Infantinos Gegner skizzieren ihre Vision für ein Turnier ohne FIFA
Der Konflikt zwischen der FIFA, ihrem Präsidenten Gianni Infantino und seinen Widersachern geht in die nächste Runde. Wie der «Guardian» berichtet, planen die UEFA und die CONCACAF eine gemeinsame Nations League. Sämtliche 96 Nationen der Fussballverbände Europas bzw. von Nord- und Mittelamerika sowie aus der Karibik sollen dabei sein. Der asiatische Verband AFC habe ebenfalls sein Interesse bekundet, zu einem späteren Zeitpunkt der globalen Nations League beizutreten.
Die Kontinentalverbände haben sich nach dem verhinderten Teilverkauf der WM-Rechte zusammengetan, um Infantinos Wiederwahl im März 2027 zu verhindern. Nun haben die Funktionäre vor, von der FIFA unabhängig ein eigenes, mehrere Kontinente umfassendes Turnier ins Leben zu rufen. Es soll alle zwei Jahre stattfinden, erstmals nach der EM 2028 in Grossbritannien und Irland.
Eine gemeinsame Nations League statt zwei separater
Noch befinden sich die Gespräche laut der englischen Zeitung in einem frühen Stadium. Sowohl UEFA als auch CONCACAF führen, jeweils im gleichen Zeitraum, Nations-League-Wettbewerbe durch. Neu sollen diese beiden zu einer Nations League zusammengefasst werden. Wie bisher soll nach einer Ligaphase mit Gruppenspielen der Gewinner in einem Final-Four-Turnier ermittelt werden.
Womöglich könnte dieser gemeinsame Wettbewerb zu einem Umdenken in Mexiko führen. Dort denkt die Verbandsspitze laut über einen Wechsel in den südamerikanischen Verband CONMEBOL nach, um attraktivere Gegner zu haben. Von Spielen gegen Argentinien statt gegen Aruba oder gegen Brasilien statt gegen Belize erhofft sich Mexikos Verband höhere Einnahmen. Angeblich hatte Infantino dem Wechsel unter der Bedingung zugesagt, bei der Wiederwahl Mexikos Stimme zu erhalten.
Zusätzliche Spiele soll es mit dem neuen Wettbewerb nicht geben, er würde die kontinentalen Nations-League-Bewerbe ersetzen. Widerstand könnte es aufgrund der weiten Reisen geben, die für die Fussballer eine Belastung darstellen. (ram)
