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Switzerland's Andi Zeqiri during a qualification soccer match for the European Under 21 Championship between Switzerland and Slovakia at the Stadium LIPO Park in Schaffhausen, Switzerland, Friday, September 4, 2020. (KEYSTONE/Ennio Leanza)

Bild: keystone

Zeqiri ist der Schweizer Hoffnungsträger – trotz Diskussionen um einen Abgang zum Kosovo

Das U21-Fussballnationalteam kann in Georgien einen vorentscheidenden Schritt in Richtung Europameisterschaft machen. Die Hoffnungen ruhen auf dem vom Kosovo umworbenen Andi Zeqiri.

raphael gutzwiler / ch media



Wenn Andi Zeqiri heute auf den Fussballplatz läuft, trägt er das Schweizer Kreuz auf der Brust. Aus einem Nationenwechsel zum Kosovo, worüber in den vergangenen Wochen öffentlich debattiert wurde, ist bisher nichts geworden. Trotz der Möglichkeit, für das A-Team des Kosovo zu spielen, läuft Zeqiri vorerst für die Schweiz auf.

«Für mich ist es keine Diskussion, ob Andi für die Schweiz spielt oder nicht.»

Mauro Lustrinelli, U21-Nationaltrainer

Für das U21-Nationalteam ist das 21-jährige Sturmtalent, das eben erst in die Premier League zu Brighton gewechselt ist, ein wichtiger Spieler auf dem Weg in Richtung Europameisterschaft. Sieben Mal hat Zeqiri in den vergangenen vier Auftritten getroffen, die Schweiz hat bisher alle sechs Partien gewonnen und steht an der Tabellenspitze.

Captain Kevin Rüegg lobt: «Andi ist für uns ein sehr wichtiger Spieler. Ich hoffe, dass er so weitermacht wie zuletzt. Denn wir brauchen ihn.» Angst vor einem Abgang des Torjägers in Richtung Kosovo hat der U21-Nationaltrainer Mauro Lustrinelli nicht: «Für mich ist es keine Diskussion, ob Andi für die Schweiz spielt oder nicht. Er hat mir immer klar kommuniziert, dass ich mit ihm planen darf und er sich auf die Spiele freut.» Zeqiri äussert sich nicht zu den Diskussionen, er will sich auf den Fussball konzentrieren.

Die Absprachen von Petkovic und Lustrinelli

Nach starken Auftritten für die U21, bei Aufsteiger Lausanne und nun mit dem Transfer in die Premier League hätte es wenig überrascht, wenn Zeqiri für das A-Nationalteam aufgeboten worden wäre – auch um künftig an die Schweiz gebunden zu werden. Stattdessen sagte Nationaltrainer Vladimir Petkovic, dass er nur dann einen Spieler ins Team nehme, wenn er spüre, dass der Akteur sogleich helfen könne.

Switzerland's head coach Mauro Lustrinelli smiles before a qualification soccer match for the European Under 21 Championship between Switzerland and France at the Stadium Stade de la Maladiere, in Neuchatel, Switzerland, Tuesday, November 19, 2019. (KEYSTONE/Laurent Gillieron)

Mauro Lustrinelli hat sich wohl mit Vladimir Petkovic abgesprochen. Bild: KEYSTONE

Vielleicht ist es auch nur ein Teil der Wahrheit. Gut möglich ist, dass Lustrinelli sich beim regelmässigen Austausch mit Petkovic für einen Verbleib des Stürmers eingesetzt hat. Nur selten fehlen Leistungsträger der U21, um beim A-Team nur auf der Bank zu sitzen.

«Ich freue mich für jeden, der den Sprung in die A-Nati schafft. Aber natürlich freue ich mich auch, wenn der Spieler bei uns spielt.»

Mauro Lustrinelli, U21-Nationaltrainer

Das zeigt die Tatsache, dass mit Becir Omeragic und Simon Sohm zwei U19-Nationalspieler für jene Rolle aufgeboten wurden, obwohl einige U21-Nationalspieler in der Entwicklung weiter scheinen.

Das lange Warten seit 2011

«Ich freue mich für jeden, der den Sprung in die A-Nati schafft», sagt Lustrinelli. «Aber natürlich freue ich mich auch, wenn der Spieler bei uns spielt.» Für den Schweizer Fussball wäre eine Qualifikation der U21 wichtig. Seit 2011 hat sich kein Schweizer Nachwuchsteam für eine Endrunde qualifiziert.

Kevin Rüegg, der kürzlich zu Hellas Verona in die Serie A gewechselt ist, zeigt sich nach sechs Siegen in Folge voller Optimismus: «Die Ausgangslage ist vielversprechend. Wenn wir hier gewinnen, haben wir gute Chancen, uns zu qualifizieren.»

Tatsächlich könnte die Partie in Georgien vorentscheidenden Charakter haben im Hinblick auf die EM-Qualifikation. Neben den Gruppensiegern qualifizieren sich auch die fünf besten Gruppenzweiten für die EM. «In anderen Gruppen haben schon einige Topteams Punkte abgegeben, darum ist die Ausgangslage sehr gut», sagt Rüegg.

Die Zusammenfassung der Wende gegen die Slowakei. Video: SRF

Lustrinelli denkt lieber noch nicht so weit: «Zunächst müssen wir in Georgien gewinnen. Das wird keine leichte Aufgabe.» Im Heimspiel siegten die Schweizer mit einiger Mühe mit 2:1. Und auch im letzten Qualifikationsspiel gegen die Slowakei siegte die Schweiz nur glücklich mit 2:1, dank einer Last-Minute-Wende. Zuständig für den Ausgleich in der 88. Minute: Andi Zeqiri.

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