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Eishockey: Der Final EVZ-ZSC ist der bisher beste unserer Geschichte

Fabrice Herzog, rechts, von Zug im Spiel gegen Torhueter Jakub Kovar, links, vom ZSC beim Eishockey Playoff-Finalspiel, Spiel 7, der National League zwischen dem EV Zug und den ZSC Lions am Sonntag, 1 ...
Der EV Zug und die ZSC Lions lieferten sich ein Duell auf allerhöchstem Niveau.Bild: keystone
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Der bisher beste Final unserer Hockey-Geschichte? Ja!

Sieben Spiele, eine historische Wende vom 0:3 zum 4:3 für Zug und hochstehendes Hockey: Haben wir 2022 den besten Final der Geschichte gesehen?
02.05.2022, 02:1402.05.2022, 12:36

In den Emotionen des Tages sind Superlative billig. Seit 1986 sind in den Finals viele Dramen und Heldensagen geschrieben worden und schon oft haben wir einen Final als den besten der Geschichte bezeichnet. Die Finals sind die Gipfeltreffen und die Leistungsschau unseres Hockeys. Sag mir, wie gut der Final ist, und ich sage dir, wie es um unsere Liga, unser Hockey steht.

Der Final 2022 ist mit der Aufholjagd der Zuger vom 0:3 zum 3:3 dramatisch verlaufen. Diese Dramatik allein macht den Final nicht zum besten, aber immerhin zu einem der besten der Geschichte. Finale Dramen über sieben Spiele haben wir schon so viele erlebt (2001, 2007, 2009, 2010, 2012 und 2018), dass wir dagegen können: sieben Finalspiele – na und?

Einige davon sind noch dramatischer erst in den letzten Sekunden (2012 für die ZSC Lions in Bern) oder gar in der Verlängerung (2001 für die ZSC Lions in Lugano) entschieden worden. Wir sehen: Auch die magische Dauer über sieben Partien macht den Final von diesem Jahr noch lange nicht zu einem einmaligen Ereignis.

Die ZSC-Spieler Steve McCarthy, Lukas Flueeler und Mathias Seger jubeln nach dem Schlusspfiff nach dem siebten Playoff-Finalspiel der National League A zwischen dem SC Bern und den ZSC Lions am Dienst ...
Kaum ein Final war so dramatisch wie derjenige von 2012.Bild: KEYSTONE

Das besondere Merkmal des Finals ist etwas, das sich nicht in Statistiken erfassen lässt. Es ist die Qualität des Hockeys. Zum ersten Mal treffen 2022 zwei Mannschaften aufeinander, die auf Augenhöhe praktisch das genau gleiche Hockey zelebrieren. Es gibt keinen Aussenseiter, der sich mit Härte, Konzentration und Provokationen gegen einen spielerisch klar besseren Favoriten erwehren muss. Es sind zwei Teams, die mit konstruktiven Mitteln auf Sieg spielen.

Zuerichs Cheftrainer Rikard Groenborg weist seine Spieler an, im zweiten Eishockey Playoff-Viertelfinalspiel der National League zwischen dem EHC Biel-Bienne und den ZSC Lions am Freitag, 25. Maerz 20 ...
Rikard Grönborg hat den Final verloren – seinem Team kann er trotzdem kaum Vorwürfe machen.Bild: keystone

Daraus ist ein «totales» Hockey geworden, wie es in einem Final so noch nie gespielt worden ist: Schnell, intensiv, präzis, gut ausbalanciert und in allen drei Zonen organisiert. Für den Liebhaber des Spektakels fehlt der Unterhaltungswert durch Fehler. Coaches aber sind begeistert von der Stabilität beider Mannschaften. Kommt dazu: Beide Mannschaften werden durch überragende Torhüter abgesichert.

Was für unser Hockey spricht: Schweizer Spieler haben diesen Final dominiert. Schweizer haben die Siegestreffer im zweiten (Malgin), dritten (Malgin), fünften (Simion), sechsten (Herzog) und siebten Finalspiel erzielt. Der einzige Hattrick ist Dario Simion gelungen. Die Schweizer spielen auch in der «Crunch Time» eines Finals jederzeit auf Augenhöhe mit den Ausländern.

Zugs Dario Simion trifft zum 3:1 Tor im fuenften Playoff-Final Eishockeyspiel der National League zwischen dem EV Zug und ZSC Lions am Mittwoch, 27. April 2022, in der Bossard Arena in Zug. (KEYSTONE/ ...
Nationalstürmer Dario Simion spielte im Final eine prägende Rolle.Bild: keystone

Und da ist noch etwas: Die Schiedsrichterleistungen waren durchwegs erstklassig.

Das alles spricht für die Qualität unseres Hockeys. Fassen wir zusammen: Eine dramatische Wende vom 0:3 zum 4:3, allerhöchstes Niveau und Schweizer in den Hauptrollen: Ja, 2022 war der bisher beste Final.

Das ist ein Trost für unser staatstragendes Fernsehen SRF, das mit dem 7. Finalspiel für lange Zeit (mindestens fünf Jahre) zum letzten Mal eine Partie der nationalen Meisterschaft live übertragen hat: Man soll die Party verlassen, wenn sie am schönsten ist.

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