Sport
EV Zug

Hallenstadion-Abschied: Der EVZ erzwingt Spiel 7 im Final gegen den ZSC

Die Zuger mit Gregory Hofmann, mitte,u feiern das Tor zum 0:2 beim Eishockey Playoff-Finalspiel, Spiel 6, der National League zwischen den ZSC Lions und dem EV Zug am Freitag, 29. April 2022 im Hallen ...
Die Zuger bejubeln das 2:0 gegen den ZSC in Überzahl.Bild: keystone

Genoni vermiest dem ZSC die Hallenstadion-Dernière – Spiel 7 muss den Final entschieden

Die ZSC Lions können auch ihren dritten Meisterpuck nicht verwerten und verlieren das Spiel 6 des Playoff-Finals gegen Zug 0:2. Nun fällt die Entscheidung um den Titel am Sonntag.
29.04.2022, 18:3029.04.2022, 23:15

Nichts wurde es aus dem kitschigen Ende der ZSC-Geschichte im Hallenstadion. Die Zürcher schafften es auch im letzten Spiel nach 72 Jahren im mit 11'200 Zuschauern ausverkauften Traditionshaus nicht, den Meisterpuck zu verwerten. Nach dem dritten Sieg in Folge wird der Titelverteidiger und Qualifikationssieger am Sonntag zuhause in Zug mit breitem Rücken zur Finalissima antreten.

Die Tore des Spiels.Video: YouTube/MySports

Fünfmal hatte in den ersten fünf Partien das Team verloren, das 1:0 in Führung gegangen war. Die Zuger liessen sich von der Statistik aber nicht ins Bockshorn jagen, auch wenn die Führung eher zufällig zustande kam.

Eigentor und Powerplay

Der auf beiden Seiten des Eisfelds glücklos kämpfende ZSC-Stürmer Justin Azevedo wischte einen eigentlich harmlosen Puck mit dem Schlittschuh nach nur gut drei Minuten ins eigene Tor. Sieben Minuten vor Schluss sorgte dann der bis dahin kaum gesehene Grégory Hofmann im Powerplay für eine Vorentscheidung – wie so oft auf Pass des PostFinance-Topskorers Jan Kovar.

Das sagt EVZ-Trainer Dan Tangnes.Video: YouTube/MySports

Die Zuger führten im ersten Drittel aber auch sonst etwas die feinere Klinge. Erst nach gut zehn Minuten kamen die Lions besser ins Spiel. Im mittleren Abschnitt übernahmen sie dann – auch dank zwei Powerplays – endgültig das Spieldiktat. 17:1 (!) Schüsse (am Ende 32:21) sprachen eine deutliche Sprache, bloss war es eine Zahl ohne Wert. Zugs Goalie Leonardo Genoni, der in seinen bisherigen sechs Finalserien immer den Titel geholt hat, liess sich aber nicht bezwingen.

Fehlende Effizienz

Allerdings stellten sich die Zürcher auch oft viel zu umständlich und kompliziert an. Chris Baltisberger (29.), Sven Andrighetto (30.) und Marco Pedretti (36.) vergaben aber auch beste Chancen.

Das sagt ZSC-Stürmer Sven Andrighetto.Video: YouTube/MySports

ZSC-Coach Rikard Grönborg wechselte auf der Center-Position der zweiten Linie zwangsweise vom verletzten Bully-König Marcus Krüger zum Amerikaner Garrett Roe, der sich sehr engagiert, aber wie seine Teamkollegen wenig effizient zeigte. Dazu rückte Chris Baltisberger vom vierten in den dritten Sturm. Bei Zug fehlte der am Mittwoch gravierend verletzte Reto Suri.

Das sagt ZSC-Trainer Rikard Grönborg.Video: YouTube/MySports

Das Fazit änderte im Vergleich zu den vorangegangenen vier Spielen aber nicht: Der ZSC ist viel stark abhängig von seiner ersten Angriffslinie und insbesondere von Denis Malgin. Seit dem spektakulären Ende von Spiel 1 mit den 3:2-Siegtreffer Azevedos zwei Sekunden vor Schluss hat kein Zürcher ausser Malgin und Andrighetto ein Tor erzielt. Wollen die Lions am Sonntag das Momentum nochmal drehen und doch noch zum zehnten Mal Meister werden, braucht es dringend auch von anderen mehr Produktion.

Der EVZ hat hingegen bereits jetzt ein Novum in der Schweizer Hockey-Geschichte geschafft. Nie zuvor hatte ein Team in einer Finalserie ein 0:3 noch ausgeglichen. Noch müssen sie aber auch den vierten – und wie man so schön sagt schwierigsten – Sieg einfahren, um den Meistertitel zu verteidigen. Der mentale Vorteil ist nun aber klar auf der Seite der Zentralschweizer.

Das sagt EVZ-Stürmer Grégory Hofmann.Video: YouTube/MySports

ZSC Lions - Zug 0:2 (0:1, 0:0, 0:1)
11'200 Zuschauer (ausverkauft). - SR Stolc/Wiegand, Fuchs/Obwegeser.
Tore: 4. Herzog 0:1 (Eigentor Acevedo). 53. Hofmann (Jan Kovar, Herzog/Ausschluss Hollenstein) 0:2.
Strafen: 2mal 2 Minuten gegen ZSC Lions, 3mal 2 Minuten gegen Zug.
PostFinance-Topskorer: Malgin; Jan Kovar.
ZSC Lions: Jakub Kovar; Noreau, Marti; Phil Baltisberger, Geering; Weber, Kivistö; Trutmann; Denis Hollenstein, Malgin, Andrighetto; Azevedo, Roe, Bodenmann; Chris Baltisberger, Sigrist, Pedretti; Aeschlimann, Schäppi, Diem; Sopa.
Zug: Genoni; Hansson, Stadler; Djoos, Gross; Schlumpf, Kreis; Cadonau, Wüthrich; Simion, Jan Kovar, Herzog; Klingberg, Müller, Hofmann; Zehnder, Senteler, Bachofner; Allenspach, Leuenberger, De Nisco.
Bemerkungen: ZSC Lions ohne Krüger, Morant (beide verletzt) und Quenneville (überzähliger Ausländer). ZSC Lions von 56:54 bis 59:51 ohne Torhüter. (abu/sda)

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