lugano's player Reto Suri, during the preliminary round game of National League Swiss Championship between HC Lugano and HC Ambri-Piotta, at the Corner Arena in Lugano, on Friday, 26 March 2021. (KEYSTONE/Ti-Press/Samuel Golay)

Sandro Zurkirchen und Niklas Schlegel sind die Schwachstelle beim HC Lugano. Bild: keystone

Vorurteile sind im Hockey und manchmal auch im richtigen Leben wie Wegweiser, die einem die Orientierung erleichtern. Jahrelang war eine Prognose einfach: die «Miserablen» verpassen die Playoffs. Nun müssen wir uns neu orientieren. Die «Miserablen» sind nicht mehr. Die neuen «Miserablen» sind wohl die SCL Tigers.

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Wie Rappi den EHC Biel in die Knie zwang. Video: YouTube/MySports

Das Rezept der Lakers ist einfach. Wer sich keine (oder fast) keine Nationalverteidiger und Nationalstürmer leisten kann, darf bei fünf Positionen keinen Fehler machen: Es braucht einen erstklassigen Torhüter und von den vier Ausländern müssen drei zu den Besten der Liga gehören.

Genau das hat Sportchef Janick Steinmann gemacht: Melvin Nyffeler ist mit den Lakers aufgestiegen und zu einem der eigenwilligsten, aber eben auch besten Goalies der Liga gereift. Und mit Sicherheit ist er der Torhüter mit dem besten Preis-Leistungsverhältnis der Liga. Roman Cervenka, Kevin Clark, Andrew Rowe und Steve Moses haben in der Qualifikation 64 Treffer erzielt. Beim SCB sorgte das ausländische Personal für 40 Tore.

Biels Jason Fuchs, rechts, scheitert an Rapperswils Goalie Melvin Nyffeler, beim Eishockey Pre-Playoff-Spiel der National League zwischen dem SC Rapperswil-Jona und dem EHC Biel, am Freitag, 9. April 2021, im Lido in Rapperswil-Jona. (KEYSTONE/Christian Merz)

Melvin Nyffeler ist die grosse Teamstütze bei den SCRJ Lakers. Bild: keystone

Das Gerüst mit dem Goalie und den guten Ausländern ist noch nicht die ganze Wahrheit. Was auch eine wichtige Rolle spielt: Die Mannschaft ist auf einer Mission. Trainer Jeff Tomlinson, der Mann, der die «Miserablen» nach der Relegation übernommen, sie in die höchste Liga geführt, zu Cupsiegern und nun zu «Respektablen» gemacht hat, bekommt nach sechs Jahren keinen neuen Vertrag mehr. Er wird durch Stefan Hedlund ersetzt. Die Mission seiner Jungs: ihrem scheidenden Coach den bestmöglichen Abgang bescheren. Jeff Tomlinson und Berns Mario Kogler, die beiden siegreichen Coaches der Pre-Playoffs, haben für nächste Saison noch keinen Job.

L'entraineur Saint-Gallois Jeff Tomlinson, observe le jeux, lors du match du championnat suisse de hockey sur glace de National League LNA, entre le Geneve Servette HC et le SC Rapperswil-Jona Lakers, ce vendredi 19 fevrier 2021 a la patinoire des Vernets a Geneve. (KEYSTONE/Martial Trezzini)

Jeff Tomlinson hat die Lakers dorthin geführt, wo sie heute sind. Bild: keystone

Ein Pony-Hof ist das Leben für die Lakers auch nach dem historischen Einzug in die Playoffs nicht: Verteidigungsminister Dominik Egli, der im ersten Spiel gegen Biel beide Tore erzielt hat, wechselt nach Davos.

Weil die Lakers nun einen ausländischen Verteidiger brauchen, muss Kevin Clark, der beste Torschütze des Teams – und drittbeste der Liga! – weichen. Weil er als einziger der vier Ausländer einen auslaufenden Vertrag hat.

Keine Langnau-Rückkehr für Clark

Der Kanadier musste einst 2016 Langnau nach nur einer Saison verlassen. Weil es zu heftigen nebeneislichen Streitereien mit Platzhirsch Chris DiDomenico gekommen war. Verwaltungsräte mussten einschreiten, um zu schlichten und einen Eklat zu verhindern.

SC Rapperswil-Jona Lakers PostFinance Top Scorer Kevin Clark waehrend dem Eishockey-Meisterschaftsspiel der National League zwischen den SC Rapperswil-Jona Lakers und dem HC Lugano am Samstag, 3. April 2021, in Rapperswil. (PostFinance/KEYSTONE/Patrick B. Kraemer)

Top-Torschütze Kevin Clark muss die SCRJ Lakers verlassen. Bild: keystone

Nun möchten die Langnauer ihren verstossenen Sohn reumütig zurückhaben. Kein Wunder: Kevin Clark hat für die Lakers 23 Tore erzielt. Die vier von Langnau diese Saison eingesetzten ausländischen Spieler brachten es zusammen auf gerade mal 16 Treffer.

Tigers-Sportchef Marc Eichmann bestätigt, dass er eine entsprechende Offerte eingereicht hat. Aber Kevin Clarks tüchtiger Agent winkt ab: «Daraus wird wohl nichts ...»

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